Usability in Weblogs
Ein weiteres Jahr nähert sich dem Ende, was der US-amerikanische Usability-Experte Jakob Nielsen zum Anlass nahm, sich Weblogs zur Brust zu nehmen und
deren Benutzbarkeit zu testen. Die zehn Hauptfehler laut Nielsen:
- fehlende biographische Angaben zum Autor: Besucher wissen gern, mit wem sie es zu tun haben.
- kein Foto vom Autor: Ohne Bild vom Schreiber des Weblogs können Besucher ihn schlecht einschätzen.
- keine beschreibenden Überschriften: Ohne diese erfährt der Leser zu spät, worum es eigentlich geht.
- Hyperlinks ohne klaren Bezug: Verweise sollten immer darauf hinweisen, wohin sie weisen. "Remember one of the basics of the Web: Life is too short to click on an unknown."
- keine Verweise zu klassischen Einträgen: Herausragende Beiträge werden nicht ausreichend hervorgehoben.
- Kalender als einzige Navigationsmöglichkeit: besser sind in Kategorien sortierte Blog-Einträge, wobei die "Evergreens" für jede Kategorie gesondert herausgestellt werden.
- unregelmäßige Aktualisierungen: wenn die Leser eine Weile lang nichts Neues mehr sehen, verlieren sie das Interesse. Ein regelmäßiger Update-Rhythmus tut not.
- gemischte Themen: Wer sich auf ein Thema beschränkt, zieht damit mehr Nutzer an. "The more focused your content, the more focused your readers."
- langfristigen Eindruck außer Acht lassen: Was man heute schreibt, liest in zehn Jahren ein potenzieller Arbeitgeber. "Whenever you post anything to the Internet [...] think about how it will look to a hiring manager in ten years." Dies sollte man beim Schreiben berücksichtigen.
- eine Adresse bei einem Weblog-Dienst: Ein nicht auf dem eigenen Server liegendes Blog hinterlässt den Eindruck, dass man es nicht so ernst nimmt mit den Veröffentlichungen. Zudem erhalten hier Dritte die Kontrolle über die Veröffentlichungsform der veröffentlichten Inhalte.
Wohlgemerkt: Nielsens Ratschläge wenden sich weniger an Sponti-Blogger als an Weblogger, deren Betreiber ernst genommen werden wollen. Punkt 9 ist natürlich für alle Blogger gleichermaßen relevant, sofern diese nicht gerade Mark Cuban heißen.
Meine Reaktion dazu? Welch ein Glück, dass dies hier definitiv kein Blog ist.
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Zuletzt geändert am 08.11.2005 um 16:16
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