Spiegel Online über Trusted Computing

Wieder ein Artikel, der die TCG und Microsoft in einen Topf wirft, kräftig umrührt und das Ergebnis als kritischen Artikel serviert: "Ein Chip, sie alle zu knechten?" von Michael Voregger auf Spiegel Online. Da kommen dann solche Aussagen zur Akronymvielfalt des TC-Komplexes heraus:

Kritiker vermuten hinter der babylonischen Sprachverwirrung eine bewusste Taktik, die für Ablenkung von den wirklichen Interessen sorgen soll. Doch Schlagworte wie "Secure Computing", "Trusted Computing" und "Trustworthy Computing" buhlen bisher vergeblich um das Vertrauen der Anwender.
http://www.spiegel.de/netzwelt/technologie/0,1518,276226,00.html

Argh. Zitiert wird unter anderem Bernd Honnet von Protect Privacy mit der Behauptung, die TCG habe bisher noch keine klaren Ziele ihrer Initiative publiziert. Honnet sagt auch, dass der TCPA-Chip in den Prozessor eingebaut werden solle. Wohlgemerkt: Er formuliert das nicht als Vermutung, sondern als Tatsache.

Dann wird daraus doch noch ein Artikel: Ein Sprecher von Microsoft Österreich darf versichern, dass NGSCB bei Longhorn in ausgeschaltetem Zustand ausgeliefert wird. Und Ahmad-Reza Sadeghi findet TC grundsätzlich okay, sieht aber das Missbrauchsrisiko (vgl. c't 13/2003, S. 232 / Heise Kiosk). Fazit des Artikels:

Wer seinen Rechner in fremde Hände gibt, verrät sehr viel über seine Persönlichkeit, und kaum jemand möchte einem Wirtschaftsunternehmen wie Microsoft darüber etwas mitteilen. Bis der schlüssige Gegenbeweis erbracht ist stehen Palladium, NGSCB, TCPA und TCG noch für ein Sicherheitssystem, dass auf der Kontrolle der Anwender aufbaut und den Interessen der Industrie dient.

Leider geht aus dem Text nicht hervor, wie man den Rechner bei Trusted Computing "in fremde Hände gibt". Auch die Kontrolle der Anwender kann ich so nicht nachvollziehen.

Verfasst am 01.12.2003 um 18:42
Zuletzt geändert am 11.12.2003 um 12:53

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