Microsoft nutzt TPM zur Nutzungskontrolle

Vertrauenswürdiger müsse die Datenverarbeitung werden, hat die TCG immer verkündet. Dabei blieb jedoch immer offen, wessen Vertrauen der PC genießen müsse. Der Besitzer des PC werde immer die Kontrolle darüber behalten, ob das TPM eingeschaltet ist oder nicht, versprach die TCG immer wieder. Jetzt stellt Microsoft einen PC für die Dritte Welt vor, bei dem der Anwender nicht mit dem Besitzer identisch ist.

"FlexGo" heißt das Konzept, das im Wesentlichen auf einen neues FensterMiet-PC für Entwicklungsländer hinausläuft. So wie heute Mobilfunkanbieter das Handy sponsern, um das Geld mit dem Vertrag wieder reinzuholen, stellt der FlexGo-Anbieter den PC bei einer Familie unter, die sich keinen PC in einem Rutsch leisten könnte und für die auch keine Ratenzahlung in Frage kommt. Pay-per-Use heißt sowas auf neudeutsch.

Bei Mobiltelefonen laufen solche Deals meist darauf hinaus, dass der Unterzeichner des Vertrags für das Gerät im Endeffekt mehr gezahlt hat, als wenn er es auf einen Rutsch gekauft hätte. Ist natürlich für Entwicklungsländer genau die richtige Strategie, den Unterprivilegierten über zwei Jahre hinweg mehr Geld aus der Tasche zu ziehen, als sie haben. Genug geärgert, zurück zur Technik.

FlexGo soll keine ständige Internet-Verbindung voraussetzen, sondern per Prepaid-Guthaben und ähnlichen Methoden laufen. Da muss man natürlich irgendwie sicherstellen, dass der Anwender, dem die Maschine ja nicht gehört, den PC nicht lokal "freischaltet" und kurzerhand von seinem Vertrag entknebelt. Und dazu setzt Microsoft auf Trusted Computing oder zumindest etwas sehr ähnliches.

Technisch setzt FlexGo einen PC voraus, der seine Nutzungsdauer messen kann – und über eingebaute Mechanismen verfügt, sich nach Ablauf der bezahlten Nutzungszeit auch sicher zu sperren. In diesem Betriebsmodus soll es mit dem Gerät nur noch möglich sein, neue Nutzungszeit beim Provider zu kaufen.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/73367

BIOS-Spezialist Phoenix hat ein TrustedCore-BIOS namens "TCSubscribe" im Feuer. Transmeta macht mit. Infineon arbeitet angeblich an einem Spezial-Chip -- einem TPM Plus etwa? Mehr dazu in der Heise-Online-Meldung "Microsoft stellt PC-Abodienst für Entwicklungsländer vor".

Verfasst am 22.05.2006 um 20:11
Zuletzt geändert am 22.05.2006 um 20:32

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