Blogger anziehen und abschrecken.
Cory Doctorow ist der Mitgründer des Metablogs "Boing Boing" (die haben auch ohne meinen Link genug Page Hits) und schreibt u.a. als Kolumnist für Information Week. Dort hat er eine
Liste mit 17 Tipps veröffentlicht, die beachten möge, wer von Bloggern verlinkt werden möchte.
Mir sei ein kurzer, dezent kommentierter Überblick gestattet:
- Bieten Sie eine URL an, auf den Blogger verlinken können. (Leider nicht selbstverständlich.)
- Der Link sollte von Dauer sein (Permalink), also nicht einfach auf die Hauptseite führen, wo kommende Woche wieder was ganz Anderes steht.
- Bieten Sie für jeden Informationshappen einen eigenen Link an. Also keine Seite mit Inhaltsdiarrhö anbieten, auf der etliches draufsteht, und irgendwo zwischendrin die aktuell relevante Information.
- Bieten Sie echte Links an, keine server-generierten Ungetüme mit irren Zahlensträngen und Session-IDs.
- Bieten Sie Links an, die auch wirklich wohin führen. Kein JavaScript-Unsinn.
- Keine komplett in Flash gebauten Sites. (Das bedarf hoffentlich keiner Erklärung mehr.)
- Keine PDF-Links. Es ist eine irre Plackerei, da Zitate herauszukopieren. Abtippen ist fehleranfällig. So schwer ist HTML nicht.
- Keine Streams. Man sollte Audio und Video stets herunterladen können.
- Versehen Sie Ihre Bilder mit dezenten URL-Wasserzeichen. So findet ein Interessierter auch dann den Weg zu Ihnen, wenn das Bild irgendwo in einem ganz anderen Kontext wieder auftaucht.
- Verzichten Sie auf alberne Hyperlink-Regeln und Nutzungsbestimmungen.
- Machen Sie sich keine Sorge um "Bandbreiten-Diebe". Wenn Sie wirklich ein Problem mit dem zusätzlichen Traffic haben, dann suchen Sie sich einen anderen Host.
- Bieten Sie hochauflösende Bilder an. Lassen Sie dem Blogger die Möglichkeit, Details herauszupicken.
- Vergessen Sie JavaScript-Schutzmechanismen für Ihre Bilder. Wenn jemand Ihre Bilder wirklich will, macht er notfalls einen Screenshot. In Flash-Dateien eingebettete Bilder sind noch einen Grad schlimmer.
- Beschränken Sie rechtliche Hinweise auf das Allernötigste und seien Sie dabei vernünftig.
- Lassen Sie Blogger wissen, in welcher Form sie auf Sie verweisen sollen. Also z.B. "Text von Cory Doctorow, www.craphound.com"
- Stellen Sie möglichst viel Inhalte unter einer Creative-Commons-Lizenz zur Verfügung. (Das ist ein Lieblingsthema von Herrn Doctorow, das ich nicht uneingeschränkt teile.)
- Nehmen Sie mit Bloggern auf deren bevorzugtem Weg Kontakt auf. Wenn das Blog dazu ein Formular bereitstellt, nutzen Sie es.
http://www.informationweek.com/news/showArticle.jhtml?articleID=206903066
Zusammengefasst:
- Links anbieten, die direkt und ohne Firlefanz zu den für Blogger relevanten Informationen führen
- keine Flash-Sites, keine PDF-Links, keine Streaming-Inhalte
- Bilder in hoher Auflösung anbieten, mit dezenten Wasserzeichen versehen, Hot-Linking dulden
- keine pompösen juristischen Drohgebährden (seitenlange Nutzungsbedingungen, Link-Richtlinien usw.)
- klarstellen, wie man am besten auf Sie verweist
- keine JavaScript-Mätzchen, um das Browser-Fenster zu beeinflussen oder Rechtsklicks abzufangen
- Blogger nicht sinnlos zuspammen, sondern Kontakt über deren bevorzugten Weg aufnehmen
Falls jetzt irgendein PR-Mensch Hoffnung schöpft: Auf meine Seiten verhilft Ihnen das alles nicht. Dies ist nämlich kein Blog. (Pause) Aber die Regeln gelten natürlich weitgehend auch für jeden, der mal in einem positiven Kontext auf heise online erwähnt werden will.
(zuletzt aktualisiert am 12.03.2008)





