Wiedergekäutes aus dem Web.

Rubriken: DRM | DVD Video | Trusted Computing | Web Design | Screenshots | Vermischtes.

Zuletzt aktualisiert am: 19.07.2011

Blogger anziehen und abschrecken.

Cory Doctorow ist der Mitgründer des Metablogs "Boing Boing" (die haben auch ohne meinen Link genug Page Hits) und schreibt u.a. als Kolumnist für Information Week. Dort hat er eine neues FensterListe mit 17 Tipps veröffentlicht, die beachten möge, wer von Bloggern verlinkt werden möchte.

Mir sei ein kurzer, dezent kommentierter Überblick gestattet:

  1. Bieten Sie eine URL an, auf den Blogger verlinken können. (Leider nicht selbstverständlich.)
  2. Der Link sollte von Dauer sein (Permalink), also nicht einfach auf die Hauptseite führen, wo kommende Woche wieder was ganz Anderes steht.
  3. Bieten Sie für jeden Informationshappen einen eigenen Link an. Also keine Seite mit Inhaltsdiarrhö anbieten, auf der etliches draufsteht, und irgendwo zwischendrin die aktuell relevante Information.
  4. Bieten Sie echte Links an, keine server-generierten Ungetüme mit irren Zahlensträngen und Session-IDs.
  5. Bieten Sie Links an, die auch wirklich wohin führen. Kein JavaScript-Unsinn.
  6. Keine komplett in Flash gebauten Sites. (Das bedarf hoffentlich keiner Erklärung mehr.)
  7. Keine PDF-Links. Es ist eine irre Plackerei, da Zitate herauszukopieren. Abtippen ist fehleranfällig. So schwer ist HTML nicht.
  8. Keine Streams. Man sollte Audio und Video stets herunterladen können.
  9. Versehen Sie Ihre Bilder mit dezenten URL-Wasserzeichen. So findet ein Interessierter auch dann den Weg zu Ihnen, wenn das Bild irgendwo in einem ganz anderen Kontext wieder auftaucht.
  10. Verzichten Sie auf alberne Hyperlink-Regeln und Nutzungsbestimmungen.
  11. Machen Sie sich keine Sorge um "Bandbreiten-Diebe". Wenn Sie wirklich ein Problem mit dem zusätzlichen Traffic haben, dann suchen Sie sich einen anderen Host.
  12. Bieten Sie hochauflösende Bilder an. Lassen Sie dem Blogger die Möglichkeit, Details herauszupicken.
  13. Vergessen Sie JavaScript-Schutzmechanismen für Ihre Bilder. Wenn jemand Ihre Bilder wirklich will, macht er notfalls einen Screenshot. In Flash-Dateien eingebettete Bilder sind noch einen Grad schlimmer.
  14. Beschränken Sie rechtliche Hinweise auf das Allernötigste und seien Sie dabei vernünftig.
  15. Lassen Sie Blogger wissen, in welcher Form sie auf Sie verweisen sollen. Also z.B. "Text von Cory Doctorow, www.craphound.com"
  16. Stellen Sie möglichst viel Inhalte unter einer Creative-Commons-Lizenz zur Verfügung. (Das ist ein Lieblingsthema von Herrn Doctorow, das ich nicht uneingeschränkt teile.)
  17. Nehmen Sie mit Bloggern auf deren bevorzugtem Weg Kontakt auf. Wenn das Blog dazu ein Formular bereitstellt, nutzen Sie es.
    neues Fensterhttp://www.informationweek.com/news/showArticle.jhtml?articleID=206903066

Zusammengefasst:

  • Links anbieten, die direkt und ohne Firlefanz zu den für Blogger relevanten Informationen führen
  • keine Flash-Sites, keine PDF-Links, keine Streaming-Inhalte
  • Bilder in hoher Auflösung anbieten, mit dezenten Wasserzeichen versehen, Hot-Linking dulden
  • keine pompösen juristischen Drohgebährden (seitenlange Nutzungsbedingungen, Link-Richtlinien usw.)
  • klarstellen, wie man am besten auf Sie verweist
  • keine JavaScript-Mätzchen, um das Browser-Fenster zu beeinflussen oder Rechtsklicks abzufangen
  • Blogger nicht sinnlos zuspammen, sondern Kontakt über deren bevorzugten Weg aufnehmen

Falls jetzt irgendein PR-Mensch Hoffnung schöpft: Auf meine Seiten verhilft Ihnen das alles nicht. Dies ist nämlich kein Blog. (Pause) Aber die Regeln gelten natürlich weitgehend auch für jeden, der mal in einem positiven Kontext auf heise online erwähnt werden will.

12.03.2008: Blogger anziehen und abschrecken
(zuletzt aktualisiert am 12.03.2008)

Labels und DVDs, die DVD-Movie-Protect nutzen.

Update 28.1.2008: Bestätigung von Leser-Meldung, neuer Titel "Fearless". Neue Titel mit DVD-Movie-Protect unterscheiden sich in mehrererlei Hinsicht von der erstmals im Mai 2007 aufgetauchten Kopiersperre. Ein umfassendes Update folgt in Kürze.

Update 11.1.2008: Leserzuschriften zufolge sind auch mit DVD-Movie-Protect geschützt: "Das Bourne Ultimatum" von Universal, "Die Wilden Hühne und die Liebe" sowie "Schwere Jungs" von Constantin, "Hogfather" von EuroVideo.

Und die mysteriöse Kopiersperre heißt... DVD-Movie-Protect! Oder genauer: neues FensterDVD-Movie-PROTECT, von der Münchner Firma X-Protect, pardon, neues FensterX-PROTECT. X-Protect beschäftigt sich eigenen Angaben zufolge seit 2000 mit Kopiersperren, mittlerweile sowohl für Filme und Software als auch Konsolen.

Meinem aktuellen Wissensstand nach setzen die folgenden Studios DVD-Movie-Protect ein:

Meinem aktuellen Wissensstand nach wird DVD-Movie-Protect bei folgenden Titeln DVDs eingesetzt (Stand 11.1.2008):

  • 7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug (Universal)
  • Das Bourne Ultimatum (Universal) -  neue Revision von DVD-Movie-Protect (Details in Bälde)
  • Das kleine Arschloch und der alte Sack (EuroVideo)
  • Das Parfum (Constantin)
  • Der Fluch – The Grudge 2 (Constantin)
  • Die wilden Hühner und die Liebe (Constantin) - noch unbestätigt
  • Fearless (Constantin)
  • Hogfather – Schweinsgalopp (EuroVideo) - noch unbestätigt
  • Schwere Jungs [2007] (Constantin) - noch unbestätigt
  • Silent Hill (Concorde)
  • TKKG: Das Geheimnis um die rätselhafte Mind-Machine (Constantin)
  • Wer früher stirbt, ist länger tot (EuroVideo)

Wer weitere Titel kennt oder zu kennen meint, möge mir bitte eine Mail schicken.

Woran erkennt man DVD-Movie-Protect?

Eine 15,2 GByte große DVD?

Update 28.1.2008: Bitte beachten Sie, dass die folgende Beschreibung für die neuesten Scheiben mit DVD-Movie-Protect nicht mehr gilt! Kurz zu den Änderungen: keine IFO-Dateien mit 0 KByte Länge mehr, Kapazität jetzt am Maximum des Erlaubten (8,71 GByte), weiterhin ungültige Verweise auf nicht vorhandene Dateien in den Inhaltsverzeichnissen. Mehr in Bälde.

Windows XP und Windows Vista zeigen für das Medium im Explorer eine Kapazität von 15,2 GByte oder einen ähnlich abnormen Wert an (siehe Bild). Im Ordner VIDEO_TS befindet sich mindestens eine IFO-Datei mit einer Größe von nur 0 KByte. Wer ein Programm wie IsoBuster Pro besitzt, kann darin sehen, wie sich die Inhaltsverzeichnisse des ISO-Dateisystems und des UDF-Dateisystems voneinander unterscheiden. Im IFO-Verzeichnis findet IsoBuster zudem Dateien, die nicht auf dem Medium gespeichert sind.

Nochmal als Liste:

  • Windows meldet eine irre Kapazität für das Medium, meist 15,2 GByte (nicht mehr aktuell).
  • Windows zeigt im Ordner VIDEO_TS für mindestens eine IFO-Datei eine Größe von 0 KByte an (nicht mehr aktuell).
  • IsoBuster Pro zeigt in den Ästen ISO und UDF unterschiedliche Informationen und fehlerhafte Referenzen. (weiterhin aktuell)
  • IsoBuster Pro zeigt im IFO-Ast mindestens 8000 Dateien, die sich gar nicht auf dem Medium finden (nicht mehr aktuell).

Weiterführende Links

04.05.2007: Labels und DVDs, die DVD-Movie-Protect nutzen
(zuletzt aktualisiert am 28.01.2008)

DRM-Sturm im Wasserglas.

Am Dienstag berichtete Cory Doctorow im Metablog Boing Boing über alarmierende Neuigkeiten über die Kauf-MP3s von Amazon.com: Die Dateien seien mit neues Fenster"proprietären ID3-Tags" kodiert, die von Open-Source-Software nicht gelesen werden könne. Boing Boing stützte sich dabei auf die Aussage eines einzigen Lesers und rief gleich zum Aktionismus auf:

Can someone please reverse-engineer the Amazon tagging scheme and add notes to the comments?
neues Fensterhttp://www.boingboing.net/2008/01/22/challenge-figure-out.html

Dann stellte sich heraus, dass der Leser die Attribute diverser relevanter Systemdateien falsch konfiguriert hatte. Immerhin, neues Fensterer schämt sich dafür. Die von Amazon gesetzten ID3-Tags sind also koscher. Am Tag nach der Falschmeldung hat sich Boing Boing neues Fensterfür den Alarmschrei entschuldigt. Die Verwirrung wird jetzt als "gelöstes Mysterium" gefeiert.

Viel interessanter ist die Frage, welche Wasserzeichen in den Downloads von Amazon.com stecken. Personalisiert sind sie angeblich nicht...

Im PC Magazine neues Fensterschreibt Lance Ulanoff, dass DRM-freie Musik-Downloads ohne Nutzungsgrenzen ein weiterer Schritt der Musikindustrie auf dem Weg in den sicheren Untergang seien:

Giving up control of content and giving it away free are not rational ideas in a market economy, yet everyone's cheering. Has the world gone mad?
neues Fensterhttp://www.pcmag.com/article2/0,2704,2252100,00.asp

Seine Argumentation ist gar nicht uninteressant, doch sein Artikel endet mit den Worten: "Ich habe auch keine Antwort, heiße aber Vorschläge willkommen."

Weiterführende Links

24.01.2008: DRM-Sturm im Wasserglas
(zuletzt aktualisiert am 24.01.2008)

DVD-Movie-Protect und Linux.

Update 15.1.2008: Ein Kollege machte mich auf ein paar Fehler aufmerksam, die ich nach bestem Vermögen korrigiert habe.

Linux-Anwendern bereitet die Kopiersperre DVD-Movie-Protect von X-Protect ganz besondere Probleme: Mit diesem "Schutzmechanismus" verrammelte DVDs bleiben dem offenen Betriebssystem verschlossen. Die Linux-Bibliotheken zum Auslesen von DVDs verheddern sich in den absichtlich eingebauten Fehlern im Dateisystem.

Die Entwickler von DVD-Movie-Protect hatten sich auf die Fahnen geschrieben, dass ihre Kopiersperre nach Möglichkeit keine autorisierten DVD-Player aussperren sollte. Auf diese Kompatibilität ist der Hersteller zumindest in Maßen stolz. Auf seinen Web-Seiten bietet X-Protect drei neues FensterKompatibilitätstabellen zum Download an. Der Download ist allerdings X-Protect-Kunden vorbehalten, also Filmverleihern. Der Öffentlichkeit stehen diese Tabellen nicht zur Verfügung; eine Anfrage meinerseits verlief im Sande.

Man darf jedoch davon ausgehen, dass die hauptsächlich von Linux-Anwendern genutzten Video-Player Mplayer, Ogle, VLC und Xine dauerhaft auf einer dieser Schwarzen Listen stehen. Das ist nicht ganz unverständlich: Schließlich handelt es sich dabei um keinen autorisierten DVD-Spieler. Autorisiert heißt mit DVD-Logo, eigenem CSS-Key und allen Schikanen. VLC & Co. lesen DVD-Inhalte dem Vernehmen nach über die Bibliothek libdvdread aus, das zur Entschlüsselung gegebenfalls auf die Bibliothek libdvdcss zurückgreift. Die Nutzung von libdvdcss ist in Deutschland illegal.

Kurze Zusammenfassung des rechtlichen Status von libdvdcss (Vorsicht, ich bin kein Anwalt; nichts, was ich schreibe, ist in irgendeiner Form rechtsverbindlich): CSS ist eine Kopiersperre für Video-DVDs (mehr dazu). In Deutschland ist die Umgehung von Kopiersperren verboten. libdvdcss umgeht die CSS-Kopiersperre. Deshalb ist der Einsatz dieser Bibliothek (in Deutschland) nicht erlaubt.

X-Protect verhindert, dass Linux-Anwender ihre legal gekauften Video-DVDs der deutschen Filmverleihe Concorde, Constantin, EuroVideo und Universal auf ihrem PC betrachten können. Möglicherweise klappt es mit LinDVD; dies konnte ich aber noch nicht ausprobieren. Betroffenen Kunden bleibt somit nur, die DVD entweder dem Händler zurückzugeben oder auf einem lizensierten DVD-Player wiederzugeben, der nicht auf der von X-Protect unter Verschluss gehaltenen Inkompatibilitätsliste steht.

Wie bereits mehrfach auf diesen Seiten erklärt, haben deutsche Anwender keinerlei einklagbares Anrecht darauf, DVDs unter Linux zu betrachten. Anwender außerhalb Deutschlands sind in der glücklichen Lage, dass sielibdvdread mit Hilfe des Schweizers neues FensterTobias Rautenkranz so zurechtpatchen können, dass das defekte Dateisystem übersprungen wird.

Ein Hyperlink zu libdvdcss könnte meinen Arbeitgeber teuer zu stehen kommen. Der Patch für libdvdread scheint mir dagegen unverfänglich: Er steuert lediglich DVDs anders an als die normale Bibliothek, wobei meines Wissens nach keine Schlüssel geknackt werden. Deutschen Anwendern bringt die gepatchte libdvdreadnichts; ohne ihre Schwesterbibliothek öffnet sie nur ungeschützte DVDs.

Mehr zu DVD-Movie-Protect

Mehr zu (De)CSS

14.01.2008: DVD-Movie-Protect und Linux
(zuletzt aktualisiert am 15.01.2008)

Warnung, Warnung! Nur: Wovor?.

Was will uns diese Dialogbox des PDF-Betrachters Foxit Reader 2 sagen?

!

Ganz recht! Die Meldung bedeutet:

"Ich, der Foxit Reader, konnte die PDF-Datei leider nicht einlesen, weil Opera sie noch nicht vollständig heruntergeladen hat. Probieren Sie es bitte später noch einmal."

Was, das haben Sie nicht sofort erraten?

(neues FensterFoxit Reader ist ein kostenloser PDF-Betrachter, der weniger Systemressourcen verbraucht als Adobes Acrobat Reader. neues FensterOpera ist ein kostenloser Web-Browser, der weniger Systemressourcen verbraucht als Mozilla Firefox.)

Weitere Albernheiten

15.01.2008: Warnung, Warnung! Nur: Wovor?
(zuletzt aktualisiert am 11.01.2008)

Painter X deutsch maccelt.

Update vom 25.6.2007: siehe unten.

Hier ist ein Suchbild mit vier Windows-Anwendungen. Finden Sie den Unterschied?

Datei Datei Datei Ablage

Ganz recht: Die deutsche Windows-Version von Painter X macht sich Apfeldeutsch zu Eigen. Mac OS X nennt das, was unter Windows "Datei" heißt, "Ablage" (Im Englischen heißt es in beiden Betriebssystemen "File"). Zuerst hielt ich das beim Test (c't 11/07, S. 65) für einen Übersetzungsfehler. Corel behauptete aber zunächst, das sei richtig so.

Update: Nach viel Hin und Her hat Corel zu meiner großen Überraschung eingelenkt. Das deutsche Release von Painter X hat sich um zwei Wochen verschoben, weil der Himmelein eine Ablage bemäkelt hat (und noch einen anderen Bug fand). Bei der Version von Painter X, die in den Läden steht, heißt das Dateimenü jetzt also wieder "Datei". Wer nicht warten wollte und die US-Version von Painter X einsetzt, findet auf der Corel-Seite jetzt das heiß ersehnte Update auf die neues FensterRevision X.1 für Mac OS und Windows.

14.05.2007: Painter X deutsch maccelt
(zuletzt aktualisiert am 11.01.2008)

Diese Leseranfragen werden bevorzugt behandelt.

Zeit, mal wieder grausam zu sein. Ja, schon wieder.

Letzte Woche erreichte mich mal wieder eine dieser Leser-Mails: "Bekomme ich jetzt endlich mal eine Antwort auf meine Anfrage vom Juni?" Woraufhin ich brav die Ordner meines Mail-Programms nach einer vorangegangenen Anfrage des Absenders untersucht habe. (Fehlanzeige: Der Leser hat entweder die erste Anfrage von einer anderen Mail-Adresse abgeschickt oder beim letzten Mal einen anderen Redakteur angeschrieben.)

Viele Leser scheinen der Meinung zu sein, dass wir technische Unterstützung für Probleme mit der in c't vorgestellten Soft- und Hardware leisten. In den meisten Fällen läuft die Antwort leider auf eine Rückfrage heraus: "Wie hat denn der Hersteller auf Ihre Support-Anfrage reagiert?"

Die Leser-Hotline und die gebotenen Kontaktmöglichkeiten dienen dazu, Fragen zu unseren Artikeln zu beantworten. Viele Leser sind sich dieser Spielregel durchaus bewusst. Die benutzen dann oft einen cleveren Trick: "Mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel zum Thema X gelesen. Ich hätte da eine Frage zum Thema Y..."

Etwa ein Prozent der Leser-Mails und -Anrufe sind tatsächlich Fragen zu Artikeln.

Besonders verzweifelte Anschreiben enden mit einer Variante der Floskel: "Ich denke, dass die Lösung dieses Problems auch andere Leser interessieren wird." Diesen Worten geht meist eine sehr konkrete Beschreibung eines unter sehr eng definierten Bedingungen auftretenden Problems voraus. In anderen Worten: Um das Problem zu reproduzieren, müsste ich am Rechner des Lesers sitzen.

Wie gehe ich als Redakteur mit Mails und Anrufen von Lesern um? Das kommt ganz darauf an.

Unter den folgenden Randbedingungen bestehen die größten Chancen auf eine Beantwortung Ihrer Leser-Anfrage:

  • Ihre Anfrage ist freundlich formuliert.
  • Sie sprechen mich nicht mit "Herr Himmelreich" oder gar "Herr Himmler" an.
  • Ihre Anfrage ist kurz gefasst.
  • Sie haben den Hersteller-Support kontaktiert, bevor Sie mich angeschrieben haben.
  • Sie erwarten nicht a priori, dass ich eine Frage beantworten kann, auf die der Hersteller-Support keine Antwort wusste.
  • Sie setzen mich nicht kommentarlos ins CC- oder BCC-Feld für eine mit Kraftausdrücken angereicherte Anfrage beim Hersteller-Support.
  • Sie haben verstanden, dass c't-Redakteure grundsätzlich keine Produkte empfehlen dürfen (so wie wir auch in Artikeln keine "Siegel" vergeben).
  • Sie wissen, dass c't-Redakteure keine Rechtsberatung geben dürfen.
  • Sie schicken Kekse.

Leseranfragen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit beantwortet werden:

  • Fragen zu Artikeln, die ich geschrieben habe (Autorenzeile oben)
  • Fragen zu Artikeln, die ich betreut habe (Redakteurskürzel am Artikelende)
  • Fragen zu Artikeln, die ich schreiben könnte
  • Fragen zu rezensierten Produkten, die keine Support-Anfragen sind
  • Fragen zu rezensierten Produkten, bei denen der Support nicht weiterhelfen konnte (Warnung: Ich kann es auch oft nicht, aber die Probleme sind oft interessant)
  • für mehr als eine einzige Person interessante Problemstellungen, für die sich nicht schon tausend Lösungen im Web finden

Siehe auch:

22.08.2007: Diese Leseranfragen werden bevorzugt behandelt
(zuletzt aktualisiert am 28.08.2007)

CSS-Hackordnung: a:link-Reihenfolge.

Ist HTML-Volk unter uns? Naja, nehmen wir mal an, es gibt mindestens einen, den das Folgende interessiert. neues FensterEric Meyer hat sich kluge Gedanken über die beste Reihenfolge der Pseudo-Klasse a:link und ihrer Geschwister a:active, a:hover und a:visited gemacht. Damit alle Definitionen berücksichtigt werden, muss die folgende Reihenfolge eingehalten werden:

  1. a:link
  2. a:visited
  3. a:hover
  4. a:active
    Quelle: neues Fensterhttp://meyerweb.com/eric/css/link-specificity.html

So weit, so gut, so abgestanden. Wo kommt aber a:focus hin – der Zustand, wenn jemand einen Hyperlink mit der Tastatur ansteuert? Meyer hat sich ein bisschen herumgehört und kam zur Schlussfolgerung, die richtige Reihenfolge müsse neues Fensterwie folgt lauten:

  1. a:link
  2. a:visited
  3. a:hover
  4. a:focus
  5. a:active
    Quelle: neues Fensterhttp://meyerweb.com/eric/thoughts/2007/06/11/who-ordered-the-link-states/  

Damit a:focus überhaupt zum Zug kommen kann, muss es sich sich also zwischen a:hover und a:active drängeln. Meyer schlägt auch ein paar Eselsbrücken vor, um sich die Reihenfolge LVHFA zu merken. Mein Liebling war "Lord Vader Hates Furry Animals"; Leser von Harald Töpfers magischen Abenteuern werden möglicherweise "Lord Voldemort Has Foul Ambitions" bevorzugen. (Hat jemand einen deutschsprachigen Vorschlag?)

Persönliche Anmerkung: Meine Seiten kranken seit geraumer Zeit an einer Link-Dekoration, die nicht sein soll – und zwar stets bei verlinkten Bildern, die in einem zentrierten Absatz stecken:

<p align="center"><a href="retched.html"><img height="57" alt="retch, to: w&uuml;rgen" src="img/retch.gif" border="0" width="119" /></a></p>

Das Konstrukt p a:link img {border: 0; text-decoration: none} hat ebensowenig gefruchtetwie p + a:link + img {border: 0; text-decoration: none}. Ist ja eigentlich auch logisch, weil ich auf das falsche Element ziele. Konstruktive Vorschläge und wüste Beschimpfungen bitte an die übliche Mail-Adresse. Eine Umformatierung des HTML-Codes ist leider nicht möglich.

25.06.2007: CSS-Hackordnung: a:link-Reihenfolge
(zuletzt aktualisiert am 25.06.2007)

Zune: Es ist ja noch die erste Version.

Diese Meldung erscheint, wenn Microsofts bisher nur in den USA erhältlichen Festplatten-MP3-Player Zune der Saft ausgeht:

Low Battery. OK?

Wer errät, welche der sieben im Bild zu sehenden Tasten dieses OK wegklicken kann. Keine der sieben Tasten ist mit "OK" oder "Enter" beschriftet, das Gerät besitzt auch keinen Touchscreen. Der Dialog ist, wie sich jeder denken wird, modal – solange man ihn nicht bestätigt hat, sind alle anderen Tasten blockiert.

Das sind die Momente, in denen ich gerne schreien würde. Korrektur: Das sind die Momente, in denen ich gerne den Designer dieser Bedienoberfläche in Grund und Boden brüllen würde. Warum bedarf diese Meldung überhaupt einer Bestätigung? "Ja, ich habe zur Kenntnis genommen, dass du gleich nicht mehr spielst." Extrem sinnvoll.

P.S.: Wer auf dem Foto keine sieben Tasten erkennt, möge sich bitte dieses Schema zu Gemüte führen...

Ein Zune hat auf der Vorderseite sieben Tasten.

Das Ding, das wie ein Rad aussieht, ist keins. Hinweis: Taste 6 ist gleichzeitig der An/Ausschalter.

Mehr zum Zune

24.05.2007: Zune: Es ist ja noch die erste Version
(zuletzt aktualisiert am 24.05.2007)

Wenn Euphemismen mutieren: Aus DRM mach DCE.

Als es darum ging, einen wohlklingenden Namen für digitale Fußfesseln zu schmieden, kamen die klugen Köpfe von der "Content Industry" auf den Begriff "Digital Rights Management" – obwohl es mitnichten darum ging, digitale Rechte zu verwalten, sondern Nutzungsmöglichkeiten zu sperren. Skeptiker bogen die Bedeutung von DRM dann auch fix zu "Digital Restrictions Management" um, was den Sachverhalt auch viel besser wiedergibt.

Anfang Mai (da war ich gerade mit wichtigeren Dingen beschäftigt als mit Semantik) kam ein Herr von der Content Industry auf die patente Idee, die Ablehnung gegenüber DRM liege nicht an der Sache, sondern am verwendeten Akronym. Der fragliche Herr heißt Bob Zitter und ist Chief Technology Officer des US-amerikanischen Pay-TV-Senders HBO.

Damit Kunden akzeptieren, dass sie Inhalte nur noch in der von der Industrie ausdrücklich abgenickten Form nutzen dürfen, muss die hässliche Technologie einen schöneren Namen tragen. DCE soll es künftig heißen, für "Digital Consumer Enablement". Der Zeitschrift neues FensterBroadcasting & Cable zufolge erklärte Zitter auf einer Konferenz, DRM/DCE ermögliche es Kunden, "Inhalte in einer Form zu nutzen, die ihnen vorher nicht zur Verfügung stand". Im Wortlaut:

Speaking at a panel session at the NCTA show in Las Vegas Tuesday, Zitter suggested that "DCE," or Digital Consumer Enablement, would more accurately describe technology that allows consumers "to use content in ways they haven't before," such as enjoying TV shows and movies on portable video players like iPods.
http://www.broadcastingcable.com/article/CA6440876.html

Konkret meint Zitter damit Filme. Der Sender HBO mag seine Filme nämlich nicht auf Abruf in HD ausstrahlen, solange es keinen effektiven Schutz gegen Kopien gibt. Insbesondere beschwor Zitter die Gefahren des "analogue hole" (analoges Loch/analoge Lücke). Damit ist kein Schweinkram gemeint, sondern die Ausgabe des hochauflösenden Signals über einen analogen Anschluss. Und solange HBO diesen Anschluss nicht per DRM sperren darf, will der Sender kein Video-on-Demand in HD anbieten.

Warum ich darüber zwei Wochen später schreibe: DRM ist in meinen Ohren schon ein schwer erträglicher neues FensterEuphemismus. Es geht nicht um die Verwaltung von Rechten, nicht einmal aus Sicht der "Content-Anbieter". Es geht einzig und allein um die bedingungslose technische Durchsetzung von Beschränkungen. Jetzt hat sich offenbar bei den Kunden herumgesprochen, was hinter diesen harmlosen Buchstaben steckt: Aufnehmen aus dem Fernsehen? Nur, wenn es der Sender ausdrücklich erlaubt.

Hier kommt dieselbe Strategie zum Einsatz, mit der Microsoft seinerzeit sein als "Palladium" vorgestelltes Sicherheitskonzept aus dem Kreuzfeuer der Kritik holen wollte. Mit der Erklärung, der Name sei "verbraucht" ("tainted"), wurde das umstrittene Planspiel kurzerhand in das unaussprechbare NGSCB umbenannt.

Jetzt ist also offenbar DRM verbraucht; DCE soll die Kundschaft noch zielsicherer fehlleiten. Seltsam: NGSCB kann in der Öffentlichkeit kein Deut besser an als Palladium. Vielleicht liegt es doch an der Sache, nicht am Namen?

Digital Consumer Enablement, zu Deutsch in etwa "Digitale Konsumenten Befähigung", ist in vielerlei Hinsicht eine noch schlimmere Worthülse als DRM. Das fängt damit an, dass "Enablement" neues Fensteralles andere als ein etabliertes Wort ist. Dann ist der Gesamtbegriff auch noch missverständlich: Geht es etwa darum, digitale Konsumenten zu irgend etwas zu befähigen? Ich bin jedenfalls analog. Herr Zitter würde mich vermutlich als analoges Loch bezeichnen.

Wo wir gerade beim Akronymisieren sind, könnte man Content Industry künftig als "Inhalte bereitstellende Industrie" übersetzen und als IBSI abkürzen. Oder als "digitale Inhalte bereitstellende Industrie", kurz DIBSI. Mag jemand die Nutzung dieses neues Fensterwohlklingenden Kürzels vorantreiben?

21.05.2007: Wenn Euphemismen mutieren: Aus DRM mach DCE
(zuletzt aktualisiert am 23.05.2007)

Inhalt & Design © 2011 by Gerald Himmelein / Heise Zeitschriften Verlag