aber: andere Anbindung an System, andere Aufgabe/Funktion
keine Zertifizierung von Software oder Betriebssytemen
siehe NGSCB
bestimmt nicht, ob das TPM aktiv ist oder nicht
TPM wird immer deaktiviert ausgeliefert
Besitzer ("Platform Owner") bestimmt über
Aktivierung des TPM
Benutzer ("User") kann TPM vorübergehend
deaktivieren
in Firmenumgebungen ist der Sysadmin der Besitzer, der Angestellte der
Benutzer
TCG: populäre Missverständnisse
zertifiziert keine Schlüssel
TPM-Hersteller zertifiziert / signiert TPM
Plattform-Hersteller zertifiziert / signiert Plattform mit TPM
verwaltet keine Datenbanken
keine zentrale Datenbank mit EK-Backups
keine zentrale Anlaufstelle für AIKs
enthält keinen sicheren Timer
nur einen Zähler
TCG: Zusammenfassung
Vier Aufgaben
Daten versiegeln
Schlüssel sicher speichern
Plattform gegenüber Dritten beglaubigen
sichere Zufallszahlen generieren
Komponenten
Hardware: TPM, TCPA-BIOS
Software: CRTM (Core Root Of Trust Measurement), TSS (Trusted platform Support
Service)
bietet Authentifizierung und Beglaubigung der Plattform, nicht des
Anwenders
NGSCB (Palladium)
NGSCB: Next Generation Secure Computing Base
"It's a funny thing, [...] We came at this thinking about
music, but then we realized that e-mail and documents were far more interesting
domains."
Bill Gates, zitiert nach Steven Levy
(Quelle: http://cryptome.org/palladium-sl.htm)
Allgemeines
baut auf TCPA auf (TCPA 1.2)
paralleles gesichertes System zur Windows-Umgebung
Kern heißt "Nexus", übernimmt viele TPM-Funktionen in
Software
Einführung mit nächster Windows-Version (Longhorn)
NGSCB: Mitglieder
Mitgliederliste
Microsoft.
Hardware-Entwürfe zusammen mit
Hewlett-Packard (Athens)
AMD und Intel (Trusted Mode für CPU)
Atmel, Fujitsu/Comodo, SafeNet (Trusted Path für Eingabegeräte)
NVidia (verspricht kompatible Grafikkarten zum Launch von Longhorn)
NGSCB: Ziele
Angriffsziele (Threat Model)
Schutz vor Software-Angriffen
Schutz für Anwendungen
Schutz für Daten
Schutz von Datenein- und -ausgabe (Secure Input/Secure Output)
Maximale Abwärtskompatibilität
Erhaltung der Abwärtskompatibilität zu allen bisherigen Windows-Anwendungen
"Schutz der Software-Investitionen der Anwender"
Einschränkungen
Anwendungen, die ihren Speicher an einen neuen Ort kopieren
Anwendungen, die den Prozessor in Real Mode versetzen
NGSCB: Ziele
Vier Aufgaben
starker Speicherschutz (Process Isolation)
Beglaubigung (Attestation) *
versiegelter Speicher (Sealed Storage) *
gesicherter Pfad zum Anwender (Trusted Path)
* kommt das bekannt vor?
NGSCB: Funktionsweise
Erweiterung der Windows-Architektur
erster Codename war "Vaulted Computing"
Standardmodus wie Windows heute
Erhaltung der Windows-Architektur
Erhaltung des Treibermodells (fast!)
gesicherter Bereich (Trusted Mode)
läuft parallel zum normalen Windows-System
Kern (Nexus) läuft privilegiert ("Ring -1")
reservierter Bereich für sichere Anwendungen
sichere Anwendungen laufen in Ring 3 (NCAs)
kein direkter Zugriff auf Hardware (Abstraction Layer)
NGSCB: Aufbau
Logischer Aufbau eines PC
HAL: Hardware Abstraction Layer; CPU:
Prozessor, USB: Universal Serial Bus
"bootet" unabhängig vom System (eigentlich "Load",
nicht Boot)
separates Herunterfahren möglich (leert Speicher)
Laden von alternativen Nexuses möglich
immer nur ein Nexus aktiv
Sicherheitsrichtlinien (Policies)
Policies (XrML) separat vom Nexus
grafischer Policy Editor inklusive
NGSCB: Hardware
Grundlage: Sicherheits-Chip
Secure Service Component (SSC) auf Mainboard
kann ein TPM nach TCPA/TCG 1.2 sein
benötigte Neuerungen
Tastaturen mit Verschlüsselung oder geschütztem Kanal
USB-Hubs mit Verschlüsselung oder geschütztem Kanal
Änderungen an USB-Stack (USB 2.3)
Grafikkarten mit Verschlüsselung oder Speicherschutz
Änderungen an Grafikkartentreiber
NGSCB: Hardware
Ersatz externer Komponenten nötig
veraltete Peripherie muss weg:
Monitore mit RGB-Anschluss
DIN-Tastaturstecker, PS/2-Geräte
seriell angeschlossene Geräte, Drucker oder Laufwerke
am Parallel-Port
NGSCB: ungelöste Probleme
offene Fragen
Fernwartung?
kein Trusted Path möglich
Behindertengerechte Nutzung?
Trusted Audio Channel
Spoofing
Schutz vor Löschung verschlüsselter Daten?
Trusted Mode hat keinen direkten Hardware-Zugriff
Auslagerung geschützten Speichers?
Sicherung von Memory Paging
Unterstützung von Stromsparmodi
NGSCB: ungelöste Probleme
kein Schutz vor Denial-Of-Service-Angriffen gegen den Nexus-Modus
Zertifizierungsstelle für Anwendungen und Policies
Einsatz ohne Trust Center nur in Unternehmen möglich
Microsoft selbst zertifiziert nicht (wäre kartellrechtlich
bedenklich)
nicht in Version 1.0
keine DLLs (Dynamic Link Libraries)
NGSCB: PR und Realität
Sicherung des PCs für neue Einsatzzwecke
"In the face of rapidly maturing business market, Microsoft
needs to find a way to persuade consumers to upgrade their PCs. The answer:
films, music, and other digital media flowing from one Microsoft device to
another."
Jeffrey O'Brien in Wired 07/2003
zentrale Position in mehreren Märkten angestrebt
PC-Plattform
PC-Sicherheitsmarkt
mobile Geräte (SmartPhones, Handys, Notebooks)
Home Entertainment / eHome
NGSCB: PR und Realität
SSC ist kein TPM
missverständliche Aussagen von MS
"Fähigkeiten von TCPA 1.1b reichen für NGSCB nicht aus"
TCPA/TCG Spezifikation 1.2 wird benötigte Funktionen bieten
[Zero Proof Attestation]
u.a. Speicherung von AES-Schlüsseln für PC-interne Verschlüsselung
NGSCB wird Raubkopien blockieren
"gestohlene Dinge bleiben gestohlen"
aktuelle Software soll weiterlaufen wie bisher (Grundlage des ganzen Konzepts)
NGSCB kann nicht erkennen, ob Dateien ohne Rechteverwaltung legal oder illegal
sind
NGSCB: Zusammenfassung
Bereitgestellte Dienste
starke Isolierung von Prozessen (Strong Process Isolation)
Daten versiegeln (Sealed Storage)
sicherer Pfad von und zu Anwender (Secure Path)
Plattform gegenüber Dritten beglaubigen (Attestation)
Relevanz von NGSCB für andere Betriebssysteme
z.B. Linux oder ein spezielles TCPA-Betriebssystem
so kann ein gesichertes Subsystem aussehen
Möglichkeit, von Microsofts Ansatz zu lernen (Ideen, Fehler)
LaGrande: Jenseits der TCPA-Spec
Intel-Entwicklung
benannt nach kleinem Ort in Oregon (Ortsnamen sind kein Trademark-Risiko)
Hardware-Erweiterungen, um einen sicheren Pfad (Trusted Path) im PC herzustellen
für: CPU, Chipsatz und Plattform
Einführungszeitraum: "next 2-3 years"
(Quelle: Bob Meinschein, Intel; Präsentation auf TCG-Symposium
7/2003)
LaGrande: Ziele
geschützte Ausführung von Code *
Speicherschutz *
Schutz des Grafikkartenspeichers *
geschützte Anbindung von: *
TPM
Eingabegeräte
* kommt das bekannt vor?
LaGrande: Funktionsweise
Prozessor (CPU)
offene und geschützte Bereiche
Protected Memory Policy
Speicher (RAM)
Zugangsschranken zu geschütztem Speicher ("Access Policy")
Umsetzung der für NGSCB benötigten Hardware-Komponenten
plattformagnostisch (auch für andere OS nutzbar)
AMD arbeitet an ähnlichem Konzept
Secure Execution Mode (SEM)
im Wesentlichen ein Prozessor-Flag
konkreter an NGSCB ausgerichtet
NVidia arbeitet an ähnlichem Konzept
stark an NGSCB ausgerichtet
Trusted Computing
Verschnaufpause (ca. 5 Minuten)
Digital Restrictions Management (DRM)
"Yes, it will protect movies. Whoopee!"
Bryan Willmann, Microsoft (NGSCB Software Architect)
DRM: Digital "Rights" Management
Rechteverwaltung in Software, verstärkt mit Hardware-Anker
Verbund von Legislative und Exekutive
DRM-Funktionen nie offiziell dementiert
aber klare Aussagen
TCPA wurde nicht für DRM-Zwecke gegründet
NGSCB wurde nicht für DRM-Zwecke erdacht
TCPA kann einen Anker für DRM-Funktionen legen
EK, non-migratable keys
Electronic Frontier Foundation (EFF): Pro
Ist-Zustand
Interoperabilität und Wettbewerb
freie Auswahl von Software und Betriebssystem
Kontrolle über Rechner erschwert Fernsteuerung und "Einsperrung" (Lock-in)
Vorteile von TC
Dritte können Kompromittierung des Systems erkennen und darauf reagieren
Verhinderung von Schummeln in Netzwerkspielen, Absicherung von verteilten
Anwendungen (z.B. SETI@Home)
Durchsetzung von Unternehmensrichtlinien gegenüber Mitgliedern/Angestellten
"Bevormundende" Sicherheitsrichtlinen schützen Anwender vor eigenen Fehlern
Electronic Frontier Foundation (EFF): Kontra
Ist-Zustand
Dritte können Manipulationen
an der Rechnerkonfiguration nicht erkennen
kein Behelf gegen Schummler in Netzwerkspielen / verteilten Rechenprojekten
keine Durchsetzung von "bevormundenden" Sicherheitsrichtlinien
zum Anwenderschutz
Nachteile von TC
Dritte können Richtlinien gegen den Computer-Besitzer faktisch durchsetzen
Digital Restrictions Management (DRM) / Zwangs-Aktivierung
Festlegung ein Betriebssystem / Anwendung / Zwangs-Bundling
Beschränkung der Umstellungsmöglichkeiten, Erzwingen von Up- und
Downgrades
Spyware / Verhinderung von Reverse Engineering
Electronic Frontier Foundation (EFF): Lösung
TC + Owner Override (to override = "aushebeln")
Pro
Dritte können weiterhin kompromittierte Systeme erkennen
Erweiterte Durchsetzung von Unternehmensrichtlinien auf Firmenrechnern
Computerbesitzer behält Kontrolle über lokale Software
Erhaltung von Wettbewerb, Interoperabilität, Kontrolle und freie Auswahl des
Anwenders
Kontra
weiterhin kein Behelf gegen Schummler in Netzwerkspielen / verteilten Rechenprojekten
erschwerte Durchsetzung von "bevormundenden" Sicherheitsrichtlinien
keine positiven Nebenwirkungen von DRM-Richtlinien (Schutz eigener Daten)
Kritiker: Ross Anderson
Zusammenfassung von TCG und NGSCB zu "Trusted Computing"
TCG stellt Risiken übertrieben dar
Bedrohungen aus dem Internet insgesamt insignifikant
TCG kann nicht vor Viren oder Trojanern schützen
Internationale Probleme
Aushebelung von Legislative durch Hardware
Einfluss durch Fremdregierungen
Einsatzbereiche
sinnvolle Anwendungen von TC nur für Nischenmärkte
im Massenmarkt ist DRM primärer Einsatzzweck (obvious application)
Kritiker: Ross Anderson
für Unternehmenskunden uninteressant
TCG setzt veraltetes Sicherheitsmodell um
unidirektionaler Informationsfluss hat sich nicht ausgezahlt
Vertrauenswürdig für Dritte
Wer kontrolliert einen "Trustworthy PC"?
vertrauenswürdige Plattform für Drittanbieter
unklar: Vertrauenswürdigkeit der Plattform für Besitzer/Anwender
Abschiebung der Zertifizierung auf Dritte
Umgehung kartellrechtlicher Probleme
Anbieter von digitalen Inhalten entscheiden über Vertrauenswürdigkeit
Kontrolle entsteht aus der Software
Kritiker: Ross Anderson
Einschränkung des Wettbewerbs
"Complex pricing and aftermarket control may now become
even easier for vendors to implement, thanks to the introduction of 'Trusted
Computing'."
Ross Anderson, Trusted Computing and Competition Policy
Trusted Computing (TC) fördert "Lock-in"
Bindung von Inhalten an Plattform
Abhängigkeit der Anwendern von Plattform
höhere Umstiegskosten (Switching Costs)
Zwang zur Migration auf TC
Verknüpfung von TC mit DRM
bereits im Gange (Windows RMS: Rights Management Services)
Kritiker: Chaos Computer Club
Katalog mit vier Forderungen für TCG
überreicht auf CeBIT 2003 an IBM, Konter von TCG/IBM formell überreicht
am 2.7.2003
1. vollständige Kontrolle des Anwenders über alle Schlüssel
Zugriffsmöglichkeit auf alle Schlüssel im TPM, inkl. EK und SRK
"Der Anwender soll selber entscheiden können, wessen
Schlüssel auf seinem Rechner für welchen Zweck benutzt wird."
2. keine verborgenen Kanäle zur Schlüsselübertragung
Schutz vor Covert Channels (Informationslecks)
Problem: nicht auf den ersten Blick als Kommunikationskanäle erkenntlich
Kritiker: Chaos Computer Club
3. Schlüsselübertragung auf andere Rechner ermöglichen
Schlüssel müssen stets übertragbar bleiben
keine Non-Migratable Keys
keine neue Freischaltung von Software bei Rechner-Umzug
4. transparente Zertifizierungsmechanismen
"Ein grundlegender Mechanismus bei TCPA beruht auf Zertifikaten."
Bekanntgabe der Bedingungen zur Zertifikatausstellung
Missbrauchspotential durch unfaire Preispolitik oder Verweigerung