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Umzug auf den neuen PC – Tipps für einen reibungslosen Wechsel

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Ein neuer Rechner macht erst mal eine Heidenarbeit: Nicht nur die Anwendungen müssen umziehen, sondern auch alle Daten und Einstellungen, nicht zu vergessen die Treiber. Zum Glück gibts Umzugshelfer, die diese Aufgabe überraschend elegant lösen.

Wenn der alte PC durch einen Neukauf abgelöst wird, sollen neben Briefen, Tabellen und Notizen dort auch Musik, Bilder und Filme eine neue Heimat finden. Im Idealfall laufen auch die geliebten Anwendungen weiterhin und alle im Laufe von Jahren vorgenommenen Einstellungen sind bereits so gesetzt wie gewohnt. Doch wie bei einem realen Umzug geht beim PC-Wechsel gern mal etwas zu Bruch, kommt nicht an, passt nicht an die vorgesehene Stelle oder legt Umwege zurück.

Apple-Anwender kichern angesichts solcher Schreckensszenarien nicht mal hinter vorgehaltener Hand: Der Migrationsassistent eines neuen Mac fragt beim ersten Start, ob er den Vorgänger aussaugen soll. Auch Linux-Anwender können den Umzug gelassen angehen. Die Software ist ohnehin gratis. Einstellungen liegen in Textdateien und wandern durch Kopieren der Daten im Benutzerverzeichnis auf den neuen PC – manches sogar unabhängig von der Distribution. Bei Windows ist es eben etwas komplizierter.

Für die Mehrzahl der Anwender bedeutet ein neuer PC heutzutage auch Umsteigen auf Windows 7 und oft auch gleich auf eine 64-Bit-Version. Einen ernst zu nehmenden Grund, eine ältere Fassung der Redmonder-Betriebssysteme auf einem neuen PC einzusetzen, gibt es definitiv nicht. Aber: Wer Vista ausgesessen hat, für den ist Windows 7 ein ziemlicher Kulturschock. Innerhalb von zehn Jahren in Fleisch und Blut übergegangene Tastenanschläge führen plötzlich ins Nichts oder tun etwas ganz anderes als das, was man erwartet hatte.

Die neumodische Methode, um weiterhin auf den Daten- und Programmschatz des alten Rechners zuzugreifen, wenn der schon auf dem Recyclinghof steht, ist eine virtuelle Maschine. Das klappt am besten, wenn der alte PC bei der Inbetriebnahme des neuen noch einsatzfähig ist: Auf dem Altgerät wird spezielle Software gestartet, die einen Schnappschuss einfängt. Daraus entsteht dann ein Clone, der auf dem neuen PC als virtuelle Maschine ausgeführt wird. Die Software, die dazu nötig ist, gibt es kostenlos. Eine detaillierte Anleitung, wie Sie die XP-Installation auf dem Alt-PC in eine virtuelle Maschine für den neuen verwandeln, finden Sie auf unseren Webseiten .

Eine richtige Lösung ist das virtualisierte Alte natürlich nicht: Nicht jede Anwendung läuft in der VM genauso weiter wie zuvor, Spiele etwa oder Anwendungen, die auf bestimmte Formen der Grafik-Beschleunigung setzen. Auch bei der Geschwindigkeit muss man Abstriche machen: Ein virtuelles XP hinkt hinter einem reellen Windows 7 immer hinterher.

Die altmodische Methode für den PC-Wechsel besteht – wie vor einem Umzug üblich – in massivem Aussortieren. Man macht auf dem alten PC eine Inventur, was überhaupt gebraucht wird. Angesichts dieser Mühe kann man dann den Umzug auch selbst erledigen – gegebenenfalls portionsweise Kiste für Kiste. Das macht am meisten Arbeit, aber ist im Zweifelsfall die Methode für Perfektionisten.

Einen Mittelweg beschreiten spezielle Helfer, die den Datensalat auf dem Alt-PC analysieren und versuchen, das Wesentliche auf den neuen zu übertragen. Einige dieser Programme haben wir uns im folgenden Artikel angesehen. Sie müssen zeigen, was sie im Vergleich zum Bordwerkzeug von Windows 7 „EasyTransfer“ leisten. Das Programm legt Microsoft dem Betriebssystem bei, um Benutzereinstellungen zu übertragen. Das Folgende liefert Tipps für die altmodische Variante des Umzugs – womöglich sind die auch dann nützlich, wenn die anderen Methoden ganz oder teilweise versagen.

Eine Warnung noch: Egal ob Migration auf den neuen PC oder in die VM, man läuft womöglich in eine Aktivierungsfalle. Nach der Migration des realen Alt-PC in eine virtuelle Maschine oder auf den neuen PC bemerkt die Software die geänderte Umgebung und will womöglich erneut aktiviert werden – das gelingt, je nach Lizenz, aber nur einmal ohne Stress. (ps)

Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 21/2010.

Umzug auf den neuen PC

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