Bildersauger

Mister Pix durchsucht Web und Usenet

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Allen Vorurteilen zum Trotz dient der Bildreichtum des Internet nicht nur der digitalen Fleischbeschau. Vielmehr stellt das Netz erstklassige Quellen für Illustrationsmaterial aller Art bereit. Das Windows-Programm Mister Pix automatisiert die Suche nach Grafiken im Netz auf trickreiche Weise.

Wenn die Stichwörter `Bilddateien´ und `Internet´ fallen, ist für gewöhnlich ein breites Grinsen angesagt: Was kann das Netz schon an Sammelgut hergeben außer mehr oder weniger geschmackvollem Erotik- und Pornomaterial? Dabei gibt es auch News-Gruppen wie alt.binaries.pictures.gardens, alt.binaries.fashion oder auch alt.binaries.clip-art. Tatsächlich halten Usenet und Web unter anderem Cartoons, Auto-, Sport-, Tier- und Pflanzenbilder, dazu Porträts, Piktogramme und Logos in verschwenderischer Fülle bereit. Vieles davon eignet sich vielleicht als illustrierendes Baumaterial für die eigene Homepage - man muß es nur finden.

Hier kommt Mister Pix ins Spiel. Das Programm will eine Art Universalwerkzeug für den netzgestützten Bildersammler sein und erfüllt vier Hauptaufgaben. Erstens bietet es eine einfache Thumbnail-Verwaltung mit Bildbearbeitungsfunktionen für die Grafikbestände auf der Festplatte oder im LAN. So erleichtert es das Sichten und Sortieren der online ergatterten Beute in verschiedenen Verzeichnissen.

Zweitens fragt Mister Pix eine beliebige Anzahl von Web-Suchmaschinen ab, um Fundstellen zu einem eingegebenen Namen oder Begriff zu bekommen. Die Adressen der zu berücksichtigenden Suchdienste lassen sich frei bestimmen. Das Programm fährt die gefundenen Links im Web ab und lädt alle Bilder, die ihm dort begegnen, herunter. Wer dabei etwa Werbebanner oder Thumbnails ausschließen möchte, legt eine Mindestgröße für die Downloads (beispielsweise 200 mal 200 Pixel) fest. Mister Pix verfolgt die Links, die er auf Web-Seiten vorfindet, eine vorzugebende Anzahl von Schritten weit. Wer bereits Web-Adressen kennt, die sich als Ausgangspunkt für die Suche nach bestimmten Motiven eignen, verzichtet auf die Hilfe von Suchdiensten und setzt das Schnüffelprogramm statt dessen gezielt an der gewünschten Startadresse an.

Die dritte Aufgabe von Mister Pix besteht darin, Bilder aus News-Gruppen vom NNTP-Server zu laden und abzuspeichern. Das Programm verwaltet mehrere Newsserver mit jeweils zugeordneten abonnierten Newsgroups. Bei Anwahl einer Gruppe lädt es zunächst deren auf dem Server vorhandene Header-Zeilen und überläßt es dann dem Anwender, die gewünschten Postings zu markieren. Auf den Startbefehl hin werden die dort enthaltenen Bilddateien heruntergeladen.

Viertens und letztens dient Mister Pix als Werkzeug zum Posting von Bildern ins Usenet. Eine nette Idee, wenn auch proprietär, ist der `Advanced News Picture Index´ (http://www.anpx.com): Beim Abschicken von Bilddateien läßt sich eine Indextafel beifügen, die kodierte Informationen über die File-Namen der verzeichneten Bilder enthält. Wenn ein anderer Mister-Pix-Anwender eine solche Tafel mit der ANPX-Option lädt, kann er die gewünschten Einzelbilder darauf per Mausklick zum Download auswählen, ohne sich um Dateinamen oder Postings zu kümmern.

Bei aller Pfiffigkeit gibt es an Mister Pix auch einiges auszusetzen. So funktioniert etwa das Umschalten des Zielservers im Posting-Dialog ebensowenig wie die Handeingabe einer beliebigen Ziel-News-Gruppe. Die gutgemeinten Bildbearbeitungswerkzeuge im Betrachtermodul sind leider wertlos, da es weder eine Preview- noch eine Undo-Funktion gibt. Dem Repertoire an Dateioperationen, die in der Thumbnail-Ansicht übers Kontextmenü zugänglich sind, hätte die Möglichkeit des Verschiebens gut zu Gesicht gestanden. Rätselhaft bleibt auch, warum sich die Sicherheitsabfrage beim Löschen nicht ausschalten läßt. Insgesamt gesehen tut das Programm aber brav seine Arbeit und gestaltet die Bildersuche im Netz deutlich bequemer als mit Web-Browser und Newsreader.

Nicht zuletzt macht Mister Pix auch dadurch Punkte gut, daß er mehrere Übertragungsvorgänge gleichzeitig ablaufen läßt und so die verfügbare Bandbreite zum Internet optimal ausnutzt. Dieses Konzept hat allerdings seinen Preis - und der heißt Ressourcenhunger. Wer das streckenweise ziemlich träge reagierende Programm sinnvoll einsetzen will, braucht dazu einen neueren Pentium-Rechner (ab 200 MHz), und unter 32 MByte RAM sollte man gar nicht erst anfangen.

Die nicht-registrierte Programmversion wandelt übrigens sämtliche Bilder beim Download automatisch in Graustufen um und schreibt einen wenig dekorativen Text hinein. Das Posting vorhandener Bilder ist jedoch uneingeschränkt möglich. (psz)


Mister Pix 1.13: Shareware für Windows 95/98/NT 4.0, 29 US-Dollar, Download unter http://www.mister-pix.com/german/main.htm oder aus der c't-Mailbox.

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