Man könnte meinen, dass der optimale Rechner knapp 2000 Mark kostet und im örtlichen Supermarkt gleich neben der Kühltheke steht. Der ‘Aldi-PC’ macht jedoch nicht jeden glücklich - gute Planung verhilft zum maßgeschneiderten Heimcomputer.
Die Schlachten um die Schnäppchen-PCs bei Aldi, Norma oder Lidl sprechen Bände über die Zustände im PC-Markt. Statt sich beim Fachhändler endlose Erläuterungen in unverständlichem Technik-Kauderwelsch anzuhören, vertrauen immer mehr Leute dem Lebensmitteldiscounter. Der gaukelt Kompetenz gar nicht erst vor, und die Lieferzeiten sind klar geregelt: Wenn die Kisten weg sind, gibts nix mehr. Die Kampfangebote der Lebensmittel-Riesen schneiden im Leistungsvergleich mit der Fachmarkt-Konkurrenz dabei durchaus ordentlich ab, was Tests in c't bestätigen.
Unsere Testberichte zeigen aber auch: Wer die Komponenten seines PC sorgfältig auswählt und einen guten Fachhändler findet, ist zum Sparen nicht auf die vermeintlichen Schnäppchen angewiesen. Die möglichst sinnvolle Investition setzt allerdings vor dem Kauf einige Überlegungen zum gewünschten Einsatz des Rechners voraus. Spart man nämlich an der falschen Stelle, droht womöglich monatelanger Ärger über ein unscharfes Monitorbild, eine lärmende Festplatte oder die klapprige Tastatur. Der für alle denkbaren Aufgaben gerüstete Computer ist andererseits selbst für viel Geld nicht zu haben, denn spätestens bei der Ausstattung stößt man an Kapazitätsgrenzen.
Die Überlegungen vor dem Rechnerkauf sollten sich zuerst um die Anwendungen drehen, die man verwenden möchte. Hieraus ergeben sich oft konkrete Anforderungen an ein PC-System, denn beispielsweise lassen sich ohne DVD-Laufwerk keine digitale Videofilme wiedergeben.
Die gewünschten Anwendungen legen vielfach das Betriebssystem fest. So ist für die meisten 3D-Spiele und so manche Homebanking- oder Steuererklärungs-Software Microsoft Windows 95 oder 98 zwingend nötig. Das erforderliche Betriebssystem kann aber auch von der eingesetzten Hardware abhängen: Wer sein System mit USB-Geräten erweitern will, kann dies praktisch nur unter Windows 98 oder Mac OS tun. Eine böse Überraschung droht durch die zunehmende Integration von Komponenten auf die PC-Hauptplatine: Onboard-Sound- und Grafikkarte oder das interne Modem funktionieren oft nur mit den mitgelieferten Windows-Treibern. Möchte man sich später einmal an Linux versuchen, sitzt man ohne Internet-Anbindung vor dem Bildschirm, der mit geringer Auflösung flimmert. Wer vor hat, den neuen Computer später einmal aufzurüsten, statt sich dann ein neues Modell zu kaufen, sollte besonders Mainboards mit Onboard-Grafik meiden. Auf diesen Platinen ist kein AGP-Steckplatz mehr vorhanden, da der eingebaute Grafikchip diese Schnittstelle bereits belegt. Schon die aktuelle Grafikkarten-Generation gibt es fast ausschließlich als AGP-Ausführung, künftig wird das Angebot an PCI-Grafikkarten wohl noch mehr schrumpfen.
Praktisch alle heute angebotenen Heimcomputer sind schnell genug für die häufig gleich beigepackte Bürosoftware, zum Internet-Surfen und für die Steuererklärung. Wer nicht mehr von seinem Rechner verlangt und nur unregelmäßig vor dem Bildschirm sitzt, kann bereits mit dem Einsteiger-Windows-PC mit Celeron- oder K6-2-Prozessor, 64 MByte RAM und 6-GByte-Festplatte zu Preisen ab etwa 1600 Mark zufrieden sein. Der im Paketpreis enthaltene 17"-Monitor reicht für die Auflösung von 1024 x 768 Punkten bei 75 Hz Bildwiederholfrequenz aus, die heute jede Grafikkarte problemlos in 24 Bit Farbtiefe liefert.
Nur in ganz wenigen Fällen ist es mit dem Rechnerpreis alleine getan: Das frisch erworbene Prachtstück braucht meist noch einige Erweiterungen. Möchte man seine Arbeitsergebnisse ausdrucken, sind weitere 250 bis 400 Mark für einen Tintenstrahldrucker fällig. Den Weg ins Internet ebnet ein externes Modem für 150 bis 200 Mark, für einen bereits vorhandenen ISDN-Anschluss nimmt man besser gleich eine passende Adapterkarte.
Wer nicht nur wenige Stunden in seiner Freizeit vor dem Bildschirm sitzt oder anspruchsvollere Software nutzen möchte, wird mit dem beschriebenen Basis-System sicherlich nicht auf Dauer glücklich. Je nach gewünschtem Einsatzzweck liegen die Schwachstellen jedoch unterschiedlich. Es gilt daher, sie mit gezielten Investitionen auszugleichen.
| Arbeiten | |
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Dient der PC als Bürohelfer für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Terminplaner oder einfache Datenbank, so reicht die Rechenleistung und Speicherkapazität des beschriebenen Einsteigersystems selbst für das Riesen-Paket Office 2000 gut aus. Die Monitor-Auswahl sollte allerdings besonders sorgfältig erfolgen. Nur durch genaues Hinschauen findet man das richtige Monitor-Exemplar: Die Streuung der Bildröhren-Qualität ist groß, ein bestimmtes Exemplar eines vermeintlichen Testsiegers kann dem billigeren Modell durchaus unterlegen sein. Mehr Tipps zur Bildschirm-Auswahl gibt es in der c't 22/99 ab Seite 98.
Für Vielschreiber ist eine angenehme Tastatur wichtig. Auch hier gilt: Am besten ausprobieren, die Vorlieben für Tasten mit oder ohne Klick oder für ergonomische Modelle mit geteiltem Tastenfeld sind höchst verschieden. Eine Maus mit Rädchen erleichtert die Navigation in langen Texten erheblich. Wer damit liebäugelt, sich künftig die Tipparbeit per Spracherkennungssoftware vom PC abnehmen zu lassen, muss ein wenig mehr investieren. So benötigen aktuelle Spracherkennungsprogramme einiges an Rechenleistung und nicht jede Soundkarte eignet sich hierfür.
Wenn man viel schwarzweißen Text oder Grafik druckt, spart man langfristig viel Geld mit einem Laserdrucker. Die Kosten pro Seite sind bei dieser Drucktechnik nach wie vor wesentlich geringer als bei Tintenstrahlern, Farbdruck ist allerdings nur mit recht teuren Laserdruckern möglich. Detailliertere Informationen zu Druckern folgen in c't 22/99 auf Seite 108.
Je nach Gehäuse und eingebauten Komponenten kann der Lärmpegel eines PC sehr unterschiedlich ausfallen. Wer empfindlich ist und dicht neben seinem Rechner konzentriert arbeiten muss, sollte auf Geräusche von Netzteil- und Prozessorlüfter sowie Festplatte besonders achten. Besonders leise sind die neuen iMacs von Apple, die ganz ohne Lüfter auskommen.
Bei beruflicher Nutzung des Computers ist die Datensicherung wichtig, zerstörte Daten können einen existenzbedrohenden Verlust bedeuten. Ein Laufwerk zur Datensicherung mit ausreichender Kapazität gehört daher zur Grundausstattung eines Office-PC. Manche Backup-Lösung eignet sich dabei gleichzeitig zum Austausch größerer Datenmengen mit anderen Computern. Dieses Thema vertieft der Artikel in c't 22/99 ab Seite 104.
Eine Grundsatzfrage stellt sich für Leute, die beruflich viel unterwegs sind: Soll es ein Laptop oder stationärer Desktop-Computer sein? Zwar nimmt ein Notebook wenig Platz in Anspruch und kann sogar im Unterschied zu klobigen Desktop-Türmen eine Zierde für den Schreibtisch sein, doch erkauft man sich den zusätzlichen Platz mit einem rund doppelt so hohen Preis. Upgrade-Komponenten wie Zusatzspeicher oder eine größere Festplatte kosten ebenfalls einen ‘Mobil-Aufschlag’, und im Falle eines Falles drohen saftige Reparaturkosten. Auch der fähigste Service-Techniker kann keinen aufgelöteten Grafikchip austauschen, ein Ersatz-Display verschlingt leicht mehrere tausend Mark.
Die Arbeit ohne Netzkabel ist zudem meist schneller zu Ende, als es die Werbung suggeriert: Mobile Pentium II- oder III-Prozessoren leeren den Akku oft in unter zwei Stunden. Um aktuelle Spiele flüssig darzustellen, reicht andererseits auch das leistungsstärkste Mobilgerät leider noch nicht aus - ihre so genannten 3D-Grafikchips können Desktop-Karten nicht das Wasser reichen. Modelle mit 14,1- oder 15-Zoll-Bildschirm werden als mobile Präsentationsmaschinen angepriesen, doch wegen des eingeschränkten Blickbereichs eines LC-Displays können maximal vier bis fünf Leute gleichzeitig das Geschehen verfolgen. Nur wer sich dieser Einschränkungen bewusst ist, hat Freude an einem portablen Gerät.
| Bildbearbeitung | |
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Seit es billige Scanner und preiswerte Digitalkameras gibt, zählen Bildbearbeitungsprogramme zu den besonders beliebten Anwendungen auf dem Home-Computer. Doch gerade in diesem Bereich bestehen große Unterschiede zwischen Profi- und Amateursystemen. Will man gelegentlich selbstgeknipste Fotos zu einem digitalen Fotoalbum zusammenstellen, so reicht das beschriebene Basis-System leistungsmäßig sicher aus. Kommen die Bilder von einer Digitalkamera, sollte man den passenden Anschluss sicherstellen. Praktisch alle PCs haben RS232- und USB-Anschlüsse, doch müssen diese frei und gut zugänglich sein. Hochauflösende Bilder belegen große Datenmengen auf der Kamera-Speicherkarte, der serielle Transfer der Bilddateien dauert entsprechend lange. Ein PC-Adapter zum direkten Auslesen der Speicherkarten spart da viel Zeit.
Für Schnappschüsse auf Papier bringen viele preiswerte Scanner ausreichend Auflösung. Hier eingespartes Geld steckt man besser in einen ordentlichen Tintenstrahler, der die mühsam retuschierten Bilder scharf und farbtreu zu Papier bringt. Dabei muss man sich die Kosten dieser Freizeitbeschäftigung klarmachen: Gutes Tintendrucker-Papier kostet zwischen knapp einer und fünf Mark pro A4-Blatt, für manche Farb-Tintenpatrone legt man einen Hundertmarkschein hin. Selbst gemachte Vergrößerungen per Scanner und Tintendrucker sind deshalb meist teurer als der Foto-Discounter um die Ecke. Dort findet man immer häufiger auch spezielle Drucker, die auf Diskette mitgebrachte Bilddaten in ordentlicher Qualität ausgeben. Zur Archivierung (und zum Verschenken) der Bilddaten leistet ein CD-Brenner gute Dienste.
In einer völlig anderen Liga als die Gelegenheits-Fotokünstler spielt, wer professionell Bilder bearbeitet. Allein die nötige Software kostet schon mehr als unser Beispiel-PC, die zu verarbeitenden Datenmengen fressen Unmengen an Arbeitsspeicher und Festplattenplatz. Vom hochauflösenden Diascanner bis zum farbkalibrierten Monitor und Drucker kann man für Bildbearbeitungshardware sehr viel Geld loswerden. Wer als Amateur wirklich ernsthaft über das Bastelstadium hinauskommen will, muss sehr detailliert in die Materie einsteigen und sorgfältig über seine Anforderungen und das Zusammenspiel der gewünschten Komponenten nachdenken.
Geht es nach den Händlern, so ist praktisch jeder heute verkaufte PC ein Multimedia-Computer. Da ein Bildschirm an einem Rechner eigentlich immer notwendig ist, scheint bereits das Vorhandensein einer Soundkarte das Etikett ‘Multimedia’ zu rechtfertigen - konsequenterweise liefern manche Anbieter nicht einmal Lautsprecher mit. Es gilt daher, genau nach den Eigenschaften zu fragen, die man später nutzen möchte. Aus dem Feld ‘Multimedia’ erscheinen uns die folgenden vier Bereiche einer genaueren Betrachtung wert.
| Musikbearbeitung | |
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Jede aktuelle Soundkarte kann Töne in digitale Daten verwandeln und solche Daten wiederum als Klänge zurückverwandelt an die Lautsprecher weitergeben. Die Qualität der Darbietungen ist dabei allerdings sehr unterschiedlich. Wer nicht nur mit bereits digitalisierter Musik hantiert, sondern beispielsweise seiner Vinyl-Plattensammlung mittels CD-Brenner zu neuem Glanz verhelfen will, sollte bei der Auswahl der Soundkarte aufpassen und ein Modell der besseren Qualitätsgruppe auswählen. Hierzu lesen Sie in c't 22/99 ab Seite 112 mehr.
Sollen die Musikstücke nicht nur digitalisiert, sondern in irgendeiner Form bearbeitet werden, so geschieht dies im PC meist per Software. Das Entrauschen und Entknistern alter Analogaufnahmen oder die Kodierung im MP3-Format belastet deshalb den Hauptprozessor. Eine schnellere CPU und mehr Speicher bringen hier Zeitersparnis, auch eine flotte Festplatte trägt zu zügigerer Arbeit bei. Die Auswahl des CD-ROM-Laufwerks sollte mit Bedacht erfolgen: Das schnelle Auslesen der Musikdaten von Audio-CDs beherrschen längst nicht alle Modelle gleich gut. Musikfreunde brauchen einen CD-Brenner unbedingt, denn niemand will zum Musik hören immer den Computer anwerfen.
Preiswerte TV-Karten erlauben, die Lieblings-Fernsehserie am PC zu verfolgen und das Videotext-Angebot zu nutzen. Die TV-Karte empfängt und dekodiert die Rundfunksignale und schickt sie an die Grafikkarte, dabei lassen sich Standbilder oder Bildsequenzen in geringer Auflösung abspeichern. TV-Karten stellen keine besonderen Anforderungen an die Systemleistung, doch sorgen sie besonders in gut ausgestatteten Rechnern manchmal für Probleme: Die Treiber stören dabei andere Steckkarten, die dieselben Ressourcen belegen. Wichtig ist vor dem Kauf einer TV-Karte die sorgfältige Prüfung der Antennen- und Elektroinstallation. Ohne saubere Erdung und fachmännischen Blitzschutz riskiert man die Zerstörung des PC bei Gewitter oder bei Defekten im Leitungsnetz.
Während die TV-Karte im PC dazu dient, Fernsehbilder auf den Monitor zu bringen, liegt der Fall bei der Wiedergabe digitaler Videos von DVD anders: Hier nutzt man den vorhandenen PC als preiswerte Alternative zum separaten DVD-Player. Außer dem DVD-Laufwerk ist dazu auch ein Decoder notwendig, der die komprimierten und verschlüsselten DVD-Daten wieder in einen Film umwandelt.
Hardware-DVD-Decoder kos-ten um die 200 Mark und sind nicht dasselbe wie einfache MPEG-2-Decoder-Karten für den halben Preis - diese fangen mit den verschlüsselten DVD-Video-Daten meist nichts an. Richtige Hardware-DVD-Decoder bieten selbst auf schwachbrüstigen Rechnern ruckelfreie DVD-Wiedergabe. Per S-Video-Ausgang kann man solche Decoder direkt mit dem Fernseher verbinden; eine Cinch-Buchse leitet das digitale AC-3-Tonsignal an einen externen Dolby-Digital-Decoder.
Der Vorteil des Software-Decoders liegt darin, dass er meist im Lieferumfang aktueller Grafikkarten oder DVD-ROM-Laufwerke enthalten ist. Andererseits sind Software-Decoder regelrechte Hardware-Fresser, die maximale Anforderungen an die CPU, Grafikchip und Soundkarte stellen: Ein Rechner mit mindestens 400-MHz-Pentium-II-Prozessor sollte es schon sein. Software-Decoder gestatten dafür einen vergleichsweise einfachen Wechsel des Region Code - sofern das Laufwerk mitspielt. Hardware-Decoder speichern den Regionalcode meist intern.
Allgemein gilt, dass ausschließlich auf Spieleleistung getrimmte Grafikkarten bei der DVD-Wiedergabe eher schwächeln - mit Voodoo- oder TNT-Grafikchip kann selbst bei einem PIII-600-Kraftprotz das Video ruckeln. ATI optimiert seine Grafikchips hingegen seit dem Rage-Pro-Chipsatz auf DVD-Wiedergabe, ähnlich wie S3 (ab Savage 3). Der ATI Rage 128 kann der CPU bis zu 70 Prozent Rechenleistung abnehmen, hier reicht für vernünftiges DVD-Playback schon ein PII-266. Einige ATI-Karten bieten sogar einen TV-Ausgang, damit die DVD-Videos sich nicht auf 17 Zoll Bilddiagonale beschränken müssen. Wer beides haben will, fließende Spielaction und ruckelfreie DVD-Wiedergabe, kann als Kompromiss per Loopthrough-Kabel einen Hardware-Decoder hinter seinen 3D-Boliden schalten. Ein Nachteil dieser Lösung: unter diesen Kabelkünsten leidet die Bildqualität.
| Fernsehen/DVD/Videoschnitt | |
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Das Bearbeiten von Videosequenzen stellt höhere Anforderungen an den PC als die reine Wiedergabe von Videobildern. Digitalisiert man einen Videofilm in Fernsehqualität, ergibt sich ein Datenstrom von mehr als 20 MByte pro Sekunde. Diese Riesenmenge an Daten lässt sich auf den gängigen Festplatten nicht direkt abspeichern, sondern muss vorher komprimiert werden. Zur Aufzeichnung analoger Fernsehsignale (vom Camcorder oder vom stationären VHS-Recorder) dienen Videokarten, die Digitalisierung und Kompression übernehmen, umgekehrt aber auch Dekompression und Rückwandlung in analoge Signale für Videorecorder oder TV. Diese Karten schreiben bei maximaler Qualität Datenmengen von etwa 3 bis 7 MByte pro Sekunde auf die Festplatte.
Deutlich besser ist die Bildqualität digitaler Camcorder (MiniDV, Digital8), die Videos bereits auf dem Band als komprimierten Datenstrom von 3,4 MByte/s ablegen. Diese Lösung dürfte für Videoschnitt im semiprofessionellen Bereich derzeit optimal sein. Die digitalen Recorder verbindet man per IEEE-1394-Schnittstelle mit dem Rechner (auch iLink oder FireWire genannt). Viele Apple-Macintosh-Modelle verfügen ab Werk über diese Buchse, ebenso einige Windows-Rechner, etwa die VAIO-Notebooks von Sony.
Eine Stunde DV-kodiertes Video frisst auf der Festplatte des Rechners etwa 12,5 GByte Platz, sodass eine große Festplatte angeraten ist, auch wenn die meisten Videoschnitt-Programme immer noch nicht mit Videodateien von mehr als 2 GByte Größe umgehen können. An die Leistungsfähigkeit des Prozessors stellt reiner Video-Schnitt keine hohen Anforderungen. Bildeffekte und Überblendungen dagegen benötigen sehr viel Rechenpower, denn hierzu werden die Videodaten vom Prozessor dekomprimiert, dann bearbeitet und anschließend wieder komprimiert. Dabei entscheidet die Rechenleistung, ob die Software an einem komplexen einminütigen Video einen Tag oder zwei Tage rechnet. Mit entsprechender Software wie Adobe Premiere und Windows NT beschleunigt ein Dual-Prozessor-System die Berechnung spürbar.
Ein Problem ist das Zurückspielen der bearbeiteten Filme auf Band: Hierzu verwendet man am besten einen Recorder oder Camcorder, der vom IEEE-1394-Anschluss aufnehmen kann. Viele in Deutschland verkaufte günstige Camcorder bieten dies aber erst nach ‘Freischaltung’ mit einer speziellen Fernbedienung, da die Hersteller wegen der sonst höheren Einfuhrzölle die Aufnahmemöglichkeit blockieren. Details hierzu finden sich in c't 10/99.
| Spielen | |
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Aufgrund ihrer extremen Anforderungen an die Rechenleistung sind 3D-Spiele eine Art ‘Motor’ der Heim-Computer-Entwicklung. Wer sich einen Computer für aktuelle 3D-Actionspiele zulegen möchte, dem kann man deshalb einen einfachen Rat geben: Bei Prozessor und Grafikkarte ist das Schnellste gerade gut genug. Ein Athlon- oder Pentium-III- Prozessor mit mindestens 450 MHz muss es schon sein, bei der Grafikkarte kommen nur solche mit TNT2-, Voodoo3-3000- oder G400-Chip infrage. Bei anderen Systemkomponenten kann man ohne Reue sparen, sofern man wirklich nur spielen möchte: Der Speicherausbau über 64 MByte bringt kaum Geschwindigkeitsvorteile, besondere Schärfe und Flimmerfreiheit eines teuren Monitors kommen in rasanten Spielszenen nicht zur Geltung. Für Motoren- oder Waffengeräusche und Kampfgeschrei reicht die billigste Soundkarte, Exemplare mit 3D-Audio-Unterstützung kosten etwas mehr. Mit der beschriebenen Ausstattung unterscheidet sich ein Spiele-PC nur wenig von einer Spielkonsole, die für deutlich weniger Geld zu haben ist. Interessant am PC sind aber die flexiblen Anschlussmöglichkeiten: Per Modem oder Netzwerkkarte lassen sich Spiele auf mehreren Rechnern gemeinsam spielen, Joysticks, Lenkräder für Autorennen und Flugsimulatoren sind mittlerweile auch in Force-Feedback-Versionen verfügbar, die einen das Spielgeschehen richtig fühlen lassen.
Hat man nach sorgfältigem Abwägen die technischen Details des gewünschten PC festgeklopft, steht die schwierigste Entscheidung noch bevor: Wann und wo kaufe ich das Traumsystem? Die Frage nach dem Zeitpunkt ist eigentlich schnell geklärt: So spät wie möglich. Die Preise der Komponenten sinken ständig, auch der aktuelle Höhenflug der Speicherpreise wird daran langfristig nichts ändern. Es lohnt sich auch nicht, für eventuell in der Zukunft denkbare Anwendungen schon jetzt teure Leistungsreserven vorzusehen. Das letzte Quäntchen Prozessor-Taktrate kostet übermäßig viel und bringt kaum noch spürbare Mehrleistung. Wenn man eines Tages die Power wirklich braucht, kostet der heute schnellste Prozessor nur noch einen Bruchteil.
Schwieriger ist guter Rat bei der Auswahl des richtigen Händlers. Pauschale Urteile bringen einen nicht weiter, auch der verrufenste Versandhandel hat mehr zufriedene Kunden als Reklamationen. Ganz allgemein lässt sich sagen: Je weniger Erfahrung man hat, umso näher sollte der Händler liegen. Ein eventueller Mehrpreis zahlt sich schnell aus, wenn man vor dem Kauf oder bei Problemen schnell einen Berater findet. Ganz wichtig ist der persönliche Kontakt vor dem Kauf. Stellen Sie Ihrem Berater dumme Fragen, rufen Sie auch beim ins Auge gefassten Versandhandel schon vor dem Kauf mal die Hotline an. Eine lustlose Kaufberatung, ausweichende Antworten auf Detailfragen oder endlose Wartezeiten sind schlechte Vorzeichen für langfristige Zufriedenheit.
Bei Preisvergleichen kommt es auf Details an: Eine exakte Beschreibung der Komponenten und der beigelegten Software sowie die genaue Angabe eventueller Versandkosten ist besonders bei supergünstigen Angeboten unverzichtbar. Denken Sie über benötigte Software nach - mitgelieferte Programmpakete kosten beim Einzelkauf leicht mehrere hundert Mark. Dieser Wert zählt aber nur, wenn man die Anwendungen auch nutzen möchte und ihr Versionsstand nicht der vor-vorletzte ist. Den Komplettsystemen legen die Hersteller außerdem oft OEM- oder Light-Versionen von Programmen bei, die nur einen eingeschränkten Funktionsumfang bieten oder nicht upgradefähig sind.
Zu guter Letzt zählt auch die Lieferzeit, denn nichts ist ärgerlicher, als auf das mühsam konfigurierte Gerät wegen einer verspäteten Komponente womöglich wochenlang zu warten. (ciw)
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Auf den Festplatten fast aller PC-Komplettangebote ist heute Windows 98 vorinstalliert. Die aktuelle Fassung dieses Betriebssystems heißt Windows 98 Zweite Ausgabe (abgekürzt ZA oder SE für Second Edition), man sollte sich keine ältere Windows-Version mehr andrehen lassen. Zum Microsoft-Einheitsbrei bieten die Heimcomputer-Händler eigentlich nur zwei Alternativen: Mac OS und Linux. Ersteres ist das Betriebssystem für alle Apple-Rechner, zu denen in c't 22/99 ab Seite 118 mehr Informationen stehen.
Mit vorinstalliertem Linux kommen bislang nur wenige Komplettsysteme, die Hersteller setzen nur zögerlich auf dieses Pferd. Hat man nur wenig Computererfahrung, so sollte man bei der Auswahl eines Linux-Pakets besonders auf eine ordentliche deutsche Sprachunterstützung und Dokumentation achten. Grundlegende Englischkenntnisse und ein Internet-Anschluss sind gute Voraussetzungen, um die offene Struktur dieses Betriebssystems zu erkunden und auch bei schwierigen Konfigurationsproblemen Rat zu finden.
Windows NT ist nur für bestimmte Anwendungen sinnvoll. Manche Videoschnitt- und Bildbearbeitungssoftware setzt dieses Profi-Betriebssystem voraus, welches auch als einziges Microsoft-Produkt mit mehreren Prozessoren umgehen kann. Nachteilig ist jedoch die fehlende Unterstützung des USB und des für Spielefans wichtigen DirectX.
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