04.07.2009
Wenig sinnvoll, aber witzig: der räumliche Desktop.
Auf Linux-Rechnern mit hardwarebeschleunigter Grafikkarte lässt sich der Desktop mit dem Compiz-Plug-in Anaglyph stereoskopisch darstellen. Dadurch entsteht der Eindruck räumlicher Tiefe: Das aktuelle Fenster wird stets in den Vordergrund herausgehoben, während inaktive Fenster in verschiedener Tiefe vor dem Desktop zu schweben scheinen.
Vorgefertigte Pakete gibt es von Anaglyph derzeit noch nicht, das Plug-in befindet sich noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase, sodass man selbst zum Compiler greifen und es aus den Quellen übersetzen muss. Dazu sind unter anderem die Quellen von Compiz sowie die üblichen Grafikbibliotheken und Compiler-Werkzeuge erforderlich. Auf Debian-basierten Distributionen wie zum Beispiel Ubuntu 9.04 lassen sich die nötigen Pakete leicht mit folgenden Befehlen nachinstallieren:
apt-get -y build-dep compiz
apt-get -y install compiz-dev compiz-fusion-bcop libcompizconfig0-dev libtool
Anschließend lädt man die Anaglyph-Quellen aus dem Revisionsverwaltungssystem herunter:
git clone git://anongit.compiz-fusion.org/users/wodor/anaglyph
Die Quelldateien landen im Verzeichnis "anaglyph", wo man sie ohne Root-Rechte als Benutzer übersetzt und installiert:
make install
Die automatische Installation klappt derzeit allerdings nur auf Debian-kompatiblen Linux-Distributionen, da das Makefile mit Hilfe der Debian-Paketverwaltung die Installationsverzeichnisse von Compiz ermittelt. Auf RPM-basierten Distributionen muss man die Datei libanaglyph.so von Hand ins Verzeichnis ~/.compiz/plugins und die Datei anaglyph.xml in das Verzeichnis ~/.compiz/metadata kopieren. Nach der Installation muss man sich ausloggen und neu anmelden.
Anaglyph schaltet erst nach Drücken einer Tastenkombination auf die 3D-Darstellung um. Diese Tastenkombination wird konfiguriert, indem man im CompizConfig Settings Manager auf den Namen des Plug-ins klickt. Dort lässt sich auch festlegen, wie groß der virtuelle Abstand zwischen den Fenstern ist.
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