Dia-gitalisierer

Es geht auch ohne Scanner: Dias abfotografieren

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Eine Digitalkamera, ein gutes Stativ, ein wenig Licht -oder einfach nur ein umgebauter Diaprojektor: Mit ein paar Utensilien aus dem Baumarkt kann man vorhandenes Fotografen-Equipment leicht zum Diascanner-Ersatz umrüsten.

Aufmacher

Seit Digitalkameras vier und noch mehr Megapixel auffahren, werden sie endlich für auflösungsverwöhnte Dialiebhaber interessant. Doch was tun mit den Regalmetern alter Zelluloids? Noch einen teuren Diascanner kaufen? Oder einen billigen? Oder einen Flachbett-Scanner mit Durchlichteinheit?

Zücken Sie doch einfach die gute neue Digikam, um der gerahmten Sammlung endlich einen würdigen Platz im Computerarchiv zu geben. Zwar erreichen die „Abfotografierten“ nicht die Brillanz, Detailzeichnung und Auflösung der Repros vom High-End-Scanner, aber gute, drucktaugliche Ergebnisse kann man schon herauskitzeln.

Viele Wege führen vom Dia zum Pixel. Leicht bedienbare Schraubvorsätze - so genannte Dia-Duplikatoren - als Originalzubehör oder von Fremdherstellern, Repro-Stände oder günstige Eigenbau-Lösungen: Mit ein paar Handgriffen können ambitionierte Fotografen auch vorhandenes Equipment umfunktionieren. Doch unabhängig von der Methode kommen gute Dia-Shots nicht aus jeder Knipse, eine gewisse Professionalität sollte die Digitalkamera schon mitbringen. Das muss nicht unbedingt eine 5000-Euro-Spiegelreflex sein - farbechte, scharfe Repros lieferte auch schon unsere alte Redaktionskamera, eine Nikon Coolpix 950. Wie hoch die Auflösung sein muss, hängt vom Verwendungszweck der Bilder ab: Für optimale 13x18-Ausdrucke mit 300 dpi reichen drei Megapixel, für DIN-A4-Ausdrucke sollte die Kamera mindestens sechs Millionen Bildpunkte liefern.

Wer sich eine Digitalkamera anschaffen will und schon immer mit dem Abfotografieren von Dias geliebäugelt hat, sollte auf jeden Fall darauf achten, dass die Neue einige Mindestanforderungen erfüllt - und dies am besten schon im Laden intensiv testen, siehe dazu auch [[#lit01 1]]. Die Kamera sollte ein hochwertiges, möglichst starkes Tele- oder Makroobjektiv mit geringer Verzeichnung und Vignettierung (Randabschattung) besitzen. Je schwächer das Teleobjektiv, desto näher muss man an das Dia heran, um es formatfüllend abzulichten - 100 mm Brennweite sollte die Optik also schon haben. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass der Mindestaufnahmeabstand, ab dem die Kamera scharf stellen kann, nicht zu groß ist.

Die Beziehung zwischen Brennweite, Abbildungsmaßstab und Entfernung zum Objekt ergibt sich aus der fundamentalen Linsengleichung. Ein Beispiel: Bei einem Zoomobjektiv mit maximal 140 mm Brennweite - entsprechend 28,8 bei einer digitalen Kompaktkamera mit 1/1,8-Zoll-CCD - dürfen für eine 1:1-Abbildung höchstens 15,9 cm zwischen Dia und Linse beziehungsweise Linsengruppe liegen. Gibt die Kamera jedoch einen Mindestaufnahmeabstand von 20 cm vor, so kann sie das Dia nicht formatfüllend abbilden und verschenkt einen erheblichen Teil der Auflösung.

Falls das eingebaute Objektiv der Kompaktkamera für formatfüllende Aufnahmen nicht ausreicht, sollte sie sich zumindest mit Filtergewinde, Nahlinse und Telekonverter aufrüsten lassen. Unübertroffen in Flexibilität und Qualität sind hier natürlich digitale Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven: Da kann man schon mal eine hochwertige, fast verzeichnungsfreie Festbrennweite aufschrauben.

Apropos formatfüllend: Da die in Kompaktkameras verwendeten CCDs mit 3:4 ein anderes Seitenverhältnis haben als der Kleinbildfilm (2:3), muss man sich entscheiden, ob man schon direkt bei der Aufnahme die seitlichen Ränder kappt oder oben und unten einen schwarzen Rand lässt und nachträglich per Software abschneidet - womit das ursprüngliche Kleinbild-Format erhalten bleibt.

Die Kamera sollte zumindest eine halbautomatische Belichtungseinstellung mit Blendenvorwahl und Belichtungskorrektur erlauben, um Zeit und Blende optimal aufeinander abzustimmen und Fehlbelichtungen notfalls zu korrigieren. Je kleiner die Blendenöffnung, desto größer die Schärfentiefe und desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass das Bild auch wirklich scharf wird. Da eine kleine Blendenöffnung längere Belichtungszeiten erfordert, sollte man ein Stativ sowie den Selbstauslöser verwenden. Bei Spiegelreflexkameras hält man die Belichtungszeit möglichst kürzer als 1/15 Sekunde, um ein Verwackeln durch das Hochklappen des Spiegels zu vermeiden. Die passenden Einstellungen findet man besonders schnell, wenn die Kamera selbstständig Belichtungsreihen durchführen kann.

Gute, farbechte Bilder gelingen nur dann, wenn man nicht hilflos dem automatischen Weißabgleich der Kamera ausgeliefert ist. Die besten Ergebnisse versprechen Geräte, die sich per Referenzbild individuell auf die jeweilige Lichtquelle kalibrieren lassen, was bei sämtlichen der eher zufällig zum Ausprobieren gewählten Kameras der Fall war: einer Canon D30 sowie 10D, einer Nikon 950 und einer Olympus C-4000. Und damit der eingebaute Blitz nicht dazwischenfunkt, sollte er sich abschalten lassen.

Leicht bedienbare, fertige Repro-Lösungen gibt es von der Stange, lassen sich aber auch selbst nachbauen [2]: Sie sehen aus wie ein Objektiv mit aufgesetztem Diabetrachter, enthalten in der Regel eine Makrolinse und lassen sich direkt auf das Filtergewinde der Kamera aufschrauben, sofern vorhanden. Da muss allerdings der Durchmesser stimmen oder zumindest ein geeigneter Adapterring erhältlich sein. Ein weiterer Nachteil: Da sich der Abstand zwischen Dia und Kamera nicht weiter variieren lässt, müssen der Brennweitenbereich des Objektivs und die Architektur des Vorsatzes zusammen passen, sonst erhält man entweder nur Ausschnitte oder schwarze Ränder. Beheben lassen sich solche Probleme nur durch zusätzliche Tele- oder Weitwinkelkonverter.

Beim „Flash Film Scanner“ von Olympus müssen sich zumindest Besitzer von Kameras desselben Herstellers keine Sorgen um die Passgenauigkeit machen. Der Vorsatz wurde ursprünglich für die Camedia-C-1400-Modelle konzipiert, passt jedoch mit Zwischenring auch auf die C-4000. Dummerweise verlängert sich durch den Zwischenring der Abstand zum Dia, sodass ohne zustätzlichen Telekonverter keine formatfüllenden Aufnahmen möglich sind: Die schwarzen Ränder muss man nachträglich in einer Bildbearbeitungssoftware entfernen, womit gleichzeitig knapp 40 Prozent der eigentlich viel versprechenden Auflösung von vier Megapixeln weggeschnitten werden. Die verbleibenden 1220 x 1836 Pixel reichten noch für 10 x 15-Abzüge.

Eine ähnliche, Hersteller-unabhängige Lösung namens „Digital Duplicator“ gibt es von Soligor und B.I.G (Vertrieb: Foto Brenner). Sie eignet sich aufgrund ihres Gewindedurchmessers von 52 mm vor allem für Spiegelreflexkameras mit ihren etwas wuchtigeren Objektiven, lässt sich per Adapterring aber auch vor kleinere Optiken schrauben. Im Unterschied zum Olympus-Pendant lässt sich die eingebaute Makrolinse mit +10 Dioptrien auch vom Kopiervorsatz trennen und separat verwenden.

Bei beiden Vorsätzen störte uns, dass sich die Bilder dank 2-fach-Diaschieber zwar bequem austauschen, aber nicht in einer vorgegebenen Position arretieren ließen. Wenn das Tele zu schwach ist, um das Dia formatfüllend abzubilden, lassen sich die überschüssigen Ränder daher nicht komfortabel mittels Makro und Stapelverarbeitung entfernen (dazu später mehr).

Flexibleres Arbeiten erlaubt das Novoflex-Modell - eine Kombination aus Makroschlitten und Diahalterung: Damit lässt sich die Entfernung zwischen Dia und Kamera besonders fein justieren, zudem ist man nicht auf eine bestimmte Brennweite festgelegt. Die Klemmhalterung fixiert das Dia zwar bombenfest, dafür gelingt das Wechseln nicht so leicht; die mit dem Makroschlitten verbundene Schiene besitzt etwas zu viel Spiel. Empfehlenswert ist das ebenso edle wie teure Stück von Novoflex vor allem für Nutzer, die gelegentlich einzelne Dias reproduziern und sich im übrigen schon immer mal einen Makroschlitten zulegen wollten.

Im Prinzip kann man mit den oben beschriebenen Vorsätzen einfach in jede beliebige vorhandene Lichtquelle hineinfotografieren - der Diffusor sorgt für eine gleichmäßige Ausleuchtung. Hier spielt die Digitalkamera ihre Stärken aus: Während Analogfotografen noch teure, auf eine bestimmte Farbtemperatur spezialisierte Reprofilme einlegen mussten, trimmt der Digitalfotograf einfach den Weißabgleich der Kamera auf das vorhandene Licht und korrigiert eventuelle Farbstiche anschließend per Makro in der Bildbearbeitung.

Wer wenig Zeit hat, fotografiert einfach aus dem Fenster oder gegen eine Schreibtischlampe. Wer großen Wert auf gleich bleibende Aufnahmebedingungen legt, beleuchtet das Dia mit „künstlichem“ Tageslicht, das eine Farbtemperatur von 5000 Kelvin besitzt. Solches Normlicht strahlen die meisten Leuchtpulte und -platten aus.

Zur Grundausstattung ambitionierter Analogfotografen gehört ein solides Stativ, die meisten Dialiebhaber dürften noch irgendwo einen Leuchttisch herumliegen haben. Das reicht eigentlich schon für farbechte Repros, lässt sich mit fast jeder vernünftigen Digitalkamera realisieren und kostet nur wenige Cent extra - für Pappe, Stoff und Tesafilm. Selbst in einem Schnelltest unter nicht ganz perfekten Bedingungen (ohne Ausschluss von Streulicht) erzielten wir bessere Ergebnisse als mit einem Durchlicht-Scanner.

Insgesamt dauert es mit dem Stativ eine Weile, den richtigen Abstand zu finden und die Kamera exakt parallel zur Leuchtplatte auszurichten. Wer keine Spezialwasserwaage hat, bedient sich eines Dias mit - selbst gezogenen - Maßlinien oder eines einfachen Spiegels: Diesen legt man auf den Leuchttisch und bringt die Kamera so lange in Position, bis das Objektiv im Sucherbild mit den Rändern des gespiegelten Objektivs abschließt. Beim Positionieren der Vorlage hilft darüber hinaus eine Schablone aus schwarzer starker Pappe, die so groß sein sollte, dass sie die Leuchtplatte komplett abdeckt und das davon ausgehende starke Streulicht eliminiert. Weiteres Streulicht aus der Umgebung hält man mit einem Überwurf aus schwarzem Stoff fern.

Mehr Komfort beim Justieren der Kamera bieten Reproständer, die in vernünftiger Qualität allerdings erst ab etwa 180 Euro zu haben sind. Schraubt man zusätzlich noch einen Makroschlitten auf, kann man die Kamera sogar noch horizontal bewegen. Wem das zu teuer ist, dem sei ein Blick in diverse Online-Auktionen oder der Besuch von Fotobörsen empfohlen - hier lassen sich gebrauchte Repro-Utensilien günstig ersteigern.

Ein mit 30 Euro auf den ersten Blick verlockendes Angebot von Foto Brenner speziell für digitale Kompaktkameras entpuppte sich als schlecht verarbeiteter Ministand, dessen Säule selbst bei verhältnismäßig leichten Geräten geringfügig nach vorne kippte und damit schon leicht verzerrte Kopien lieferte.

Im Laufe eines Fotografenlebens häufen sich nicht selten mehrere tausend Dias an. Die alle selbst zu scannen oder mit den oben beschriebenen Methoden abzufotografieren kostet eine Menge Urlaub, Abende oder Wochenenden, der Auftrag beim Scan-Service ein halbes Vermögen.

Dabei braucht man nur einen alten Diaprojektor, ein Stativ, ein paar Folien sowie eine vernünftige Bildbearbeitung. Wer jeglichen Aufwand scheut, projiziert das Dia auf eine Leinwand und fotografiert diese einfach ab - allerdings mit herben Qualitätsverlusten. Gute Ergebnisse brachte hingegen unser Versuch mit einem leicht modifizierten Projektor: Einfach das Objektiv herausschrauben und durch die Öffnung das von der Projektionslampe angestrahlte Dia direkt ablichten. Zuvor sind jedoch kleinere Umbaumaßnahmen nötig, will man mit der starken Projektionslampe den CCD der Kamera nicht dauerhaft schädigen.

Zunächst tauschten wir also den 150-Watt-Scheinwerfer gegen ein moderates 20-Watt-Standardbirnchen aus. Um das Licht noch weiter abzuschwächen und vor allem gleichmäßig über das Dia zu verteilen, verwendeten wir ein dickes Diffusorpapier. Alternativ geht auch Transparentpapier, eine Milchglasscheibe oder der Diffusor eines alten Diabetrachters. Sollte das Licht immer noch zu stark sein, bringt man zusätzlich eine oder mehrere Graufilterfolien zwischen Lampe und Dia an, bis in etwa die Helligkeit eines Leuchtpults erreicht ist - Vorsicht, dabei niemals direkt in die Lampe blicken und die Hitzeentwicklung berücksichtigen! Wir haben den Diffusor direkt auf die herausziehbare Dia-Halterung geklebt, denkbar sind auch andere Positionen zwischen Lampe und Dia.

Die an unserem zufällig ausgewählten Projektor Marke ennaLux vorgenommenen Umbauten sind hundertprozentig nicht-destruktiv, er lässt sich also bei Bedarf auch wieder seinem ursprünglichen Zweck zuführen. Ein Kurzbesuch beim örtlichen Fotohändler bestätigte, dass wohl fast alle Diaprojektoren so aufgebaut sind wie unser Fundstück vom Dachboden. Bevor man aber loszieht, um Diffusorfolien, Graufilter und ähnliches Material zu besorgen, sollte man prüfen, ob die Maße der Digitalkamera mit denen des Diaprojektors harmonieren. Sprich: Da das Magazin nach zirka einem halben Durchlauf hinten wieder herauskommt, sollte die Digikam nicht in den Weg des Magazins hineinragen. Bei unserer Nikon Coolpix 950 drückte sich selbiges haarscharf an der Kamera vorbei, die Olympus C-4000 ließ mit einem Zentimeter vergleichsweise viel Luft - bestens geeignet sind Kameras, deren Objektiv am linken Rand des Gehäuses angebracht ist. Zur Not muss man die Kamera kopfüber montieren.

Dann einfach Magazin einlegen, Digitalkamera vorbereiten und Projektor- und Kamera-Auslöser abwechselnd drücken. Besonders schnell geht das mit Fernauslöser, etwas langsamer mit dem Selbstauslöser. Einziger Haken: Man muss jedes Magazin zweimal durchlaufen lassen, um auch die Hochkantmotive formatfüllend abzulichten.

Die anfangs sehr schlechte, ungleichmäßige Ausleuchtung der digitalen Repros verbesserte sich erheblich, nachdem wir die direkt vor der Birne angebrachte Kondensorlinse ausgebaut hatten: Diese bündelt das Licht für die Projektion, wodurch die abgelichteten Dias zu den Rändern hin extrem dunkel werden. Nach Ausbau der Linse bleibt eine moderate Vignettierung von maximal 15 Prozent zurück, die man per Bildbearbeitungssoftware noch weiter abschwächen kann.

Man muss sich ohnehin ein kleines Bildbearbeitungsmakro basteln, das sämtliche Bilder dreht und spiegelt sowie eventuell beschneidet oder leichte Farbstiche herausrechnet. Letzteres funktioniert besonders gut mit Hilfe von maßgeschneiderten Gradationskurven für den Rot-, Grün-, Blau- und Kompositkanal. Mit etwas Fingerspitzengefühl und mehreren Testbildern zum Feinjustieren dauert das Erstellen der Korrekturkurve nur wenige Minuten.

Die Abschattungen an den Rändern gleicht man am besten aus, indem man ein Foto von der beleuchteten Diffusorfolie schießt - wie bei der Weißpunkt-Kalibrierung. Dieses wird per Bildbearbeitung in einen Graustufenverlauf (Sättigungsregler auf null) umgesetzt, invertiert und anschließend weichgezeichnet (Gaußscher Weichzeichner mit Radius etwa 20 Pixel).

Die so erzeugte Verlaufsmaske legt man als neue Ebene mit Einkopiermodus „Ineinanderkopieren“ über jedes fotografierte Dia, wodurch die Vignette künstlich abgeschwächt wird. Diese Schritte kann man ebenfalls in das Korrekturmakro einbauen und damit automatisch ablaufen lassen.

Auch wenn die Weißpunkt-Kalibrierung auf das Licht des Diaprojektors nicht so gut funktionierte wie bei den Normlicht-Leuchtplatten, erzielten wir doch gute Ergebnisse bei äußerst geringem Zeitaufwand - ideal, um sich ein umfangreiches Digital-Archiv für den Hausgebrauch zuzulegen: Website-Gestaltung, Foto-CDs, Foto-Alben für die Familie oder andere Ausdrucke in größeren Formaten wie 13 x 18 oder sogar 20 x 30 sind damit problemlos und in zufrieden stellender Qualität möglich. Echte Perlen aus dem Archiv oder komplizierte Motive, die den Dynamikumfang eines Dias voll ausreizen, kann man ja immer noch zum Scan-Service schicken.

Gute Digitalabzüge vom Dia kann man mit etwas Geschick und einer guten Kamera recht schnell und problemlos selbst herstellen, sobald man sich einmal ein funktionierendes System eingerichtet hat. Farbwiedergabe und Schärfe sind dabei überwiegend gut, die Auflösung reicht je nach Kamera für 13x18- oder gar DIN-A4-Ausdrucke. Und vor allem: Abfotografieren geht wesentlich schneller als scannen, selbst wenn man einen 2000-Euro-Spitzenscanner sein Eigen nennt.

Störend sind die leichten, Objektiv-bedingten Verzeichnungen und eventuell Staub und Fussel. Darüber hinaus konnten zumindest die von uns benutzten Kameras den Dynamikumfang des Dias nicht voll abbilden, wodurch bei kontrastreichen Motiven feine Details in den hellen und dunklen Partien verloren gehen. Hier spielen hochwertige Diascanner ihre Stärken aus: Automatische Staub- und Kratzerentfernung, 48-Bit-Modus, keine sichtbaren Verzeichnungen.

Wer Poster ausdrucken oder Fotowettbewerbe gewinnen will, greift also besser zum Diascanner oder schickt Einzelbilder an einen Scan-Service. Wer hingegen auf die Schnelle ein paar Fotos für seine Homepage oder selbst gedruckte Fotoalben braucht oder größere Mengen schnell archivieren möchte, erzielt auch mit den hier vorgestellten Alternativen brauchbare Ergebnisse. (atr)

[1] Klaus Peeck, Pixelkönige, Sieben Digitalkameras mit 4 und 5 Megapixeln, c't 1/03, S. 94

[2] Duplikator-Vorsatz im Eigenbau: www.gelbfilter.de/049/gf-dia.html

[3] Scan-Services: ASA; Dia-auf-CD.de; Foto Digital Service; Foto Krüger; Patrick Wagner, www.filmscanner.info

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Produktübersicht
Produkt Hersteller Bezugsquelle Voraussetzungen Preis
Dia-Duplikatoren
Flash Film Scanner Olympus, www.olympus.de dnet24.de1 Camedia C-4000, C-1400 o. ä.
168 EUR
Diakopiervorsatz ES-E 28
(nicht getestet)
Nikon, www.nikon.de Foto Koch2, dnet24.de Coolpix 950, 990, 880, 995, 5000
(nur über UR-E6-Adapter)
99 EUR
Digital Duplicator B.I.G. Foto Brenner Filtergewinde 52 mm, Adapter lieferbar,
inklusive Nahlinse, 80-110 mm
99 EUR
Diaduplikator für Digitalkameras
(nicht getestet)
Soligor, www.soligor.de Foto Koch2 oder Hersteller Filtergewinde 52 mm, Adapter lieferbar,
Brennweite bis 110 mm entspr. KB / u. a.
Canon-, Nikon-, Olympus- u.
Sony-Kameras, ausführliche Liste
siehe Hersteller
99 EUR
Diakopiervorsatz Castel-Cop +
Einstellschlitten Castel-L
Novoflex, www.novoflex.de Hersteller, Foto Brenner3 Kamera mit starkem Tele- oder
Makroobjektiv
ca. 350 EUR
Repro-Ständer (ersatzweise: vorhandenes Stativ)
Digital Repro Stand 305 unbekannt Foto Brenner3
30 EUR
Kaiser RS 2 XA Kaiser,
www.kaiser-fototechnik.de
Foto Brenner3, Foto Koch2
ca. 170 EUR
günstige Alternativen:
Online-Auktionen oder Fotobörsen
kleine, flache Leuchtplatten (5000 Kelvin)
LP-100, 125 x 100 mm, auch größere Dörr Foto Brenner3
49,95 EUR
Kaiser Slimlite, 125 x 100 mm, auch größere Kaiser,
www.kaiser-fototechnik.de
Foto Koch2
59 EUR
Reflecta L 230, 178 x 127 mm, auch größere Reflecta, www.reflecta.de Foto Koch2
69 EUR
1www.dnet24.de, 0 34 75/92 79 15 2www.fotokoch.org, 02 11/17 88 00 3www.fotobrenner.de, 09 61/6 70 60 50

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Die bequemste Art, Zelluloids zu byten, ist ein Scan-Service. Wir haben stichprobenhaft einen der günstigeren Anbieter ausgewählt, der Scans in bis zu 4000 dpi Auflösung verspricht. Die Bilder-CDs trafen knapp eine Woche später ein, die Qualität der mit dem Nikon-Scanner LS 4000 in 2700 dpi digitalisierten Bilder überzeugte weitgehend - stimmige Farben, kein Staub, keine Fusseln. Lediglich dunkle Partien soffen ganz leicht ab. Dennoch: Unsere Abfotografierten konnten da nicht mithalten.

Die Nutzung eines Scan-Service ist vor allem dann zu empfehlen, wenn man ausgewählte Exemplare des Dia-Archivs in hoch auflösende Pixelbilder bannen will. Unsere 30 Dias in 2700 dpi beispielsweise kosteten 18,50 Euro, 1000 Dias sind also für weniger als 600 Euro digitalisiert - einen High-End-Diascanner bekommt man dafür noch lange nicht.

Die Preise unterscheiden sich vor allem bei hoch aufgelösten 4000-dpi-Scans erheblich - pro Dia zahlt man je nach Anbieter [3] zwischen 0,40 (Patrick Wagner) und 1,78 Euro (Foto Digital Service). Dazu kommen in der Regel Versand- und CD-Kosten sowie Mindermengenaufschläge.

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