Die Ausrüstung des Mars Science Laboratory (MSL)

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Der Mars-Rover Curiosity, der am 6. August auf dem Roten Planten landen soll, trägt ein umfangreiches Arsenal an Mess- und Analysegeräten.

Das MSL hat einen 2,1 Meter hohen Mast. Zwei darauf angebrachte 2-Megapixel-Farbkameras können unterschiedliche Bilder oder gemeinsam 3D-Aufnahmen liefern. Dazu kommt noch ein Laser. Er kann Gestein in bis zu sieben Metern Entfernung so stark erhitzen, dass sich Plasma bildet. Mittels eines Teleskops kann das dabei entstehende Lichtspektrum analysiert und daraus auf die Zusammensetzung des Gesteins geschlossen werden.

Curiositys Roboter-Arm kann nicht nur Proben einsammeln und dem MSL zuführen, sondern beherbergt auch selbst Geräte, zum Beispiel das Alpha Partikel Röntgen-Spektrometer der Canadian Space Agency. Es kann chemische Elemente im Boden und in Steinen aufspüren. Auch die MAHLI genannte Farbkamera sitzt auf dem Arm. Dieser Fotoapparat kann so stark zoomen, dass ein Pixel nur noch 14 Mikrometern entspricht.

Mit dem CheMin-Instrument kann erstmals auf dem Mars Röntgenstrahlen-Beugung zu chemischen und mineralogischen Analysten von zerstäubten Proben eingesetzt werden. SAM wiederum sucht in Gasen nach kohlenstoffhaltigen Verbindungen, wie sie für Leben auf der Erde charakteristisch sind. SAM verfügt unter anderem über ein Massenspektrometer, ein steuerbares Laser-Spektrometer und einen Gaschromatographen.

Daten über das Wetter samt ultravioletter Strahlung werden mit der von Spanien gestellten Rover Environmental Monitoring Station (REMS) gesammelt. (Als Wettersatellit dient übrigens der vielfältige Mars Reconnaissance Orbiter,) Der Radiation Assessment Detector (RAD) hat bereits auf dem Flug von der Erde zum Mars ionisierte Strahlung gemessen und wird das weiter tun. Diese Geräte hat die Christian-Albrechts-Universität in Kiel mitentwickelt; das Geld dafür kam vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie von der NASA.

Von der russischen Raumfahrtbehörde kommt ein DAN genanntes Gerät, das Neutronen in den Boden schießt. Damit sollen Wasserstoffatome in bis zu 50 Zentimetern Tiefe gefunden werden können.

Der Mars Descent Imager (MARDI) hat seinen großen Auftritt schon während des Landevorgangs: Diese 1,9-Megapixel-Kamera wird nach dem Absprengen des Hitzeschilds vier Bilder pro Sekunden schießen. Die Fotos werden auf einem 8-GByte-Speicherchip zwischengelagert und nach und nach zu Erde gefunkt. Später könnte MARDI den Boden unter Curiosity aufnehmen, was vielleicht zum Verfolgen der Bewegungen genutzt werden wird. Für die Navigation und Hinderniserkennung hat Curiosity aber schon jeweils ein Kamerapaar vorne und hinten. Auf dem Hitzeschild selbst ist die MSL. Wie viel Begeisterung diese Instrumente-Armada bei Experten auslöst, kann der geneigte Leser im Blog des Astrogeologen Ryan B. Anderson nachlesen.

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