Leichte Wälzer

E-Book-Reader mit elektronischem Papier

Nach Amazon und Sony haben auch iRiver und Thalia neue Lesegeräte im Angebot. Das eine hat ein hochauflösendes Display, das andere einen Touchscreen.

Der iRiver Story HD Wifi und der Thalia Oyo II verstehen wie der Sony Reader die in Deutschland bei Verlagen populären Formate PDF und Epub mit und ohne Adobe-Kopierschutz und laden sie über drei Wege: per SD-Karte, per USB vom PC oder per WLAN-Zugriff aus E-Book-Shops. Der Oyo II greift auf den Shop von Thalia zu, der Story HD Wifi auf den vom Buchhändler Koch, Neff & Volckmar (KNV). Der Story HD öffnet außerdem Office-Dokumente.

Als Displaytechnik nutzen beide Geräte elektronisches Papier ohne aktive Beleuchtung, die ein ähnliches Lesen wie auf gedrucktem Papier ermöglicht und für längere Laufzeiten als bei einem LCD sorgt. Das E-Ink-Display des Story HD löst mit 1024 × 768 Pixel auf 6 Zoll höher als alle andere E-Ink-Reader auf. Das lässt das Schriftbild knackscharf erscheinen. Der Kontrast fällt etwas schwächer aus als beim neuesten Amazon Kindle, reicht zum angenehmen Lesen aber völlig aus. Thalia wählt den E-Ink-Konkurrenten Sipix. Das 6-Zoll-Display mit 800 × 600 Bildpunkten spiegelt stärker und wirkt etwas kontrastärmer als das des Story.

iRiver Story HD Wifi

Der Story HD erinnert mit weißem Plastikgehäuse und Tastatur an die älteren Kindle-Modelle. Durch Menüs navigiert man mit der länglichen Wipptaste, die auch die Seiten blättert – gewöhnungsbedürftig. Blättertasten an den Bildschirmseiten hat er nicht. Die Buchstabentasten sind sehr klein, erfordern festeres Drücken und sind winzig beschriftet. Das Eintippen von Zahlen, Satzzeichen und Symbolen ist umständlich.

Weil eine Volltextsuche oder eine Notizenfunktion fehlt, benötigt man die Tastatur nur für die Suche im Wörterbuch oder im E-Book-Shop von KNV. Der ist im Prinzip nicht mehr als ein Webfrontend des Anbieters, das überhaupt nicht für die Bedienung auf dem Story optimiert ist: Mühsam navigiert man per Wipptaste durch die Bücherlisten und erkennt nur schwer, was man gerade auswählt. Die Suche nach Titeln und Autoren ist bisweilen unerträglich lahm und kommt nur mit exakten Suchbegriffen zurecht. KNV verspricht zwar über 150.000 E-Books, uns standen aber im Testzeitraum nur knapp 10.000 Werke zur Auswahl, fast ausschließlich deutschsprachige; viele Bestseller, die es bei der Konkurrenz wie Thalia oder Libri.de gibt, fanden wir dort nicht.

Beim Lesen macht der Story eine gute Figur: Das Schriftbild ist extrem scharf, Blättern dauert knapp unter einer Sekunde und PDFs umbricht der Reader optional neu. Der Reader beherrscht Silbentrennung, macht aber bisweilen dabei Fehler. Mager fallen die Optionen im Buch aus: Ein paar Schriftgrößen kann man auswählen und Lesezeichen setzen, mehr geht nicht.

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