Überfordert
Dieses Jahr wollte ich alles richtig machen und, mit den richtigen Tarifoptionen ausgestattet, im Urlaub die Kosten für meine iPhone-Verbindungen im Zaum halten. Die Urlaubspostkarte hat bei mir schon lange ausgedient, als moderner Mensch lasse ich die Daheimgebliebenen durch bebilderte E-Mails, MMS oder Überraschungsanrufe an meiner Urlaubssonne teilhaben. Über Sehenswürdigkeiten informiere ich mich gerne vor Ort im Internet, das Tagesgeschehen daheim verraten mir meine Lieblings-Newssites. Ausgerechnet im Urlaub verzichte ich doch nicht auf lieb gewonnene Gewohnheiten. Letztes Jahr ging das aber gewaltig ins Geld.
Ich als T-Mobile-Kunde fühle mich jedoch überfordert. Ah, will ich die Option "Smart Traveller" (das trifft immerhin auf mich zu) oder doch lieber "T-Mobile weltweit"? Gehört die Schweiz überhaupt zur Ländergruppe 1? Oder doch nicht, weil ich Optionen gefunden habe, für die die Schweiz nur ausnahmsweise zur Ländergruppe 1 gehört. Will ich Inklusiv-Minuten nutzen? Aber klar doch - äh, ne, doch besser nicht, da zahl ich für jeden Anruf statt Minutenpreis eben mal pauschal 75 Cent. Und wie ist das mit dem Surfen? Als Smart Traveller lass ich das lieber: Bei 17 Cent pro 50 KByte wird ein E-Mail-Check zum finanziellen Fiasko. Und wie sieht es bei T-Mobile weltweit aus? Keine Ahnung, da hab ich keine Infos bei T-Mobile finden können. Und selbst wenn, ich wäre zu geschafft gewesen, um sie zu verstehen. Quasi urlaubsreif.
Eine Prepaid-Karte vor Ort kaufen und die nutzen? Tja, brillante Idee, leider schluckt das iPhone nur SIM-Karten vom rosa Riesen. Und es wäre auch nur eine halbe Lösung, denn keiner würde die neue Nummer kennen und niemand sie anrufen - zu teuer, es ist ja eine Auslandsnummer.
Die tolle Kostenobergrenze der EU ist für die Schweiz leider nicht verpflichtend, die Eidgenossen gehören ja nicht dazu. Wird man dennoch informiert? Wer weiß? Aber selbst wenn, würde ich nach Erreichen der von Brüssel verordneten Höchstgrenze weiter surfen wollen, könnte ich dies T-Mobile nur über eine kostenpflichtige Nummer mitteilen. Was das kostet, hab ich ebenfalls nicht herausfinden können. Etwas Gutes habe ich dennoch entdeckt: Im Ausland verschicke ich SMS mit T-Mobile billiger als innerhalb Deutschlands. Das verstehe, wer will.
Der Tarifdschungel von T-Mobile ist so was von undurchsichtig, das bedeutet für mich nur eines: Die Bonner wollen verschleiern, wie sie ihre Kunden abzocken. Aber nicht mit mir. Ich werde dieses Jahr das iPhone nur für Notfälle mitnehmen. Verdienen wird nur die Schweizer Post, nämlich an den Briefmarken, die ich auf kitschige Postkarten kleben werde.
(adb)
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