Günstig serviert
Krass, ein HighPad für 129,90 Euro. Statt 299,90. Das wird das Schnäppchen Deines Lebens, Du Glückspilz. Greif zu, jubelt der Kaufreflex.
Die Vernunft, zögerlich: Moment ... erst mal tief durchatmen. Irgendwo muss da ein Haken sein. Weißt Du nicht mehr, wie Jonas über die Displays gejammert hat? Und wie die Dinger ruckeln?
Lies mal genau: ultraschneller Rockchip Dual Core Mehrkernprozessor mit 1,7 GHz. Die neue Dimension der Leistung. Und hier: gleiche Displaytechnologie wie beim iPad. Dank IPS können Sie sogar schräg auf das Display schauen. Und hier: microSD, Mini-HDMI, FullHD, DDR3-RAM, UMTS-USB ... Mehr fürs Geld geht doch gar nicht!
Ok, ok. Ist ja schon gut. Die technischen Daten klingen super. Aber Anne sagte gestern, das iPad Mini sei ziemlich schick. Da kannst Du nicht mit so einer Plastikflunder nach Hause kommen.
Keine Sorge, hier steht: hochwertiges Alu-Slim-Design. Aluminium-Unibody, gefräst aus einem Stück. So was darfst Du Dir nicht entgehen lassen!
Ok, Du hast gewonnen. Gekauft.
24 Stunden später ...
Na toll. Drei Stunden Akkulaufzeit statt der versprochenen sechs. Aber in drei Stunden sechs Abstürze. Du hast 130 Euro für ein - fraglos sehr schickes - Serviertablett ausgegeben.
Ach was, das Geld ist nicht verschwendet. Für unterwegs ist die Laufzeit vielleicht nicht ganz optimal. Aber Du liegst sowieso nur auf dem Sofa und zockst Angry Birds. Bist Du zu faul, das Netzteil einzustöpseln? Zu ungeduldig, eine App neu zu starten?
Jonas hat Dich ausgelacht. Er meinte, Du hättest direkt bei Google kaufen sollen. Für Nexus-Geräte gebe es wenigstens Updates.
Papperlapapp, Updates. Das Tablet kann alles, was Dir wichtig ist. Sonst hättest Du es schließlich nicht gekauft. Und weißt Du nicht, was mit dem iPad 1 vom Update-Weltmeister Apple passiert ist? Mit iOS 5 praktisch unbenutzbar. Also sei froh. Überleg lieber mal, was Du mit dem Teil alles machen kannst: Es ersetzt MP3-Player, Fernbedienung und Navi.
Ja, zumindest im Prinzip. Wenn da nicht diese lästigen Störgeräusche wären, wenn der Akku vier Mal so lange halten würde und wenn es GPS hätte ...
Ach komm. Immerhin denkt die neidische Nachbarin, Du hättest 500 Euro dafür ausgegeben. Und Anne hat ganz stolz ihren Freundinnen erzählt, sie hätte jetzt auch so ein iPad-Dings zu Hause. Zum Angeben reicht’s also. Zum Angry-Birds-Zocken auch. Mehr wolltest Du doch gar nicht!
Stimmt eigentlich.
(cwo)



