Sieben neue so genannte Top Level Domains in Ergänzung beispielsweise zu .com sollen ab dem nächsten Jahr zur Verfügung stehen. Ob der Namensraum nicht nur größer, sondern auch besser wird, und die Beteiligten sich auf einen Rückgang der juristischen Auseinandersetzungen um die Namen im Internet freuen dürfen, ist damit noch lange nicht geklärt.
Was erwartete die Glücklichen, die von der für IP-Adressen und Namen im Internet zuständigen ICANN einen Zuschlag für den Betrieb einer neuen Top Level Domain (TLD) bekommen haben, bei ihrer Rückkehr von der ICANN-Jahrestagung? Richtig, stapelweise Registrierwünsche aufgeregter Kunden. Aber ganz so schnell geht es nicht.
Bevor die neuen TLDs .biz, .info, .pro, .name, .aero, .museum, .coop kommen, müssen die neuen Registry-Provider ([#kasten siehe Kasten ‘Neue Adressbereiche im Internet’]) einen Vertrag mit ICANN aushandeln. Außerdem brauchen sie die Zustimmung des US-Handelsministeriums, das seine Hand noch immer über die zentralen DNS-Server (A-Root-Server) hält. Und schließlich hat sich auch noch der ICANN-Regierungsbeirat mit einigen Forderungen zu Wort gemeldet.
Erst am Freitag vor der Sitzung hatte das ICANN-Büro seinen Empfehlungsbericht über die neuen Domain-Namen veröffentlicht. ‘Die gesamte Kommunikation mit dem Büro hat sich auf drei E-Mails beschränkt’, kritisierte allerdings dot.TV-Vizepräsident James Ross. Angesichts der fehlerhaften Beurteilungen im Bericht hätte er gerne mehr Zeit gehabt, darauf zu reagieren. ‘In dem Bericht des Büros sind einige Fehler drin,’ sagte ein Bewerber, ‘am besten sieht man es bei den eigenen Schwächen, die die übersehen haben.’
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Die Root-Server A bis M sind die zentralen Instanzen des DNS; der A-Root-Server steht immer noch unter der Oberaufsicht des US-amerikanischen Handelsministeriums. |
Ganz offensichtlich hatte man sich innerhalb der ICANN-Führungsspitze darauf verständigt, das Verfahren auf jeden Fall durchzuziehen. ICANNs Anwälte hätten auf einer zügigen Abwicklung bestanden, sagte nach der Entscheidung Siemens-Manager Helmut Schink. Schink, der seit dem 1. Oktober für die ITU im ICANN-Vorstand sitzt, bedauerte auch das übers Knie gebrochene Vorstellungsprozedere für die Bewerber. ‘Man hätte sich mehr Zeit nehmen sollen.’
Unerbittlich lief in der traditionellen öffentlichen Sitzung die auf die Saalleinwand projizierte Uhr. Gerade einmal drei Minuten bekamen die Bewerber für neue TLDs, von denen allerdings gar nicht alle antraten. Nicht erschienen waren beispielsweise die Bewerber aus China, die allerdings auch kaum wissen konnten, dass eine Präsentation der einzelnen Vorschläge anstand: Das hatten die Bewerber erst zwei Tage vorher erfahren.
Diejenigen, die in dem Empfehlungsbericht des Büros gut weggekommen waren, bemühten sich, ihre Stärken hervorzuheben. CORE-Sekretär Werner Staub, der den nichtkommerziellen .nom-Vorschlag des Council of Registrars (CORE) vorstellte, kam kaum durch die Hälfte seines Konzeptes. Für detaillierte Darstellungen der Registry-Policy blieb keine Zeit. Marketing-Experten und Schnellsprecher, die drei Stärken des Vorschlags hervorhoben, meisterten die Situation am besten.
Kritik am Verfahren wollte man nicht gerne hören. ‘Sie haben Ihre Zeit verschenkt’, erledigte Dyson den einzigen Bewerber, der aufbegehrte. ‘Wie kann man,’ fragte der Vertreter von dot.TV, ‘einen 100-Seiten-Vorschlag in drei Minuten erklären?’ dot.TV hatte sich nach dem vernichtenden Urteil im Vorabbericht wohl keine großen Chancen mehr ausgerechnet. Dass viele den Ansichten von dot.TV zuneigten, zeigte allerdings der Applaus des Publikums.
Bewertet wurden in den Empfehlungen des vom Büro gemeinsam mit einem US-Expertenteam vorbereiteten Berichts neben den technischen Fähigkeiten (stabile Registry, schnelle Abwicklung der Registrierungen und Verfügbarkeit) die Erfolgsaussichten des Geschäftsmodells. Durchaus beeindrucken ließen sich die Direktoren auch von der Investitionssumme. So kreideten sie etwa CORE ein fehlendes Budget für die Vermarktung als Manko an.
Prinzipiell favorisierten die Direktoren ein offenes Registrar-Registry-Modell, zu Ausnahmen war man allenfalls bei den so genannten chartered gTLDs bereit, die auf bestimmte Anbietergruppen beschränkt sind. Dem Dauer-Rebell Chris Ambler von Image Online Design warfen sie daher vor, sein Geschäftsmodell gleiche zumindest für die Startphase dem alten NSI-Monopol-Modell. Ambler, der seit 1996 eine alternative Root-Zone betreibt, wollte zunächst als einziger Registrar für sein offenes ‘.web’ fungieren. Demgegenüber hatte sich Exmonopolist Verisign-NSI geschickt als Mitglied eines Registry-Registrar-Konsortiums eingereiht, das allen Registraren offen steht und Gewinne der Registry zu 25 Prozent an alle Registrare, nicht nur die Afilias-Mitglieder, ausschüttet. ‘Beeindruckend’ fand dies sogar Ambler-Fan Vint Cerf. Afilias machte am Ende das Rennen, ohne Cerfs Intervention wäre ihm ‘.web’ sicher gewesen.
Kluge Bewerber hatten sich auch mit Haut und Haaren dem Kampf gegen Cybersquatter verschrieben. Die Zusage, sich den von ICANN eingeführten oder vergleichbaren Schlichterverfahren bei Namenstreitigkeiten zu unterwerfen, war zweifellos ein Pluspunkt. Afilias etwa sieht eine 60-tägige Frist vor, in der Markenrechtsinhaber ihre Domains unter .info für sich reklamieren können.
Auf den Schutz von Marken- und Urheberrechten hatten eine ganze Reihe der sieben Gremien der ICANN-Namensorganisation (DNSO) gepocht, vor allem aber die Vertreter der Intellectual-Property-Gruppe und die Vertreter der Business-Gruppe. Für Vorsicht bei der Einführung der TLDs und für die Einführung möglichst weniger hatten sich die ISPs ausgesprochen, sie seien, so trug Hirofumi Hotta vor, immerhin dafür verantwortlich, dass die Kunden nicht verwirrt würden.
Auch das Komitee der ICANN, in dem Regierungsvertreter sitzen, ließ wissen, dass man durchaus ein Mitspracherecht nicht nur bei den ccTLDs, sondern auch bei den gTLDs beansprucht. Mehr als zwei Sitzungstage hatte dieses Governmental Adivsory Committee (GAC) in geschlossenen Sitzungen über seiner Stellungnahme zu den neuen Top Level Domains gebrütet. Einer direkten Zustimmung von Regierungen bedarf es laut dem GAC-Dokument, wenn TLDs an internationale Organisationen vergeben würden. Die notwendigen Verträge zwischen ICANN und dem Registry-Betreiber müssten dann die Mitgliedsstaaten absegnen. Aber auch direkte Verhandlungen mit neuen Registry-Betreibern sind offensichtlich nicht ausgeschlossen.
Ganz allgemein empfahlen die Regierungen in ihrem auf der Basis eines EU-Vorschlags ausgearbeiteten Papier der ICANN, Bewerber mit öffentlich zugänglicher Whois-Datenbank zu bevorzugen, wem eine Domain gehört. Vorschläge, die eine Art UDRP-Verfahren und eine transparente Politik für die Zulassung von Registrierungen anböten, seien vorzuziehen. Außerdem mahnten sie schon einmal an, neue von der WIPO erarbeitete Empfehlungen gegen die missbräuchliche Verwendung von Personen und geografischen Namen zu verwenden.
In der ICANN-Vorstandssitzung, auf der die Entscheidung über die neuen TLDs getroffen wurde, ging es am Ende dann ziemlich schnell. In einer Sekunde etwa wurde die Bewerbung für eine geografische TLD .geo aus dem ‘Einkaufskorb’ geworfen, den die Direktoren vorher mit den ‘stärksten’ Vorschlägen der verschiedenen Kategorien gefüllt hatten. Welche Vorabsprachen generell mit den Anwälten stattgefunden hatten, bleibt ein Gegenstand für Spekulationen und Verschwörungstheorien. ‘Der Entscheidungsprozess bleibt für uns letztlich eine Black Box’, sagte Beobachter Wilkinson.
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Die Root-Server des DNS sind praktisch über die ganze Welt verteilt - die Mehrheit von ihnen steht allerdings in den USA. |
Keine Chance gab es für die Telefon-TLDs, gleich, ob diese einfach Telefonnummern als Website-Adressen oder mit der Webadresse verknüpfte Voice-over-IP-Angebote machen wollten. Mit der ITU, die vorab in einem Brief protestiert hatte, wollte man sich nicht anlegen. Auch vor der Vergabe von ‘.kids’ oder ‘.xxx’ schreckten die Direktoren zurück. Weder die Durchführbarkeit noch die Rechtmäßigkeit inhaltlicher Beschränkungen für solche Zonen im DNS erschien ihnen gesichert. Mit dem Vorwurf mangelnder Repräsentativität gegenüber einigen Vorschlägen wie .union, .fin, .travel kam die ICANN sogar dem GAC schon etwas entgegen.
‘Die Verhandlungen mit ICANN werden wohl in der kommenden Woche stattfinden’, sagt Eric Schätzlein, Leiter Domain Services bei Schlund und Partner. Gemeinsam mit der EPAG Enterprice Multimedia AG und einer Reihe deutscher CORE-Registrare gehört er als Mitglied des Afilias-Konsortiums zu den glücklichen Gewinnern. Ab Mitte kommenden Jahres werden sie Domain-Registrierungen unter .info entgegennehmen. Vorerst könne man noch keine Vorregistrierungen akzeptieren, sagt er. Das könnte den jetzt anstehenden Verhandlungsprozess mit der ICANN stören. Auch für die bilateralen Verhandlungen mit den Auserwählten hat das ICANN-Büro wieder eine ambitionierte Frist gesetzt: Bis zum 31. 12. sollen die Verträge gemacht sein.
Allerdings gibt es noch genug Diskussionsstoff für die Verhandlungen. Von den finanziellen Vereinbarungen einmal ganz abgesehen - die Neu-Registrare werden das ICANN-Budget kräftig aufbessern -, ist etwa in der Diskussion zwischen ICANN und JVTeam zu klären, ob .biz eine offene TLD ist und damit direkt gegen .com und .info antritt. Noch wird aus dem Vorschlag nicht klar, wie JVTeam eine Beschränkung auf Unternehmen durchsetzen will. In diesem Fall könnte der erste Rechtsstreit drohen, denn JVTeam-Partner Melbourne IT hatte als ursprüngliches Afilias-Mitglied einmal unterschrieben, dass es nicht mit seinen Konsortialpartnern konkurrieren werde.
Aufmerksam zu beobachten ist auch, wie das Department of Commerce angesichts der bereits im Umlauf befindlichen Beschwerden von Abgeordneten reagiert. Es hat derzeit noch immer die ultimative Autorität über den A-Root-Server, in den die neuen Registries eingetragen werden müssen. Unter Umständen bleibt dann auch noch Zeit für die GAC-Mitglieder, den von ihnen geforderten Konsultationsprozess oder gar Verhandlungen mit den Neu-Registraren durchzusetzen. (jk)
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Aus 44 Bewerbern hat die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) eine Mischung offener und speziellen Zwecken gewidmeter (chartered) generic Top Level Domains (gTLD) ausgewählt.
.aero - Société Internationale de Télécommunications Aéronautiques (SITA), CORE als technischer Provider; speziell für Fluglinien, Flughäfen; voraussichtlicher Preis: 50 US-Dollar (Beispiele: www.berlin.de.air, www.lax.air, www.lh1234.air).
.biz - JVTeam (bestehend aus Melbourne IT, Australien und NeuStar, USA); für große und kleine Unternehmen; voraussichtlicher Preis 3,75 bis 5,30 US Dollar (Beispiel: www.heise.biz).
.info - Afilias (Konsortium aus 19 Registraren aus aller Welt, einschließlich mehrerer deutscher Unternehmen und CORE, dem in Genf ansässigen Council of Registrars); uneingeschränkte Registrierung; voraussichtlicher Preis: 5,75 Dollar pro Jahr (Beispiel: www.heise.info).
.name - Global Name Registry, Tochter der britischen Nameplant.com; für private Adressen, im wesentlichen nicht-kommerzielle Aktivitäten; voraussichtlicher Preis: 5 US-Dollar im ersten, 1,50 US-Dollar im vierten Jahr (Beispiel: www.monika.ermert.name).
.pro - Register.com, USA, Virtual Internet, UK, und Baltimore IT; speziell für Berufsgruppen wie Anwälte, Ärzte; voraussichtlicher Preis 6 US-Dollar; zur Registrierung muss ein Nachweis über Zugehörigkeit zur Berufsgruppe erbracht werden (Beispiel: www.PatrickGMayer.law.pro).
.museum - Museum Domain Management Association (einer der Mitorganisatoren ist das Getty-Museum), CORE als technischer Provider; speziell für Museen in aller Welt; voraussichtlicher Preis: 90 US-Dollar pro Jahr (Beispiel: www.guggenheim.us.museum).
.coop - Cooperative League of the USA, Poptel UK als technischer Provider; speziell für Genossenschaften; voraussichtlicher Preis: 60 US-Dollar im ersten Jahr (für Nichtmitglieder 150 US-Dollar), 50 US-Dollar jährlich ab dem zweiten Jahr.
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Wie eine Parallelveranstaltung wirkten die Treffen der so genannten At-large-Mitglieder der ICANN am Rande der Jahrestagung der privaten Domain-Verwalter. Die offizielle ICANN ignorierte mit wenigen Ausnahmen die Bemühungen der At-large-Aktivisten, die der breiten Nutzerschaft eine Stimme in der Non-profit-Organisation geben wollen. Zum Schlagabtausch kam es bezeichnenderweise nur auf einem vom Berkman Center veranstalteten Podium. Auch die Aufnahme der im Oktober von 76 000 Mitgliedern weltweit gewählten At-large-Direktoren wurde vom ICANN-Vorstand niedrig gehängt. Zwar durften die fünf gewählten Direktoren für Afrika, Asien, Europa, Latein- und Nordamerika an der verabredeten Wahl von Dyson-Nachfolger Vint Cerf teilnehmen, bei der sich Europa-Direktor Andy Müller-Maguhn enthielt. Die wichtigen Entscheidungen, die Einführung der neuen Domains und die nächsten Schritte im At-large-Prozess, waren zu diesem Zeitpunkt aber bereits gefallen.
Brauchen die At-large-Mitglieder, die eben ihre Stimme für Direktoren abgegeben haben, eigene Gremien innerhalb der ICANN? Die Antworten der ‘offiziellen’ ICANN dazu fiel deutlich aus: Die ICANN-Statuten seien in diesem Punkt ganz klar, sagte Rob Blokzijl. ‘ICANN hat keine Mitglieder. Man hätte besser von der Wählerschaft statt von Mitgliedern reden sollen.’
Genau diese Lesart der ICANN-Satzung wollten sich die 50 Vertreter verschiedener Organisationen und vier der fünf frischgewählten At-large-Direktoren nicht zu Eigen machen. Mit der Wahl dürfte der Auftritt der At-large-Mitglieder nicht gleich wieder beendet sein.
Als ersten Schritt gründeten sie ein Interim Coordination Committee (ICC). Es soll in den kommenden Wochen die Kommunikation der verstreuten At-large-Mitgliedschaft erleichtern, sagte Hans Klein von der Computer Professionals for Social Responsibility. Zu den Mitgliedern des ICC gehören verschiedene Kandidaten aus dem ICANN-Wahlkampf, die vertretenen Kandidaten vereinigten immerhin 70 Prozent der Wählerstimmen auf sich, meinte Klein. Weitere Interessenten sollten sich, erklärte die Berliner Politikwissenschaftlerin Jeanette Hofmann, für das ICC melden. ‘Wir können nicht selbst direkt mit hunderttausend Mitgliedern sprechen’, sagte der brasilianische At-large-Direktor Ivan Moura Campos zur Unterstützung des ICC.
Die ICC-Aktivisten mussten sich harte Kritik von ICANN-Offiziellen gefallen lassen. Dem neugegründeten Komitee sprach Andrew McLaughlin, ICANNs Finanzchef, jede Legitimation zur Vertretung der Mitglieder ab. Er warnte gar vor einem Hijacking durch eine kleine Gruppe von Leuten, die es sich leisten könnten, nach Los Angeles zu kommen. Andererseits verweigert die ICANN die Weitergabe der Mitglieder-E-Mail-Adressen, diese unterlägen dem Datenschutz.
Für das ICC macht diese Weigerung die Arbeit nicht leicht, wollen sie doch möglichst viele Wähler und auch ICANN-Mitglieder, die aus technischen Gründen nicht zur Wahl antreten konnten, erreichen. Jefsey Morfin aus Frankreich sprach gar davon, möglichst bald 500 000 Mitglieder zu haben. Stefano Trumpy aus Italien forderte ebenfalls, die Mitgliederregistrierung schon jetzt wieder zuzulassen.
Allerdings stehen mit der von ICANN geplanten At-large-Studie die Mitgliedschaft und die neuen Direktoren bereits wieder zur Disposition: Die Studie soll klären, ob ICANN überhaupt At-large-Direktoren braucht und welche Rolle und Funktionen die Mitglieder innerhalb der ICANN haben sollen.
Eine komplizierte Struktur hat sich die ICANN für die Studie zu den Mitgliedern und den von ihnen gewählten Direktoren ausgedacht. Ein eigenes Komitee soll Untersuchungen von verschiedenen Organisationen oder Interessierten aus verschiedenen Ländern sammeln. Noch bis Anfang Dezember können Vorschläge über die Zusammensetzung dieses Komitees gemacht werden, in dem ein ICANN-Direktor, ein Wahlexperte und drei bis sieben weitere Mitglieder sitzen sollen. Diese sollen bis zum zweiten Jahrestreffen 2001 einen Bericht für den Vorstand vorbereiten, damit bis zur nächsten Jahrestagung über das weitere Schicksal des so genannten At-large-Prozesses entschieden werden kann.
Das Verfahren nährt den Verdacht, den Europa-Direktor Andy Müller-Maguhn bei einer von der ICC veranstalteten Pressekonferenz hinsichtlich der Wahl äußerte: ‘Die ICANN hat sich nicht sehr für At-large engagiert. Es kommt einem doch so vor, als wollte sie doch lieber ein geschlossener Club bleiben.’ Die fünf neuen At-large-Direktoren forderten bei der Pressekonferenz einstimmig, dass ICANN alle neun At-large-Sitze besetzen sollte. Die Studie soll ihrer Meinung nach stärker die Frage untersuchen, wie Wahlverfahren und die Einbindung der Mitgliedschaft zu verbessern sind.
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