Entscheidungsdruck

Wer braucht welchen Drucker?

Test & Kaufberatung | Kaufberatung

Drucker gibts in Massen - und in Klassen: Vom 60-Euro-Schnäppchen über Foto-Tintendrucker bis hin zum Farblaser reicht das Angebot. Wer sich darüber klar ist, was er eigentlich drucken möchte und in welcher Menge, hat bereits die erste Hürde im Kaufparcours genommen. Behält man dann noch die Folgekosten für Tinte, Toner und Papier im Auge, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Der Komplettrechner ist bestellt, das neue Notebook unterwegs, die Digitalkamera geordert. Fehlt nur noch ein Drucker, damit man nicht nur Bits und Bytes verschieben, sondern auch mal etwas zu Papier bringen kann. Also ein kurzer Trip ins nächste Technikkaufhaus und - angesichts des angetroffenen Kartonstapel-Labyrinths - rasche Heimkehr mit leeren Händen: Da muss ich mir wohl erst ein paar Gedanken machen.

Mit reiflicher Überlegung ist man in jedem Falle gut beraten, denn ein Griff ins Druckerregal so völlig aus dem Bauch - und mithin meist mit Blick aufs Preisschild - geht fast zwangsläufig daneben. Ganz vorne stehen die Schnäppchen, Tintendrucker für 59 Euro und darunter. Warum mehr ausgeben?

Abhängig von den persönlichen Ansprüchen soll das Objekt der Begierde vielleicht etwas mehr Ausstattung bieten als die einfachen Modelle. Kartenleseschächte, mehrere Papierfächer und erst recht ein integriertes Display schlagen sich stets im Gerätepreis nieder. Doch auch die allgemeine Verarbeitungsqualität hat ihren Preis. Einer grobmotorischen Behandlung können die Billigheimer auf Dauer wenig entgegensetzen. Zudem sorgen mechanisch instabile Gehäuseteile häufig für eine lästige Geräuschkulisse während des Drucks. In puncto Druckzeiten und -qualität darf man von einem teureren Drucker ebenfalls mehr erwarten.

Beim Blick auf die Folgekosten, die wir auch in unseren Tests unter die Lupe nehmen, muss man generell zu hochwertigen Geräten raten, denn die Verbrauchskosten sind bei günstigen Geräten allgemein höher als bei teureren Druckern. Das stimmt im Detail zwar nicht immer, wie der Testbericht ab Seite 134 zeigt. Die Tendenz - Billigdrucker drucken teurer - gilt aber weiterhin. Zudem findet man in Billigdruckern keine einzelnen Farbpatronen. Während man bei CMY-Kombitanks den kompletten Tintensatz wegwerfen muss, wenn eine der drei Farben leergedruckt ist, kann man mit getrennten Tanks gezielt die jeweils leere Farb-patrone austauschen. Das spart Tinte und Geld.

„Aber ich drucke doch ganz wenig, mal einen Behördenbrief, ganz selten eine Webseite, Fotos eigentlich gar nicht.“ So lautet ein oft gehörtes Gegenargument, weist man auf die Verbrauchskosten der Billigdrucker hin. Solch hartnäckigen Sparnaturen geben wir zu bedenken, dass die billigste Lösung hier vermutlich in einem völligen Verzicht auf einen eigenen Drucker liegen dürfte. Nur selten benutzte Drucker laufen ohnehin Gefahr, dass ihre Tinten eintrocknen. Manchmal helfen dann ein paar interne (tintenfressende) Reinigungszyklen oder vorsichtiges Säubern des Druckkopfes mit Wattestäbchen. Nach sehr langen Standzeiten ist nicht selten trotzdem ein Patronenwechsel fällig oder der Drucker sogar komplett hin. Spärliche Papierkorrespondenz kann man auch im nächsten Copy-Shop anfertigen lassen, wobei die 60 gesparten Euro für einen weit längeren Zeitraum reichen dürften, als ein Drucker zu diesem Preis jemals erlebt hätte. Das ist zugegeben nicht sehr bequem, aber von Bequemlichkeit war bis hierher noch gar nicht die Rede.

Natürlich ist es angenehmer, neben dem Rechner einen eigenen Drucker zu haben, der nicht die Welt gekostet hat und bei Bedarf schnell die Beschwerde ans Finanzamt, den Dankesbrief an Onkel Erwin, die Reiseverbindungsdaten aus dem Internet oder auch das ein oder andere Urlaubsfoto zu Papier bringt. Das leisten die Schnäppchenangebote durchaus. Ihre Druckgeschwindigkeit ist hinnehmbar, die Qualität akzeptabel, wie auch unsere Tests (siehe S. 134 und [1]) zeigen. Bei der Wahl von Modell und Hersteller darf man sich in der untersten Preisklasse angesichts der vergleichbaren Druckqualität und des geringeren Investitionsvolumens auch vom Design, dem Platzbedarf oder Ähnlichem leiten lassen.

Kostenbewusste Käufer sollten aber von Anfang an auch die Preise für Ersatzpatronen im Auge behalten. Für Canon-Drucker gibt es ein recht ordentliches Sortiment an Alternativtintenpatronen, wodurch sich die Druckkosten deutlich senken lassen. Für aktuelle Drucker von Lexmark und HP finden sich auf Grund der Verdongelung der Tintentanks mit den patentierten Druckköpfen keinerlei Nachbauten am Markt. Auch sollte man bei Billigmodellen dieser Hersteller sehr auf die Erstausstattung mit Patronen achten. Immer mal wieder tauchen spezielle Sonderangebote auf, die nur mit Farbtank und ohne Schwarz-Patrone ausgeliefert werden. Die Ersparnis beim Kaufpreis liegt dann oft deutlich unter den Nachbeschaffungskosten für die Schwarz-Patrone.

Außerdem bieten beide Hersteller einige Modelle mit leicht variierter Tintenausstattung unter völlig anderer Bezeichnung an. Dem „Foto“-Drucker liegt dann beispielsweise außer der Farbtinte eine Fotopatrone bei, während der Lieferumfang des „Allround“-Modells mit gleichem Druckwerk einen Farb- und einen Schwarztank beinhaltet. In solchen Fällen sollte man anhand des geplanten Einsatzzwecks die notwendigen Tinten und damit das passende Druckermodell auswählen. Die jeweils nicht mitgelieferte Patrone kostet häufig über die Hälfte des Druckerpreises.

Wer mit dem Fotodruck daheim liebäugelt und womöglich eine Digitalkamera besitzt oder anzuschaffen plant, sollte sich gut überlegen, ob er auf etwas längere Sicht mit einem schlichten Billigdrucker zufrieden ist. Wird der Printer häufiger für Fotoabzüge bemüht, dürfte das vergleichsweise gemächliche Tempo der schlichten Einstiegsmodelle bald nerven.

Allerdings liegen die Preise für Abzüge daheim bei Verwendung der herstellereigenen Papiere und Tinten meist deutlich über dem, was entsprechende Aufträge im Drogeriemarkt kosten würden. Wer hier ein günstigeres Papier auswählt, etwa das Pearl Premium aus unserem letzten Papiertest [2], kann die Kosten enorm drücken. Mit einem Druckermodell, das auch günstige Alternativtinten aufnimmt oder schon von Haus aus günstig im Tintenverbrauch ist, kommt man so recht nah an 25 Cent pro 10 x 15-Abzug heran. Fraglich ist dann jedoch, ob die eigenen Ausdrucke der Qualität eines Laborabzugs entsprechen.

Die Druckerhersteller verweisen an dieser Stelle gern auf den Bequemlichkeits- und den Sofort-Faktor. Wie viel Umstände es macht, mit CD oder Speicherkarte einen Entwicklungsservice anzusteuern oder im Internet abzurufen, muss jeder selbst einschätzen. Der Sofort-Faktor gilt eigentlich nur, wenn ein Besucher, der selbst keinerlei Digitalausstattung besitzt, ad hoc mit Abzügen zum Mitnehmen versorgt werden muss.

Ansonsten bietet die Digitalfototechnik vielfältige Wiedergabemöglichkeiten, die ohne Papier auskommen und mithin kostenneutral sind - die Kosten für einen eventuellen CD-Rohling mal vernachlässigt. Die Spannung darauf, wie denn wohl die Urlaubsschnappschüsse gelungen sind, entfällt bei der Digitalfotografie spätestens mit der Ankunft am heimischen PC. Natürlich ist ein Abzug auf Papier etwas anderes als die Darstellung auf dem Bildschirm. Aber den Print gibt es ja wie gesagt recht billig und dabei in Laborqualität auch vom Dienstleister - mit ein paar Tagen Wartezeit eben.

Manch einer wird auf Fotos verzichten können, eigentlich auf Farbe überhaupt, aber an Texten doch einiges zu drucken haben. Hier könnte ein Blick auf die meist weniger bunten Kartons der kleinen Schwarzweiß-Laserdrucker hilfreich sein. Sie gibt es schon für rund 200 Euro [3]. Das ist einiges mehr, als man für einen einfachen Tintendrucker hinlegen muss, der dazu auch in Farbe druckt. Dafür sind die Laser - von ihrer wesentlich höheren Seitenleistung abgesehen - in der Regel deutlich langlebiger als die billigen Tintendrucker, unkomplizierter in der Handhabung und sie drucken und drucken und drucken so unermüdlich, wie das Duracell-Häschen trommelt. Die Kosten pro gedruckter Seite (inklusive Papier und Verschleißteile) liegen bei durchschnittlich 3,5 Cent und damit unter denen eines Tintendruckers. Bei hohem Druckaufkommen sind die Mehrkosten für die Anschaffung folglich bald wieder eingefahren. Berechnungsgrundlage solcher Seitenpreise ist stets eine Normtextseite mit nur fünf Prozent Deckung. Die meisten Dokumente bringen es jedoch auf mehr Schwarz, was die Zeit bis zum break even weiter reduziert.

Im Grunde kann man bei den kleinen Schwarzweiß-Laserdruckern nicht viel verkehrt machen. Die aktuellen Modelle bewältigen mehr als zehn Seiten pro Minute und drucken Text wie Grafik in sehr ordentlicher Qualität. Für Fotos - in Schwarzweiß - sind sie allerdings ungeeignet, hier können sie nicht einmal mit der Druckqualität einer Tageszeitung mithalten.

Soll ein Drucker im kleinen Netzwerk eingebunden werden und alle Beteiligten wollen unabhängig auf den Drucker zugreifen, ist bei der Auswahl eines Laserdruckers dennoch Vorsicht geboten. Die in den Märkten offerierten Tintendrucker sowie in aller Regel auch die dort angebotenen Lasergeräte sind vom Stamme GDI.

Bei GDI-Druckern (Graphics Device Interface) übernimmt der Rechner die Umsetzung der Druckdaten in direkte Steuerdaten für das Druckwerk, weshalb einige Hersteller diese Steuerungsmethode auch treffen-der „Host-based“ nennen. Beim Druckvorgang wird folglich die Rechenleistung des Host-Systems beansprucht. Während dies bei aktuellen Rechnergenerationen heute kaum noch stört, hat ein wesentlicher Nachteil des GDI-Verfahrens weiter Bestand: Ein GDI-Drucker kann nur mit einem Betriebssystem verwendet werden, für das der Druckerhersteller eigene Treibersoftware bereitstellt. Da der Treiber direkt mit dem Druckwerk kommuniziert, folgt dieser Datenaustausch keinerlei Standards, was den Einsatz eines generischen Treibers erschwert. Die Steuerbefehle sind von Hersteller zu Hersteller und sogar von Modell zu Modell gänzlich verschieden.

Ein weiterer Nachteil: Die Drucker funktionieren in aller Regel nur an einem PC mit lokaler Schnittstelle (parallel, USB) und nicht im Netz etwa via Printserver [4]. Von einem Host-Rechner aus können GDI-Drucker zwar über die Druckerfreigabe im Netz zur Verfügung gestellt werden. Der lokale Host-Rechner muss dabei aber immer laufen, was mitunter lästig weil laut ist und auf jeden Fall Strom kostet.

Manche Hersteller vereiteln zudem die prinzipielle Möglichkeit, die billigen GDI-Drucker übers Netz zu benutzen: Sie erlauben die Treiberinstallation lediglich, wenn der Drucker lokal angeschlossen ist. In solchen Fällen hilft es nur, den Drucker von Netzrechner zu Netzrechner zu tragen und überall lokal zu installieren. Am Ende leitet man dann den Anschluss in den Treibereinstellungen auf den Netzwerkpfad um. Das klappt in vielen Fällen, eine Garantie dafür gibt es aber nicht - von den Herstellern der Billigdrucker schon gar nicht.

Wer den Netzwerkeinsatz richtig und ohne Notlösungen will, muss auf Drucker mit mehr Eigenintelligenz zurückgreifen. Diese nehmen eine vektororientierte Beschreibung der Druckseite entgegen und setzen sie mit Hilfe eines eigenen Prozessors in die zu druckenden Rasterdaten um. Zur Seitenbeschreibung hat sich das von Marktführer Hewlett-Packard entwickelte PCL-Protokoll (Printer Communication Language) weit verbreitet. Der Druckertreiber hat hier im Wesentlichen nur die Aufgabe, die von der Anwendung übergebenen Druckdaten in das PCL-Format zu wandeln.

Da die Kommunikation zwischen Treibersoftware und Drucker bei diesem Verfahren standardisiert ist, lässt sich ein PCL-Drucker nicht nur mit dem herstellereigenen, sondern auch mit einem fremden PCL-Treiber ansprechen. Derartige Treiber sind für die gängigen Betriebssysteme zu haben, also nicht nur für jene aus Redmond, sondern auch für diverse Mac-OS-Varianten und das Open-Source-System Linux. Nur muss man mit einem nicht auf den eigenen Drucker zugeschnittenen Treiber zuweilen Kompromisse eingehen. So kann beispielsweise die Benutzung zusätzlicher Papiereinzüge eingeschränkt sein. Außerdem ist höchstens die Auflösung desjenigen Druckers nutzbar, für den der Treiber ursprünglich gedacht war.

Die für dieses recht flexible Steuerverfahren nötige Hardware mit eigenem Prozessor lassen sich die Hersteller allerdings so gut bezahlen, dass PCL-Drucker in der Klasse bis 300 Euro eine Minderheit bilden. Gerade noch an dieser Grenze bewegen sich derzeit die Schwarzweiß-Laserdrucker Lexmark E321 und Brother HL-5040 [3].

Noch universeller, aber auch noch teurer, sind PostScript-Drucker. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo die Ausdrucke unabhängig vom verwendeten Betriebssystem und vom angeschlossenen Drucker identisch aussehen müssen, also beispielsweise in der Druckvorstufe. Die zu druckenden Daten werden zunächst am Rechner mit der plattformunabhängigen Seitenbeschreibungssprache PostScript kodiert, der Drucker selbst übernimmt anhand dieser Beschreibung die Skalierung und Rasterung der Druckdaten. Entsprechend müssen auch PostScript-Drucker einen eigenen Prozessor und ausreichend Speicher bereithalten. Da Druckjobs in PostScript je nach Bildinhalt sehr groß sind, kann die Aufbereitung der Rasterdaten im Drucker schon mal eine Weile dauern. Dafür ist der Rechner sofort nach Abschicken des Druckjobs frei. Und man erhält auf dem eignen Printer im Prinzip das gleiche Druckergebnis wie auf der Highend-Belichtungsmaschine in der Druckerei.

Um mit Lasertechnik in Farbe drucken zu können, ist ein beträchtlicher konstruktiver Mehraufwand vonnöten. Erfreulicherweise hat hier in den letzten anderthalb Jahren ein enormer Wettlauf der Hersteller um kleinste und billigste Geräte mit Farblasertechnik stattgefunden, der zu recht handlichen Modellen und Preisen von deutlich unter 1000 Euro geführt hat [5]. Derzeit kosten kleine Farblaser etwa 800 Euro, also rund das Vierfache eines entsprechenden Schwarzweißgeräts. Sie vereinen die oben geschilderten Vorzüge der Lasertechnik mit der Farbfähigkeit der Tintendrucker, ohne allerdings auf dem Feld der Fotografie an die Tintendrucker heranzureichen. Ein guter Fotodruck aus dem Farblaser ähnelt der Fotoqualität in Nachrichtenmagazinen wie dem Spiegel, während sich Tintendrucker hier Fotolabor-Abzügen nähern. Bei Text und Grafik sind Laserdrucker klar im Vorteil, denn sie liefern solches nicht nur in gestochen scharfer Qualität, sondern meistens auch viel schneller als gängige Tintendrucker. Zudem sind Laserausdrucke wischfest, lichtbeständig und dokumentenecht.

Die Verbrauchskosten liegen dabei deutlich unter denen der Tintendrucker. Wer Farbausdrucke in Größenordnungen von mal zwanzig Seiten hier, mal dreißig dort braucht, kommt um so ein buntes Laserkistchen kaum herum. Soll der Drucker an einem Arbeitsplatz und nicht autark im Netz laufen, empfiehlt es sich, ein entsprechendes Abverkaufs-Sonderangebot in einem nahe gelegenen Technikmarkt abzuwarten. In solchen wurden Farblaser schon für sensationelle 500 Euro gesichtet.

Der Hinweis aufs Netzwerk deshalb, weil die als Schnäppchen angebotenen Geräte in der Regel die einfache, sprich GDI-Variante des jeweiligen Druckers sind. Das lässt sich häufig nur an einem Buchstabenzusatz ablesen, der im Aktionsprospekt auch schon mal vergessen wird. So steht etwa das „W“ bei Minoltas Magicolor 2300W, für „Windows“, sprich GDI ohne Netzwerk. Der 2300er ohne „W“ kommt dagegen mit einer eingebauten Ethernet-Schnittstelle, ist voll netzwerktauglich und kostet nur rund 150 Euro mehr. Einen ähnlichen Bezeichnungswirrwarr gibt es übrigens auch bei den Schwarzweiß-Lasern. Buchstabenanhängsel wie „L“ oder „W“ sollten stets stutzig machen, ein „N“ deutet auf Netzwerkfähigkeiten hin. Eine Norm gibt es aber nicht, hier kann jeder Buchstabe des Alphabets für irgendetwas stehen - oder auch für das Gegenteil. Man kommt deshalb ums genau Nachfragen oder Nachlesen nicht herum.

Steigender Beliebtheit erfreuen sich Druckwerke, die dank Kombination mit anderen Geräten in einem Gehäuse - typischerweise Scanner und Faxmodem- als Alleskönner in Sachen Bild und Text gepriesen werden. In der Tat haben gute Kombis ihren Reiz, der bei guten Geräten mehr ausmacht als die Platzersparnis auf dem Schreibtisch [6]. Und sie können im kleinen Büro den klobigen Farbkopierer ersetzen. Mit den Billigkombis - sie liegen teilweise unter 100 Euro - verhält es sich allerdings ähnlich wie oben für die Billigdrucker geschildert. Das Druckwerk unter der Haube eines solchen Vielkönners würde als Einzelgerät die Hälfte bis ein Drittel des Kombi-Preises kosten. Dabei sind die Druckkosten natürlich ebenso hoch wie bei den entsprechenden Druckermodellen.

Etwas gehobenere Kombis zu Preisen zwischen 200 und 350 Euro bieten oftmals hilfreiche Funktionen gerade für Digitalkamera-Besitzer: Drucken direkt von der Speicherkarte oder ein Indexdruck zum Ankreuzen der gewünschten Abzüge, der später vom Scanner ausgewertet wird. Die Preise für einen Fotodruck liegen allerdings auch hier über denen der Drogerieketten, weshalb man sich vor allem bei größeren Fotoaufträgen überlegen sollte, ob man die Kreuzchen nicht doch lieber auf der Bestelltüte in der Filiale um die Ecke als zu Hause macht.

Die Druckerhersteller preisen ihre Produkte in Broschüren, im Internet und auf den Verpackungen der Geräte mit zuweilen undurchschaubaren Features. So stellen die Auflösungsangaben (beispielsweise 4800 x 1200 dpi) theoretische Werte dar, die mit der tatsächlich zu Papier gebrachten Auflösung wenig gemein haben. Für einen Kunstdruck benötigt man beispielsweise 300 Punkte pro Zoll (dpi) im Halbtonverfahren, für jeden dieser Punkte wiederum etwa 10 x 10 Rasterpunkte (Helligkeitsstufen). Ein lineares Raster vorausgesetzt, genügt demnach eine Druckauflösung von 3000 x 3000 dpi für die Reproduktion eines Kunstkalenders. Das bei Tintenstrahlern übliche Streuraster reduziert die notwendige Auflösung noch etwas. Nimmt man beispielsweise 8 x 8 an Stelle der 10 x 10 Rasterpunkte, würde eine Druckerauflösung von 2400 x 2400 dpi ausreichen, um hochwertige Kunstdrucke verarbeiten zu können. Aber: Die flüssige Tinte verschwimmt nach dem Aufsprühen mehr oder weniger stark und die Einzelfarben vermischen sich bei eng aneinander liegenden Tröpfchen. Deshalb wird der Drucker trotz einer theoretischen Auflösung von 2400 dpi keinesfalls Kunstdruckqualität zu Papier bringen. Fast schon unseriös sind Angaben wie „Top-Qualität auf Normalpapier durch bis zu 1440 dpi Auflösung“. Wer schon einmal versehentlich Tinte auf Normalpapier gekleckst hat, weiß um die „Saugfähigkeit“ dieses Mediums.

Die Anzahl der Druckdüsen liefert Anhaltspunkte zur Druckgeschwindigkeit: Je mehr Düsen, umso schneller kann der Drucker das Foto zu Papier bringen. Der Geschwindigkeitszuwachs ist allerdings nicht linear, auch die Anordnung der Düsen entscheidet darüber, wie schnell der Druckkopf über das Papier hinwegfegen darf. Wie wir in unseren Tests immer wieder feststellen, sind die Herstellerangaben zur Druckgeschwindigkeit bei Tintendruckern meist überzogen, bei Laserdruckern darf man den genannten Zahlen dagegen Glauben schenken.

Spätestens auf den Kisten benennen die Hersteller normalerweise die zum Gerät passenden Tintenpatronen. Wird hier für die Farbpatronen nur ein einziger Produktcode genannt, handelt es sich um einen CMY-Kombitank. Auf Einzelpatronen weisen die Hersteller meist separat hin. Egal welche Fotopatronen im Drucker zum Zuge kommen: Den Hinweis auf „25 Jahre farbstabile Fotoausdrucke“ strafen alle unsere Druckertests Lügen. Man kann ihn wohl nur so deuten, dass die Prints dabei unter konstanter Temperatur und bei gleich bleibender Luftfeuchtigkeit in einem dunklen Safe gelagert werden müssen.

Reichlich unspezifisch geraten bisweilen die Aussagen zur eingebauten PC-Schnittstelle. So besagt „kompatibel mit den USB 2.0 Spezifikationen“ nicht, ob es sich um einen USB-Port mit Fullspeed (15 MBit/s Datendurchsatz) oder Highspeed (480 MBit/s) handelt. Bei den Tintendruckern ist das aber meist egal, schließlich werden die Druckzeiten hier vor allem durch das Aufbringen der Tinte bestimmt und kaum durch die Datenübertragung vom PC zum Drucker.

Wer häufig Fotos drucken will, sollte die Angaben zum Randlosdruck genauer studieren. Ohne Rand werden im Allgemeinen tatsächlich nur die vom Hersteller genannten Formate gedruckt. Fehlt hier beispielsweise A4, wird der Drucker mit hoher Wahrscheinlichkeit zwar 10 x 15- oder 9 x 13-Fotos flächenfüllend zu Papier bringen, am großflächigen A4-Fotodruck jedoch einen weißen Rahmen belassen.

Wer viel Text druckt und auf Farbe generell verzichten kann, sollte zum Schwarzweiß-Laser greifen. Müssen Dokumente mit buntem Briefkopf und viel Text in großer Anzahl zu Papier gebracht werden, ist ein bunter Laserdrucker das Gerät der Wahl. Wird der Drucker dagegen auch oder gar vor allem für die Fotoreproduktion gebraucht, scheiden Laserdrucker zumindest als alleinige Druckervariante aus. Fotodruck gelingt nur mit Tintentechnik oder der recht kostspieligen Thermosublimationstechnik [7] in ordentlicher Qualität. Spezielle Fotopatronen (beispielsweise Hell-Cyan, Hell-Magenta oder Grau-Schwarz) sind für den anspruchsvollen Fotodruck fast unabdingbar.

Zudem gilt es abzuschätzen, wie häufig der Drucker für Fotos bemüht wird - hier könnten die Druckzeiten und der Tintenverbrauch pro Seite die entscheidenden Kriterien sein. Soll der Drucker nicht nur an einem Arbeitsplatz werkeln, sondern im Netzwerk von mehreren Anwendern unter unterschiedlichen Betriebssystemen genutzt werden, muss ein PCL- oder PostScript-Drucker her; GDI-Varianten taugen hier kaum.

Sonderausstattungen wie Kartenleser, Display oder Video/TV-Ausgang sollte nur kaufen, wer sie wirklich braucht. So kann ein externer Kartenleser am PC günstiger sein als die Erweiterung im Drucker. Wenn man Bilder ohne PC direkt von Karte oder Kamera ausdrucken kann, sollte aber zumindest die Möglichkeit bestehen, gezielt einzelne Fotos auszuwählen - manche Drucker bringen immer gleich den gesamten Karteninhalt zu Papier. Bei den meisten Geräten kann man die per Drucker-Kartenschacht eingelesenen Fotos zum PC hochladen; das erübrigt wiederum den Kartenslot am Rechner.

Ein wichtiges Auswahlkriterium sind in jedem Fall die Folgekosten. Da billige Tintendrucker keine separaten Farbpatronen nutzen, bedeutet dies bereits unabhängig von der Art und Anzahl der zu druckenden Dokumente höhere Verbrauchskosten. Schließlich muss man hier den kompletten Tintensatz austauschen, wenn eine Farbe leer ist. Zu drücken sind die Folgekosten zudem mit Tinten, die nicht vom Druckerhersteller selbst kommen. Wer darauf setzt, kann HP, Lexmark und Drucker-Newcomer Dell links liegen lassen und muss zu Geräten von Epson oder Canon greifen. Nur für diese gibt es für aktuelle Drucker Alternativtinten von Fremdherstellern. Für ambitionierte Anwender dürften auch Refill-Tinten interessant sein. Am einfachsten wiederbefüllen lassen sich die Patronen von Canon; sie bringen deshalb auch das größte Sparpotenzial mit.

Digitalfotos zu Hause schnell reproduzieren zu können ist eine schöne Annehmlichkeit. Die Druckerhersteller spekulieren aber ganz offensichtlich darauf, dass zwischen Druckerkauf, dem ersten „Oho“ über den gelungenen Print der Urlaubsfotos und dem Zähneknirschen an der Kasse beim Tintennachkauf ein gewisser Zeitabstand liegt, den der Nutzer rational nicht ohne weiteres überbrückt. Die Denkanstrengung aber macht sich immer bezahlt, nachträgliche Geistesgegenwart kann indes für einigen Trübsinn sorgen. (uk)

[1] Tim Gerber, Stefan Labusga, Farbpaletten, Tintendrucker von 60 bis 200 Euro, c't 8/03, S. 112

[2] Tim Gerber, Stefan Labusga, Glanzparade, 55 Papiersorten für den Fotodruck, c't 17/03, S. 154

[3] Tim Gerber, Text-Sklaven, Schwarzweiß-Laserdrucker bis 300 Euro, c't 13/03, S. 154

[4] Ulrich Hilgefort, Peter Siering, Druckerkolonne, Printserver von 85 bis 340 Euro, c't 7/03, S. 172

[5] Tim Gerber, Stefan Labusga, Gerührt oder geschüttelt, Vier 1000-Euro-Farblaser und zwei Bürotintendrucker im Vergleich, c't 3/03, S. 136

[6] Tim Gerber, Copy-Shops, Kombigeräte aus Tintendrucker und Flachbettscanner ab 150 Euro, c't 6/03, S. 232

[7] Stefan Labusga, Johannes Schuster, Digitale Dunkelkammern, 20 Fotodrucker im Test, c't 26/02, S. 178

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