Erste Beta-Version von KDE 4.0

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Mit der ersten Beta steht der grundlegende Funktionsumfang von KDE 4. Die neue Version bringt eine Reihe grundlegender Änderungen.

Knapp drei Monate nach Erscheinen der ersten Alpha-Version haben die KDE-Entwickler am heutigen Donnerstag die erste Beta von KDE 4.0 veröffentlicht. Ab dem Erscheinen dieser Version kommen bei den Bibliotheken keine neuen Funktionen mehr hinzu und es werden keine weiteren Anwendungen mehr in KDE 4.0 aufgenommen. In den nächsten Wochen sollen die Programmentwickler ihre Anwendungen an die Bibliotheken anpassen und sie um neue Funktionen erweitern. Die Entwickler der Bibliotheken nutzen die Zeit, um dabei auftretende Bugs zu beseitigen. Mit der zweiten Beta-Version folgt dann auch der Feature-Freeze für Anwendungen.

Marble
Vergrößern KDE 4.0 bringt mit Marble eine Geographiesoftware wie Google Earth mit.

Gegenüber den 3.er-Versionen bringt KDE 4.0 grundlegende Änderungen mit: Die Arbeitsumgebung erhält mit Plasma nicht nur einen neuen Desktop, sondern mit Phonon ein komplett neues Multimedia-Api, das den angestaubten Sound-Server arts ersetzt. Die Hardware-Integrationsschicht Solid kümmert sich unter KDE 4.0 um geänderte Hardware und wechselnde Netzwerkverbindungen und richtet diese ein. Die Desktop-Suche Strigi wird ähnlich Beagle unter Gnome die Daten der Benutzer indexieren. Der neue KDE-Dateimanager Dolphin nutzt bereits Strigi zusammen mit Nepomuk. Nepomuk erweitert KDE um semantische Features. So ist es in Dolphin möglich, jede Datei zu bewerten und ihr Stichworte und Kommentare zuzuweisen, die man mit Strigi durchsuchen kann. Mit Oxygen erhält KDE 4.0 außerdem ein neues Default-Design.

Die erste Beta bietet Anwendern einen besseren Blick darauf, was sie von der neuen Version des Desktops und den Anwendungen zu erwarten haben. So gehört beispielsweise mit Marble ein Geographieprogramm ähnlich Google Earth zu KDE, das auch dessen KMZ-Dateien lesen kann. Es lädt geographische Daten von der Online-Enzyklopädie Wikipedia herunter und lässt sich leicht um neue Karten und Ansichten erweitern. Marble soll auch ohne 3D-Beschleunigung flüssig laufen. Für Entwickler bietet Marble ein Karten-Framework, über das man Funktionen des Programms in andere Anwendungen einbinden kann.

Änderungen gibt es auch beim KDE-Neuzugang Okular, einem Dokumentenbetrachter, der Faxe im Tiff-Format, PDF-, Postscript- und CHM-Dateien anzeigt: Neben verbesserter Usability haben die Entwickler vor allem an der Druckvorschau der Anwendung gearbeitet. Die KDE-Konsole unterstützt inzwischen zufällige Hintergrundfarben für einzelne Tabs und schickt Informationen über ihr Farbschema an das Terminal. Das ermöglicht es Programmen wie dem Text-Editor vim, seine Farbpalette an die des Terminals anzupassen und damit die Lesbarkeit zu verbessern.

Die Anwendungen des Kdepim-Pakets haben ebenfalls einige neue Features erhalten. Die Kalendersoftware Korganizer erhält eine Zeitstrahlansicht, wie man sie von Gantt-Diagrammen kennt, und einen Outlook-ähnlichen Ansichtsmodus. Außerdem wurde das Theme- und Plug-in-Interface des Kalenders überarbeitet und es gibt schon einige neue Erweiterungen – etwa eine, die passend zum aktuellen Datum die "Was geschah am ..."-Meldung von Wikipedia einblendet.

Außerdem haben die Entwickler die Integration des neuen Dateimanagers Dolphin und des Webbrowsers Konqueror verbessert und dem Bildbetrachter Gwenview neue Features spendiert und die Benutzerfreundlichkeit verbessert. Die Remote-Desktop-Steuerung Krdc beherrscht nun ebenfalls Tabs und unterstützt KDEs elektronische Brieftasche Kwallet zur Speicherung von Passwörtern.

Der KDE-Fenstermanager Kwin wartet mit neuen Effekten und Einstellungsmöglichkeiten auf, wobei die Entwickler darauf geachtet haben, dass Kwin auch auf älterer Hardware flüssig läuft. Beherrscht die Grafikkarte kein OpenGL-Rendering, schaltet er automatisch das Compositing ab. Die Beta-Version von KDE 4.0 bringt schon einige Plasmoids mit, Erweiterungen des neuen Desktops Plasma. Noch auf der Todo-Liste: Letztlich soll auch die Startleiste Kicker durch ein Plasmoid ersetzt werden.

Anwender, die einen Blick auf die Beta-Version werfen möchten, müssen den Desktop nicht selbst übersetzen: Für OpenSuse, Kubuntu und Mandriva 2007 stehen bereits fertige Pakete zum Download bereit. Alternativ kann man die Beta-Version auch mit einer auf OpenSuse basierenden Live-CD testen.

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