Im Internet kursieren mittlerweile mehrere Versionen des Windows-XP-Nachfolgers Longhorn. c't hat einen Blick auf die aktuellste Alpha-Version geworfen, die kurz vor Redaktionsschluss bei uns eintraf.
Longhorn lautet der Codename des Nachfolgers von Windows XP, der laut Microsoft Ende 2004 auf den Markt kommen soll. Erste Vorabversionen sind aber bereits im Internet zu finden, die aktuellste ist ‘M4’ (Build 4008 vom 19. Februar 2003). Inwieweit sie dem Endprodukt ähneln wird, kann heute niemand sagen. Es ist nicht einmal sicher, ob Microsoft überhaupt irgendwelche Bestandteile der M4 übernimmt. Andererseits sind hierin einige spannende Änderungen enthalten, die für das Endprodukt hoffen lassen.
Der erste Aha-Effekt stellt sich schon bei der Installation unserer M4 ein: Sie dauert selbst auf langsamen Rechnern gerade mal 20 Minuten. Währenddessen stellt das Setup-Programm dem Anwender nur wenige Fragen: Er darf gerade mal noch den Installationspfad und den Nutzernamen auswählen, alles andere passiert automatisch. Anschließend installiert es noch die Treiber und ist dann schon fertig.
Unklar ist, ob diese Art des schnellen Setups, die eine Imaging-Technik vermuten lässt, tatsächlich im nächsten Windows Einzug halten wird oder ob es sich hier nur um eine speziell aufbereitete Version handelt - das Verfahren an sich ist ja nichts Neues.
Übrigens präsentierte sich Longhorn nach der Installation immer auf Laufwerk C:, auch wenn wir es auf einer weiter hinten liegenden Partition installierten - bei Bedarf passte es die Laufwerksbuchstaben entsprechend an. Dort belegt es über 1,8 GByte Platz, und zwar ohne Auslagerungsdatei. Den größten Anteil daran hat jedoch der Ordner i386 im Windows-Verzeichnis.
Nach der Installation sticht zuerst das geänderte Oberflächen-Design namens Plex ins Auge. Das bietet weniger Rundungen und Bonbonfarben als die Teletubbie-Optik des Vorgängers, unterscheidet sich sonst aber nicht grundlegend. In der Taskleiste befindet sich ein Schalter zum Aktivieren der ‘Sidebar’, eine Art zusätzliche Taskleiste, die sich mit weiteren Schnellstartleisten belegen lässt.
Der Explorer hat sein Antlitz leicht verändert und bietet nun in der Detailansicht erweiterte Filter-Optionen. So kann man nach frei wählbaren Kategorien Dateien und Order ein- und ausblenden, beispielsweise alle Dateien kleiner 10 KByte oder Dateien mit bestimmten Namensbestandteilen. Von den möglichen Ansichten hat Microsoft nur noch ‘Symbole’ und ‘Details’ übrig gelassen. Die beiden lassen sich dafür aber stufenlos zoomen. Das ist vor allem bei Bild-Dateien sinnvoll, weil der Longhorn-Explorer dabei wie schon seine Vorgänger eine Vorschau der Bilder als Symbol anzeigt.
Longhorn soll angeblich ein neues Dateisystem namens WinFS enthalten. Davon ist in der M4 jedoch noch nicht viel zu sehen. Partitionen lassen sich weiterhin nur mit NTFS oder FAT formatieren. Es läuft allerdings ein Dienst namens Windows Future Storage und auf der Platte findet sich auch ein Programm namens WinFS.exe. Das Abschalten des Dienstes hat jedoch keine sichtbaren Folgen und das Programm produziert lediglich Fehlermeldungen.
Die Online-Hilfe lässt vermuten, dass hier kein neues Dateisystem, sondern eher so etwas Ähnliches wie ein neuer Index-Dienst für mehr Komfort bei der Dateisuche geplant ist. Das untermauern auch Aussagen von Microsoft.
Einige Neuerungen fallen noch auf: So existiert in der Systemsteuerung jetzt eine Kindersicherung. Die vermag einem Account zu bestimmten Zeiten den Zutritt zum System zu versperren. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um ein Frontend für eine Kommandozeilenoption, die bereits in XP enthalten ist (siehe c't 11/02, S. 138). Ebenfalls neu in der Systemsteuerung ist ein Downloadmanager, der bei uns aber keine erkennbare Funktion aufwies. Auch die .NET-Laufzeitumgebung ist integriert, und zwar in einer so neuen Version (1.2), dass wir darüber bislang noch keine näheren Angaben machen können. (axv)
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Das Betriebssystem Zeta soll sich als legitimer Nachfolger des Multimedia-Systems BeOS durchsetzen. Kurz vor Redaktionsschluss wurde bekannt, dass die schon seit längerem aktive Firma Yellowtab das System inzwischen als marktreif betrachtet und auf der CeBIT vorführen will (Halle 11, Stand D05). Für Preise zwischen 39 und 139 US-Dollar, Letzteres im Bündel mit einem DVD-Laufwerk und mehreren GByte Anwendungssoftware, soll sich Zeta in zahlreichen Landessprachen präsentieren. In Ergänzung großer Teile des legal verwendeten Original-BeOS-Kernel hat Yellowtab nicht nur eine leicht einzubindende Lokalisierungshilfe für beliebige Anwendungen dazu gepackt, sondern als Gegenstück zu Apples Finder auch den SVG-Tracker, der Scalable Vector Graphics (SVG) und Klänge in die Oberfläche integriert. (hps)
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