Lust auf Linux? Die Personal Edition des aktuellen Suse Linux 9.3 bietet alle Möglichkeiten, das freie Betriebssystem kennen zu lernen: ein Live-System zum Ausprobieren, ein komplettes System zum Installieren auf 32-bittigen x86-Prozessoren und eine installierbare 64-Bit-Version. Alle drei Varianten bringen gigabyteweise Software für alle möglichen Anwendungsbereiche mit.
Die Pinguine sind auf dem Vormarsch in der PC-Welt. Viren, Würmer, Spyware und Dialer, aber auch eine gewisse Skepsis gegenüber Microsoft oder einfach Neugier machen immer mehr Anwendern Appetit auf eine Alternative zu Windows. Und da kommt, will man nicht gleich auf den Mac umsteigen, derzeit nur Linux in Frage. Das Betriebssystem mit dem Pinguin als Maskottchen hat die Serverräume verlassen und schickt sich an, den Schreibtisch zu erobern.
Mit unserer Heft-DVD können Sie ausprobieren, ob Linux Ihrem Geschmack entspricht. Die Vorderseite gehört der Personal Edition des aktuellen Suse Linux 9.3. Suse Linux zeichnet sich durch eine einfache Installation mit zuverlässiger Hardwareerkennung, gute Anpassung an die Bedürfnisse deutscher Anwender und ein breites Spektrum mitgelieferter Anwendungen aus. Das Verwaltungstool Yast bietet eine komfortable grafische Oberfläche zur Systemkonfiguration. Das erspart dem Anwender Ausflüge auf die Kommandozeile und das mühsame Editieren kryptischer Konfigurationsdateien.
Gegenüber Suse Linux 9.3 Professional, wie Sie es für 90 Euro im Laden kaufen können, fehlen der Personal Edition die gedruckten Handbücher (Sie finden sie aber in elektronischer Form auf der DVD), der Installationssupport und eine Reihe von Serveranwendungen und Entwicklertools. Mit dem Coupon rechts unten können Sie für 60 Euro auf die Professional-Version updaten.
Aber auch unsere Personal Edition hat schon eine Menge zu bieten - beispielsweise ein 64-Bit-Betriebssystem samt 64-Bit-Anwendungen für Besitzer eines AMD Athlon 64 oder einer Intel-CPU mit EM64T-Erweiterung. Ein Live-System, das ohne Installation von DVD läuft und die Festplatte Ihres Rechners nicht anrührt. Und natürlich ein komplettes Betriebssystem zum Installieren mit allen wichtigen Anwendungen, die den Linux-Rechner zu einem vollwertigen Arbeits- und Freizeit-PC machen.
So surfen Sie mit Firefox im Web und chatten mit den Instant Messengern Gaim oder Kopete - beide unterstützen alle gängigen Chat-Protokolle von IRC über ICQ bis Jabber. Sowohl Kontact als auch das Outlook-ähnliche Evolution sind leistungsfähige Personal Information Manager mit E-Mail-Funktion. Für Texte, Tabellen und Präsentationen ist das weitgehend MS-Office-kompatible Büropaket OpenOffice zuständig, das Sie auf der DVD in einer Vorabversion der für den Sommer angekündigten Version 2 finden. PDF-Dateien zeigt der Adobe Reader 7 an. Gimp ist eine leistungsfähige Bildbearbeitung.
Natürlich spielt Suse Linux Musik und Filme in unterschiedlichen Formaten ab, auch wenn man dazu ein bisschen nachhelfen muss - der nachfolgende Artikel erläutert, wie Sie MP3- und DVD-Unterstützung nachrüsten. Selbst Spielefreunde gehen nicht leer aus. Einige Artikel aus früheren c't-Ausgaben, die wir auf die Rückseite der DVD gepackt haben, stellen diverse Anwendungen aus den Bereichen Multimedia und Spiele vor, die sich zum Teil ebenfalls auf der DVD befinden oder einfach nachinstallieren lassen [#literatur [1, 2, 3]].
Zahlreiche Dienstprogramme vom Bildbetrachter über Tools zum Anlegen und Auspacken aller möglichen Archivformate bis zum Texteditor runden die Arbeitsumgebung ab. Selbstverständlich haben Sie die Wahl zwischen den beiden ausgereiftesten Desktops der Linux-Welt: Gnome und KDE. Und natürlich gehören zur Suse Linux Personal Edition eine Vielzahl an Netzwerk-, System- und Programmierwerkzeugen.
Um in Linux hineinzuschnuppern, ist es nicht einmal nötig, das System auf Festplatte zu installieren: Das in unserer Personal Edition integrierte Live-System läuft von CD, ohne irgendetwas an Ihrem PC zu verändern, benötigt allerdings mindestens 384 MByte RAM. Ob Suse Linux Ihre Hardware erkennt und ins Netz kommt, ob OpenOffice alle nötigen Funktionen bietet und Web-Browser, E-Mail- und Chat-Programm nach Ihrem Geschmack sind - derartige Fragen sind mit dem Live-System schnell beantwortet. Dazu starten Sie von der Heft-DVD und wählen im Boot-Menü die Option „SUSE LINUX 9.3 LiveCD“ aus. Achtung: Stellen Sie zuvor mit der Taste F4 die Sprache auf Deutsch um, sonst landen Sie in einem englischsprachigen Desktop.
Der Systemstart kann durchaus mehrere Minuten dauern, während denen nichts zu passieren scheint. Wenn Ihnen dabei zu wenig Action auf dem Bildschirm ist: Nach Drücken der Esc-Taste flimmern zahlreiche Details des Bootprozesses über den Schirm, die Linux-Kennern viel über das System verraten.
Schließlich nimmt Sie ein Login-Schirm in Empfang, an dem Sie sich einfach mit Return anmelden - ein Passwort ist nicht nötig. Der voreingestellte Standard-Desktop ist KDE, unter dem Menüpunkt Sitzungsart können Sie vor dem Einloggen aber auch den alternativen Desktop Gnome oder einen einfachen Fenstermanager wie Fvwm auswählen.
Mit dem Live-System lässt sich fast so arbeiten wie mit einem auf Platte installierten Suse Linux, es fühlt sich lediglich etwas zäher an: Wenn sich die DVD im Laufwerk nicht mehr dreht, kann es nach einem Mausklick durchaus ein, zwei Sekunden dauern, bis ein Menü aufklappt. Außerdem ist es nicht möglich, Daten dauerhaft zu speichern. Und noch ein Defizit sei nicht verschwiegen: Der Multimedia-Support ist recht bescheiden ausgefallen, nicht einmal MP3-Dateien lassen sich abspielen; und anders als bei einem auf Platte installierten Suse Linux lässt sich diese Einschränkung leider nicht durch ein Online-Update beseitigen. Die meisten der in den folgenden Artikeln beschriebenen Dinge funktionieren jedoch wie bei einem fest installierten Linux.
Wenn Sie genug gesehen haben, fahren Sie das System über den Menüpunkt Abmelden im Startmenü wieder herunter. Und wenn Ihnen Suse Linux gefallen hat, booten Sie einfach erneut von der DVD und starten die Installation ...
Um Ihnen den Einstieg in Linux zu erleichtern, erläutern die folgenden Artikel die wichtigsten Dinge, die man zu Suse Linux wissen muss: Wie installiert man das System auf der Festplatte, ohne ein bereits installiertes Windows zu gefährden? Wie richtet man Internet-Zugang und Drucker ein, hält die Software auf dem aktuellen Stand und legt neue Benutzer an? Wie funktioniert der KDE-Desktop? Und was kann man tun, wenn Grafikkarte oder Drucker doch nicht auf Anhieb spielen wollen?
Zudem haben wir einige ältere c't-Artikel auf die DVD gepackt, die einzelne Aspekte von Linux vertieft behandeln. Unter Suse Linux können Sie die PDF-Dateien in der Rubrik c't-Artikel mit dem Acrobat Reader betrachten.
Denn natürlich erfordert ein neues Betriebssystem auch ein Stück weit die Bereitschaft, neue Wege auszuprobieren und Neues zu lernen. Als Lohn der Mühe winkt ein System, mit dem Sie ohne Angst vor Würmern, Spyware und Dialern im Internet unterwegs sein können, das kostenlose Anwendungen für nahezu jeden Zweck mitbringt - und in dem es eine Menge Interessantes zu entdecken gibt. (odi)
[1] Frank Barknecht, Tonmeister, Audio-Editoren für Linux, c't 11/04, S. 182
[2] Johannes Winkler, Film-Cutter Tux, DV-Schnitt unter Linux, c't 5/04, S. 186
[3] Martin Eigmüller, Nico Nowarra, Spaßfaktor, Spielen unter Linux, c't 6/04, S. 256
"Linux komplett" Weitere Artikel zum Thema Linux komplett finden Sie in der c't 13/2005: Das Suse Linux auf der Heft-DVD S. 82 Start: Installation S. 84 Erstkontakt: Die grafische Oberfläche KDE S. 90 Feinarbeit: Das System anpassen S. 96 Wenns klemmt: Tipps zu schwieriger Hardware S. 102
[#anfang Seitenanfang]
Die Support-Datenbank von Suse mit Tipps und Problemlösungen
Die c't-Seiten zu Suse Linux:
Dort finden Sie auch das Leser-Forum „Wer hat Angst vorm Pinguin?“ mit Diskussionen, Fragen und Antworten zu Linux.
Per Mail: linux@ctmagazin.de
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden | Heft bestellen
Permalink: http://heise.de/-289962
Kommentare lesen (251 Beiträge)
Das aktuelle Heft ist jetzt im Handel erhältlich.
Ältere Artikel können Sie über unser Zeitschriften-Archiv bestellen.