Wenn es nach Olympus und FujiFilm geht, dann sind die Tage der SmartMedia-Card in modernen Digitalkameras gezählt. Beide Firmen haben die gemeinsam entwickelte ‘xd-Picture Card’ präsentiert, für die sich FujiFilm die Markenrechte gesichert hat. ‘xd’ steht dabei für ‘extrem Digital’ und soll ‘eine Assoziation darstellen zu besonders guter Qualität im Hinblick auf Aufnahme, Speicherung und Übertragung von audio-visuellen Informationen’.
Die neuen Karten sind mit 20 x 25 x 1,7 mm3 noch etwas kleiner als SD/MMC-Karten und nicht mehr so dünn wie die SmartMedia-Cards - und damit weniger anfällig für Torsionsschäden. Auch die großflächigen Kontakte, die elektrostatische Schäden begünstigen, werden erheblich verkleinert, sind aber - im Gegensatz zu CompactFlash-Cards, die verdeckte Steckkontakte verwenden - noch vorhanden.
Die xd-Picture Cards arbeiten mit NAND-Flash- oder Multi-Level-Cell-Technik und sollen durch neue Spezifikationen (Block-Struktur) die bei den SmartMedia-Cards aufgetretenen Kapazitätsprobleme beseitigen, die im Wesentlichen durch die Bauform und das Fehlen eigener Controllerchips auf den Karten bedingt sind und bei Kapazitätssprüngen regelmäßig zu Kompatibilitätsproblemen bei den Kameras geführt haben. Trotzdem werden auch die xd-Picture-Karten keine eigenen Controllerchips on board haben. Als Schreibgeschwindigkeit geben die Hersteller für die Kar-ten ab 32 MByte Kapazität drei MByte/s im Schreib- und fünf MByte/s im Lesemodus an.
Fuji und Olympus wollen zum Winter bereits 256-MByte-Karten und im Jahr 2003 solche mit 512 MByte sowie ein und zwei GByte anbieten. Als maximale Ausbaustufe werden acht GByte pro Karte avisiert. Als OEM-Hersteller tritt Toshiba auf, und die Kooperationspartner möchten den neuen Kartentyp auch an Drittanbieter lizenzieren. Diese Taktik soll nach Aussagen der Partner zu einem Preisniveau führen, das dem der SmartMedia-Cards entspricht, allerdings hält man sich auf diese Weise die Konkurrenz durch preiswerte No-name-Produkte vom Leib, wie dies Sony mit seinen Memory Sticks erfolgreich vorgeführt hat.
Die neue Kartentechnik ist schon auf Grund ihrer Bauform nicht zu den SmartMedia-Cards abwärtskompatibel, allerdings werden die für Herbst angekündigten ersten neuen xd-Picture-Kameras mit einem Doppel-Kartenslot ausgerüstet sein, der auch SmartMedia-Cards aufnimmt. Auch USB-Lesegeräte für beide Kartentypen sind geplant, weiterhin ein PC-Card-Adapter und eine Version für den Einsatz der Karten in Kameras mit CompactFlash-Slot.
Ganz im Sinne des zweigleisigen Angebots bei den von Panasonic lancierten SD/MMC-Cards, soll es künftig auch xd-Picture-Card-Versionen mit elektronischen IDs geben, die das Tor zum Digital-Rights-Management aufstoßen und der Industrie den Einsatz der Karten in Audio-Playern und PDAs schmackhaft machen soll. (klp)
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