Zwischen dem 13. und dem 27. Juli können Fotokünstler ihre Arbeiten zum Wettbewerb „Richtig falsch“ einreichen. Im Unterschied zur bloßen Montage zählt nicht nur, ob die Umsetzung gelungen, sondern auch ob die Idee plausibel ist.
Bildfälschungen machen immer wieder Furore. Der Bayrische Rundfunk entfernte 2005 einen Schweißfleck aus Kanzlerin Merkels Achsel und löste damit eine Diskussion über die Glaubwürdigkeit von Pressefotos aus. Die iranische Agentur Sepah News schönte letztes Jahr einen Raketenstart. Schlecht, wenn man die Manipulation nicht erkennt und gefälschte Bilder veröffentlicht.
Die Zeitschriften DOCMA und c't rufen daher zum Bildfälschen auf. Die Redaktion DOCMA nimmt von jedem Teilnehmer bis zu fünf Bildfälschungen entgegen. Eine Expertenjury wird sie beurteilen. Bitte reichen Sie zusätzlich schräge und unwahrscheinliche, aber unbearbeitete Digitalfotos ein, um der Jury die Arbeit zu erschweren.
Der Knoten im Windrad (rechts) ist eine spektakuläre Montage, aber wenig realistisch; der dezentere Knick (Mitte) zumindest möglich. Zusätzliche Zweige und ein versetztes Schild im Hintergrund verschleiern die Montage.
Eine gute Fälschung beginnt mit der Idee. Die sollte ambitioniert aber nicht zu fantasievoll sein. Das Windrad mit dem abgeknickten Mast wirkt realistischer und ist daher die bessere Fälschung als jenes mit dem Knoten, auch wenn es das spektakulärere Bild abgibt.
Eine gute Montage verlangt sauberes Handwerk und ein geschultes Auge. Nicht nur müssen die Objekte akkurat freigestellt sein. Auch Perspektive sowie Lichtrichtung müssen stimmen und es dürfen keine Schatten fehlen. Schließlich sollten alle einmontierten Objekte zur jeweiligen Schärfezone des Fotos passen.
Als Grundlage der Mast-Fälschungen dienten ein geknotetes Stromkabel beziehungsweise ein erwärmtes und dann geknicktes Abflussrohr. Zur Verschleierung hat Bildfälscher Doc Baumann noch einige Zweige vor den Mast montiert und das Hinweisschild im Hintergrund versetzt.
Die Montage sollte eine interessante, überzeugende und wahrscheinliche Szene in einer Form abbilden, die einem Digitalfoto nahekommt. Dazu schreiben Sie eine passende Bildunterschrift, die den imaginären Sachverhalt in bis zu 400 Zeichen wiedergibt und reichen die Montage inklusive aller Originalbilder und verwendeter Bestandteile ein. Detaillierte Teilnahmebedingungen sind im Web als PDF einsehbar (siehe Link unten).
Idee und Umsetzung der eingereichten Fälschungen bewertet eine Jury aus Redakteuren von c't, DOCMA und Spiegel online sowie Vertretern von Adobe, Canon, Wacom, Hewlett-Packard und anderen Firmen. Sie kürt auch die Gewinner in den Kategorien Profi, Semi-Profi und Ausbildung. Dabei zählt der Augenschein. Um gestempelte Bildregionen oder Störungen im Pixelmuster eines Kamerasensors nachzuweisen, braucht man spezielle Werkzeuge, die in diesem Fall aber keine Rolle spielen. Die Gewinnerarbeiten stellt das Frankfurter Museum für Kommunikation aus. Außerdem stellen wir die in die engere Wahl kommenden Arbeiten im September auf heise Foto öffentlich zur Abstimmung bereit.
Als Preise winken eine Canon EOS 5D Mark II mit EF 24-105mm-Objektiv (1:4L IS USM), je drei Adobe CS4 Design Premium, CS4 Design Standard und Photoshop CS4 Extended, ein Epson Stylus Pro 3800, drei Spyder3-Studio-Koffer von Datacolor, drei Grafik-Tabletts (Wacom Intuos3 A4) sowie Bücher und DVDs von Pearson Education.
Kriminalisten, Forensiker und Bildgutachter von der Uni Dresden, der Uni Erlangen und dem Bundeskriminalamt werden sich ebenfalls mit dem Bildmaterial und darunter gemischten Originalfotos befassen. Die Ergebnisse werden nicht veröffentlicht, sondern sollen dazu dienen, mathematisch-forensische Verfahren zu verbessern.
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