Volle zehn Jahre nach Einführung der CD-Recordable gibt es jetzt die erste CD-Brenn-Shareware für Windows-Plattformen.
Der Autor, Jens Fangmeier, ließ alle Interessierten am Betatest seiner Brennsoftware `Feurio!´ teilnehmen. Bis zur Version 0.935 stand sein Programm als Freeware im Internet. Rechtzeitig vor dem Verfallsdatum der Betaversion - sie läuft nur bis zum 1.12.1998 - wurde die Version 1.0 fertig. Jetzt fordert der Autor eine Registriergebühr von 49 DM. Das Programm steht weiterhin ohne Einschränkungen auf seiner Homepage zum Download bereit.
Feurio ist eine reine Audio-Brennsoftware. Der Autor selbst betont die besondere Eignung zur Herstellung von Samplern. Das Programm eignet sich aber auch gut zum Kopieren von Audio-CDs. Außer dem eigentlichen `CD-Brenner´-Modul enthält es noch Module zum `Audio-Grabbing´ (digitales Auslesen einer Audio CD), zum Abspielen von CD-Tracks und Wave-Files sowie einen einfachen Wave-Editor. Alles wird zusammengehalten vom `Feurio! CD-Manager´.
Das Brenn-Modul arbeitet nur im Disc-at-once-Modus und unterstützt folglich nur Brenner, die diesen Schreibmodus beherrschen, bei dem Lead-in (Track-Vorlauf), Daten und Lead-out in einem durchgeschrieben werden, ohne daß der Laser absetzt.
Die Verwaltung von Audio-Tracks unterstützt Feurio mit Hilfe der Internetdatenbank CDDB (siehe c't 5/98, S. 70), in der tausende Audio-Titel mit Track-Titeln und Interpreten verzeichnet sind. So kann der Benutzer immer mit den Klartextnamen arbeiten, ohne diese alle selbst eintippen zu müssen. Auf Wunsch schreibt Feurio diese Titelinformationen mit auf die Audio-CD. Dazu nutzt es das neue Feature CD-Text, das aber leider zur Zeit von den wenigsten CD-Brennern unterstützt wird.
Feurio räumt mit dem Vorurteil auf, daß CD-Brennen eine ressourcenfressende und leistungshungrige Angelegenheit sei. Die Feurio-Homepage wirbt damit, daß das Programm für Multitasking-Betrieb und damit für Windows NT konzipiert sei. Dadurch ließen sich mehrere CDs gleichzeitig brennen.
Das direkte Kopieren einer CD auf mehrere CD-Rs, also `on-the-fly´, ist damit prinzipiell zwar auch möglich. Wegen der überlappenden Lesezugriffe auf den CD-ROM-Reader ist diese Methode aber zumindest unsicher. Statt dessen ist es ratsam, in einem ersten Arbeitsgang ein Image-File auf die Platte zu speichern und dann im zweiten Schritt auf mehrere Rohlinge zu brennen. Auf wie vielen das gleichzeitig passieren kann, hängt von der Konfiguration des NT-Rechners und des Programms ab sowie von der Schnelligkeit der Festplatte. Es versteht sich von selbst, daß dazu Brenner am SCSI-Bus zu bevorzugen sind. Allerdings hatten wir keinerlei Probleme beim Brennen des gleichen Projekts (dieselben Wavefiles) gleichzeitig auf einen SCSI- und einen ATAPI-Brenner mit vierfacher Geschwindigkeit. Nebenbei grabbten wir noch vom Plextor-Reader mit 13X.
Eine überlange Musik-CD stellt für Feurio kein Problem dar. Das Programm unterstützt überlange Rohlinge - zur Zeit bis 80 Minuten - und das sogenannte Überbrennen. Dabei wird einfach die auf dem Rohling eingetragene Adresse für das letztmögliche Lead-out ignoriert. Feurio führt auf Wunsch einen Kapazitätstest durch, um festzustellen, wieviel Platz der Rohling wirklich bietet. Das Ergebnis trägt Feurio in eine programminterne Datenbank ein, so daß der Test nicht jedesmal neu durchgeführt werden muß.
Feurio eignet sich sowohl zum Brennen selbst digitalisierten Audiomaterials (von Schallplatten, Bändern etc.) als auch zum Kopieren oder Neuzusammenstellen von CD-Titeln. Die Funktionsvielfalt birgt allerdings auch den Nachteil einer nicht unbeträchtlichen Einarbeitungszeit. (bb)
Feurio! (Shareware, 49 DM) steht unter http://www.feurio.de zum Download bereit.
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