Zeitgleich mit der neuen Desktop-Mittelklasse stellt Apple das PowerBook G3 mit einigen Verbesserungen zur bestehenden 3400er-Linie vor. Das High-End-Modell sticht selbst PC-Notebooks mit `Tillamook´-Pentium aus.
Vor allem in puncto Preis gelingt ihm das mit Leichtigkeit: 14 200 DM dürften selbst gutsituierte Manager nicht gerade aus dem Ärmel schütteln. Für diesen Batzen Geld erhält man einen 250 MHz schnellen G3/ PPC750 mit 512 KByte Backside-Cache (vgl. auch S. 208), 32 MByte RAM, eine 5-GByte-Festplatte und ein 20X-CD-Laufwerk, hübsch verpackt im Gehäuse des im März vorgestellten PowerBook 3400 [1], das als Mittelklassegerät weiterhin angeboten wird.
Während Pentium-Notebooks bereits mit 13,3 oder 14 Zoll Bildschirmdiagonale glänzen, hat Apple mit seinem 12,1-Zoll-LCD in Active-Matrix-Technologie und nur 800 × 600 Punkten Auflösung bei 16 Bit Farbtiefe den Anschluß verloren. Dafür schafft die Videologik an einem externen Monitor den High-Color-Modus nun bis 1024 × 768 Punkte, darunter ist in allen Modi Echtfarbdarstellung mit 24 Bit Farbtiefe möglich.
Gegenüber dem 3400 kommt im neuen `Kanga´, so Apples Codename für das PowerBook G3, der Videocontroller CT65554 zum Einsatz, der aufgrund des 64-Bit-Datenpfades und 2 MByte VRAM eine deutliche Steigerung der Grafikperformance bringt. Die Ergebnisse unserer Grafiktests können sich mit aktuellen Desktopmodellen durchaus messen. Schade nur, daß sich das Gerät im stationären Betrieb mit externer Tastatur, Maus und Monitor einfach in den Ruhezustand begibt, wenn man es zuklappt - so steht es immer etwas sperrig im Weg.
Unsere `Seed Unit´ (Betahardware) war noch mit einem (später obsoleten) ROM-Modul bestückt, das anstelle einer RAM-Erweiterungskarte eingesteckt war; auch der Akku entsprach noch nicht dem Serienmodell. Apple selbst gibt mit dem verbesserten Akku, der dem höheren Verbrauch gerecht wird, bei `Vollast´ (Abspielen eines QuickTime-Films von Festplatte ohne Stromsparfunktionen) zwei Stunden und vierzig Minuten Dienstfähigkeit an. Bei normalem Arbeiten sollen wenigstens dreieinhalb Stunden drin sein, was im Bereich heutiger Pentium-Notebooks gleichen Kalibers liegt [2].
Im amerikanischen PowerBook G3 kommt ein kombiniertes 56-kBit/s-Faxmodem- und 10BaseT-Ethernet-Modul zum Einsatz; hierzulande gehört das Modem nicht zum Lieferumfang, aber möglicherweise wird man ein Bundle aus Ethernet-Modul und Modem-PCMCIA-Karte anbieten. Die PC-Card-Slots, die Deckellautsprecher und die sonstige Peripherie behielt Apple vom 3400 bei.
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Benchmark-Grafik (50 KByte) |
In den USA wird das PowerBook G3 für umgerechnet rund 10 000 DM zu haben sein. Warum es dann in Deutschland so viel mehr kosten muß, ist uns ein Rätsel. Vielleicht ist Apple Deutschland der verbliebene Marktanteil noch zu groß. Unsere Benchmarks zeigten zwar schon mit dem Vorserienmodell, daß Apples selbstbewußte Behauptung, das schnellste Notebook der Welt zu fertigen, nicht von ungefähr kommt - selbst der vom PC portierte Action-Reißer `Quake´ lief schneller als auf unserem Pentium-233-Vergleichsgerät. Ob potentielle Käufer allerdings bereit sind, für dieses Leistungsplus einen saftigen Aufpreis und ein kleineres Display in Kauf zu nehmen, ist fraglich - MacOS-8-Usability hin oder her. (cm)
[1] Carsten Meyer, TranSportlich, Apples PowerBook 3400c, c't 3/97, S. 64
[2] Dr. Jürgen Rink, Überstunden, Notebooks mit Intel Pentium MMX, c't 11/97, S. 182
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