Notebooks veralten genauso rasch wie Desktop-Rechner. Schon bald kommt der Wunsch nach einer größeren Festplatte, mehr Speicher, einem schnelleren WLAN-Modul oder einem neuen Grafikchip auf. Auch locken die einzeln erhältlichen Slimline-DVD-Brenner für gerade mal 150 Euro. Vieles geht beim Notebook-Upgrading, doch nicht jeder Wunsch lässt sich erfüllen.
Obwohl Notebooks eigentlich mit der gleichen Technik arbeiten wie Desktop-PCs, treten beim Tausch einzelner Teile viel häufiger Probleme auf. Immerhin sind die benötigten Komponenten inklusive Mobilprozessoren inzwischen auch im Einzelhandel erhältlich, auch weil einige der immer beliebteren kleinen Desktop-PCs ebenfalls die ursprünglich für Notebooks entworfenen SO-DIMMs, 2,5-Zoll-Festplatten, Slimline-Laufwerke oder Mini-PCI-Karten einsetzen.
Der Einbau der neuen Hardware stellt aber auch gestandene PC-Bastler vor neue Herausforderungen. Schon das Öffnen mancher Notebooks ist knifflig, innen warten dann winzige Schrauben, filigrane Käbelchen und empfindliche Steckverbindungen. Dazu erschweren viele Notebook-Hersteller den Betrieb von fremden Komponenten - teils unabsichtlich durch unflexible BIOS-Programmierung, teils absichtlich durch Blockade fremder Mini-PCI-Module, teils als Konsequenz von versteckten Festplattenpartitionen oder TPM. Beim Kauf der neuen Komponente sollte man also unbedingt ein Umtauschrecht vereinbaren, falls der Einbau misslingt.
Doch sollte man sich nicht entmutigen lassen. Bei den meisten Notebooks lassen sich neue Festplatten oder zusätzlicher Speicher relativ einfach einbauen, oftmals auch ein neues optisches Laufwerk - ein Test von fünf DVD-Brennern im Slimline-Format bringt der Artikel ab Seite 172. Einige Notebooks haben einen Mini-PCI-Schacht, der geradezu nach einem problemlosen Austausch schreit, doch sind in dieser Bauform praktisch nur WLAN-Karten erhältlich. Für LAN, Modem oder ISDN gibt es nur spezielle Module für einzelne Notebooks, weil keinerlei Standard für die Kabelführung von der Karte zu den Buchsen am Notebook existiert. Der Artikel ab Seite 176 beschreibt den Einbau von WLAN-Modulen samt passender Antennen. Seltener gelingt der Einbau eines schnelleren Prozessors. Von der Idee, Grafikchip, Mainboard, Akku oder Display zu tauschen, sollte man sich allerdings verabschieden.
Die zweijährige Händlergewährleistung bleibt von der Modernisierung unberührt, solange der Anwender das Notebook nicht durch den Umbau beschädigt. Die freiwilligen Garantieleistungen des Herstellers sind allerdings meist futsch, wenn den Umbau keine autorisierte Werkstatt vornimmt [#literatur [1]]. Wer eine Notebook-Versicherung abgeschlossen hat, sollte sich gründlich erkundigen, welche Eingriffe den Versicherungsschutz beeinflussen [#literatur [2]].
Vor dem Basteln am Notebook sollte man seine wichtigen Daten sichern und im BIOS-Setup alle Passwörter - beim Festplattentausch insbesondere das IDE-Passwort - und Sicherheitsfunktionen à la TPM deaktivieren. Danach entfernt man den Akku und den Stromstecker.
Die Suche nach den auszutauschenden Komponenten beginnt mit einem Blick ins Handbuch. Dort erklären viele Hersteller den Wechsel von Speichermodulen und Festplatte, manchmal auch von weiteren Komponenten. Oft hilft ein Blick ins Internet, beispielsweise veröffentlichen IBM und Dell sehr ausführliche Montageanleitungen. Halten sich die Hersteller jedoch bedeckt, öffnet man alle Klappen am Boden und den Seiten des Notebooks, wo meist Speicher und Festplatte sitzen, oft auch der Mini-PCI-Slot. Manche Notebooks entblößen so schon die CMOS-Batterie, die kaum einzeln erhältlichen Modemplatinchen, proprietäre Bluetooth-Module oder sogar den Prozessor samt Kühler.
Die optischen Laufwerke sind oftmals lediglich mit einem Winkel an der Bodenplatte des Notebooks festgeschraubt, wobei die Schrauben von außen erreichbar sind. Oft sind sie mit einem entsprechenden Symbol gekennzeichnet, ansonsten löst man alle Schrauben am Boden, die knapp neben dem Laufwerk sitzen. Dann öffnet man das Laufwerk und zieht am Laufwerksschlitten - sehr vorsichtig, denn die kleinen Schlitten sind schnell beschädigt. Schonender ist, das Notebook weiter auseinander zu nehmen, bis man das Laufwerksgehäuse von innen herausschieben kann.
Bei immer mehr Notebooks ist das optische Laufwerk in einem Wechselschacht untergebracht und somit einfach herauszunehmen. Die Wechselmodule bestehen dabei aus nichts anderem als einem Slimline-Laufwerk mit drumherum geschraubten Rahmen und Adaptern, kosten aber deutlich mehr als einzelne Slimline-Laufwerke.
Der nächste Schritt auf der Suche nach noch nicht erreichten Komponenten besteht im Abnehmen der Tastatur. Einige Tastaturen sind vom Notebook-Boden verschraubt, oftmals kennzeichnet ein Tastatursymbol oder ein „K“ die Schrauben. Andere werden von kleinen Plastikriegeln oberhalb der F-Tasten gehalten, die sich leicht wegschieben lassen. Das Anschlusskabel der Tastatur erfordert besondere Vorsicht: Es ist fast immer so kurz, dass sich die Tastatur nur in eine Richtung wegklappen lässt. Anschluss und Buchse sind nur für wenige Steckvorgänge ausgelegt, sodass man die Tastatur möglichst eingesteckt lassen sollte. Unter vielen Tastaturen sitzt ein Abdeckblech, das zwar die Empfindlichkeit des Notebooks gegenüber umfallenden Getränken mindert, aber oft umständlich zu entfernen ist, wenn es von vielen verschieden großen Schrauben oder sogar Klebeband gehalten wird.
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Die Halteriegel mancher Tastaturen lassen sich mit einem Schraubendreher einfach lösen. |
Einige Tastaturen lassen sich allerdings erst nach dem Entfernen der Abdeckklappe zwischen Tastatur und Displayscharnier hochheben. Die Klappen fungieren manchmal zugleich auch als Scharnierabdeckung und sind von der Notebook-Rückseite verschraubt, andere von der Unterseite aus, oft dann mit Schrauben, die in deutlichem Abstand vom Gehäuserand sitzen. Viele Abdeckungen sind lediglich eingerastet und lassen sich mit einem Schraubendreher hochhebeln oder durch seitliches Schieben - meist nach rechts - lösen, wobei große Vorsicht angebracht ist, solange man unsicher ist, ob nicht doch unentdeckte Schrauben die Klappe halten. Unter der Abdeckung sieht man die Schrauben zur Tastaturbefestigung dann sofort.
Hält sich die gewünschte Komponente immer noch versteckt, dann hilft nur noch, das Gehäuse komplett zu öffnen. Auch wenn bei fast allen Notebooks kein Spezialwerkzeug außer vielleicht einem Torx-Schraubendreher notwendig ist, sollten sich nur geübte Bastler ans Öffnen wagen.
Der Hauptspeicher lässt sich bei modernen Notebooks ohne große Schwierigkeiten erweitern. Den benötigten Typ erfährt man aus dem Handbuch oder im Internet, notfalls hilft ein Blick auf die Beschriftung der eingebauten Speichermodule. Aktuelle Notebooks verwenden DDR-SO-DIMMs nach PC2700- oder PC2100-Standard, seltener PC3200 oder noch PC1600. Notebooks mit Pentium III oder AMD K6 sowie einzelne Modelle mit Pentium 4 oder Athlon XP benötigen die älteren (SDR-)SO-DIMMs nach PC100 oder PC133. Einige Sub- und Mini-Notebooks nutzen kleinere Bauformen, glücklicherweise inzwischen meist keine proprietären mehr, sondern - wie das Panasonic CF-W2 oder JVC MP-XP - Micro-DIMMs. Zu schnelle Module (beispielsweise PC2700 statt PC2100) laufen im Allgemeinen problemlos.
Die Auswahl der Speicher anhand der vom Chipsatz unterstützten Typen und Organisationsarten bietet keine Erfolgsgarantie, weil kaum ein Notebook-BIOS den Chipsatz vollständig ausreizt und die von Desktop-PCs gewohnte Flexibilität bietet. Insbesondere beim Einsatz von zwei Speichermodulen zeigen sich Schwächen, zudem fehlen praktisch immer die von Desktop-PCs gewohnten zahlreichen Einstellmöglichkeiten. Bei Abstürzen oder Startschwierigkeiten kann man daher kaum mehr tun als nach BIOS-Updates zu suchen oder beim Einsatz zweier Module diese zu vertauschen und einzeln auszuprobieren. Oft hilft nur, andere Speicherriegel einzubauen. Wenn ein Modul gar nicht oder nur mit halber Kapazität erkannt wird, funktioniert manchmal eines mit der doppelten Anzahl an Speicherchips.
Will der neue Speicher trotz allem nicht laufen, bleibt schließlich nur, die Module beim Notebook-Hersteller zu kaufen oder bei Spezialisten wie Transcend, Crucial oder Kingston, die validierte Typen anbieten.
Fast alle Notebooks verwenden die einzeln gut erhältlichen 2,5-Zoll-Festplatten mit 9,5 mm Bauhöhe (Platten mit 12,5 mm sind inzwischen vom Markt verschwunden). Ausnahmen sind einige Sub- und Mini-Notebooks, die Toshibas 1,8-Zoll-Serie MKnnnnGAL/GAH einsetzen. Hitachis gleich große, aber nicht anschlusskompatible Serie C4K40 sitzt derzeit in keinem uns bekannten Notebook. Im sieben Kilogramm schweren Acer Aspire 1700 steckt eine normale 3,5-Zoll-Platte.
Eine neue Platte bringt außer mehr Speicherplatz auch mehr Geschwindigkeit. Während alte Exemplare bei 10 bis 20 MByte/s liegen, erreichen schon aktuelle Versionen mit 4200 Umdrehungen pro Minute um 25 MByte/s. Die 5400er transferieren 30 bis 35 MByte/s, die 7200er-Platten sogar fast 40 [#literatur [3]]. Auch ein größerer Cache - bis zu 16 MByte sind erhältlich - macht sich positiv bemerkbar. Die aktuellen 2,5-Zoll-Platten haben 20, 30, 40, 60 oder 80 GByte Kapazität, auch sind die ersten Platten mit 100 GByte von Fujitsu und Toshiba seit kurzem lieferbar.
Aktuelle Notebooks kommen mit diesen Größen zurecht, doch ältere Exemplare leiden unter den gleichen Kapazitätsproblemen wie Desktop-PCs. Insbesondere nervt die 32-GByte-Grenze, weil sie sich nur mit einem BIOS-Update umgehen lässt - Notebooks und PCs mit diesem Fehler starten beim Einbau von größeren Platten meist gar nicht. Mit einem Jumper lassen sich viele 3,5-Zoll-Platten auf 32 GByte beschränken, doch dieser fehlt bei den 2,5-Zoll-Exemplaren. Wurde das eigene Notebook nie mit Platten größer als 30 GByte verkauft, sollte man gewarnt sein. Auch das Betriebssystem kann stören: Windows bis Version 95 spricht Festplatten nur bis 32 GByte korrekt an.
Besser lässt sich die 8-GByte-Grenze umgehen: Erkennt das Notebook die neue Festplatte nur mit 8 GByte oder weniger, dann sollte es reichen, eine maximal 8 GByte große primäre Partition anzulegen und dort ein modernes Betriebssystem zu installieren, das die Platte dann komplett anspricht. Die Notebooks mit 8-GByte-Grenze leiden allerdings meist auch unter dem 32-GByte-Problem.
Beim Einbau der Platte müssen lediglich alle Winkel, Rahmen und Adapter von der alten Platte ab- und (richtig herum) an die neue angeschraubt sowie die gleiche Master-Slave-Einstellung gewählt werden. Mit den manchmal eingesetzten Flachbandkabeln sollte man sorgfältig umgehen, insbesondere ihre Steckverbindungen sind sehr empfindlich. Etwaige Laschen zum Herausziehen der Platte sollte man wieder wie ursprünglich vorgefunden anordnen. Falls die Original-Festplatte nicht komplett rechteckig ist, sollte man überprüfen, ob Bauteile des Notebooks in die Aussparungen ragen - dann muss man eine entsprechend geformte Platte kaufen.
Besitzer von Notebooks ohne optisches Laufwerk sollten übrigens vor dem Umbau sicherstellen, dass ein externes Disketten- oder CD-Laufwerk bereitsteht, von dem das Notebook bootet.
Einige Notebooks haben eine spezielle Festplattenpartition, in der Wartungsprogramme oder auch ein Festplatten-Image zum Wiederherstellen der Original-Installation untergebracht sind. Diese sollte man mit einem Image-Programm auf die neue Platte kopieren, will man sie weiter nutzen. Das mag zukünftig bei den Notebooks mit cME (Core Managed Environment) misslingen, einer von Phoenix entworfenen BIOS-Erweiterung, auch als FirstBIOS bekannt. Dabei versteckt das BIOS einen Teil der Festplatte, indem es eine kleinere Kapazität meldet. Allen Image-Programmen und Betriebssystemen ist damit effektiv der Zugriff auf den geschützten Teil verwehrt. Wie diese Festplatten nach dem Einbau in ein System ohne cME aussehen, konnten wir mangels cME-Festplatte noch nicht ausprobieren.
In hartnäckigen Fällen müsste es ausreichen, von den Restore-CDs des Notebooks zu booten. Sie sollten in der Lage sein, leere Festplatten mit allen benötigten Daten zu füllen. Hersteller wie IBM, die sie nicht jedem Notebook beilegen, schicken sie ihren Kunden im Allgemeinen auf Anfrage zu. Die alte Festplatte führt man zweckmäßigerweise erst dann einer neuen Bestimmung zu, wenn die neue alle Funktionstests bestanden hat.
Möchte man die alte Betriebssysteminstallation auf die neue Festplatte überspielen, bieten sich ebenfalls Image-Programme an. Allerdings sprechen nur wenige Notebooks zwei Festplatten gleichzeitig an. Bequem gelingen die Images an einem Desktop-PC mit einem Adapter zum Anschluss der 2,5-Zoll-Platten. Alternativ steckt man eine der Festplatten in ein externes Gehäuse und schließt dieses ans Notebook an [#literatur [4]]. Dann benötigt man allerdings ein Image-Programm, das zumindest beim Restaurieren in der Lage ist, die Images von USB- oder FireWire-Festplatten, CD-ROMs oder per LAN zu lesen [#literatur [5]].
Doch die Tricks helfen nicht immer. So gelang es uns bei einem IBM T42p nicht, die Originalplatte in einem anderen PC zu lesen, obwohl alle Sicherheitsfunktionen deaktiviert waren.
Bei optischen Laufwerken existieren zwei Bauformen. Die weitaus meisten Notebooks haben Slimline-Laufwerke mit einer Höhe von 12,5 mm. Einige Modelle - vor allem von Apple - benötigen die Slot-in-Varianten ohne Schublade. Nochmal drei Millimeter flacher sind die Super- oder Ultra-Slimline genannten Laufwerke, die unter anderem im Samsung X30, in den Ultrabay-Slim-Modulen von IBM und in Mini-Notebooks wie dem JVC MP-XV941 zum Einsatz kommen. Sie sind derzeit nicht einzeln erhältlich.
Besser ist das Angebot an Slimline-Laufwerken: 8X-DVD-Brenner kosten um 130 Euro, reine DVD-Leser oder CD/RW-DVD-Kombilaufwerke gibts schon unter 80 Euro. Wer die Produktlisten nach „Slim“ durchsucht, wird bei immer mehr Händlern fündig - lediglich die Slot-in-Varianten sind noch selten.
Der mechanische Einbau gestaltet sich wie bei den Festplatten: Einfach alle Rahmen, Leisten und Adapter abschrauben und beim neuen Laufwerk wieder anbringen. Doch einige Hersteller verwenden andere Befestigungspunkte, sodass sich Laufwerke ohne diese zusätzlichen Gewinde nicht ordentlich befestigen lassen. Im Test tauchte das bei einem alten Yakumo 6100AT und dem Wechselschacht-Laufwerk beim HP nc8000/nw8000 auf (dessen internes Laufwerk benötigte hingegen nur die normalen Bohrungen und ließ sich einfach wechseln). Beide Sonderfälle nutzten allerdings unterschiedliche Zusatzlöcher. Von den DVD-Brennern im Test hatte keines alle von HP benötigten Gewindebohrungen, allerdings fanden wir sie bei mehreren Exemplaren des Kombilaufwerk GCC-4240N von LG Electronics.
Bei der Laufwerksblende treten manchmal Schwierigkeiten auf. Im günstigsten Fall verschlechtern die schmucklos schwarzen oder grauen Blenden der Laufwerke nur den optischen Eindruck des Notebooks, doch einige verhindern den Einbau des Laufwerks. Theoretisch würde natürlich helfen, die Originalblende ans neue Laufwerk zu montieren, doch der Blendenwechsel misslingt selbst bei unterschiedlichen Laufwerken desselben Herstellers oft. Meist kommt man nicht anders weiter, als die neue Blende zurechtzuschneiden. Wer eine eher exotische Blende vorfindet, sollte also genau untersuchen, ob und wie sich Laufwerke mit Standardblenden einsetzen lassen. Die Position des Auswurfknopfs und des Notauswurfs sind natürlich ebenfalls nicht standardisiert.
Anders als bei den 2,5-Zoll-Platten fehlt den Slimline-Laufwerken ein Jumper zum Wählen des Master-, Slave- oder Cable-Select-Betriebs. Sie lassen sich nur per Firmware-Update umändern. Die meisten werden als Cable-Select-Version ausgeliefert, einige aber auch als Master, seltener als Slave.
Ob Laufwerk und Festplatte am gleichen IDE-Kanal hängen oder nicht, verrät (vor dem Ausbau) der Gerätemanager oder entsprechende Programme unter Linux und Mac OS. Doch ob das Notebook mit Cable Select arbeitet, mit dem verdrehten Inverse Cable Select, oder ob die IDE-Geräte (wie bei Desktop-PCs üblich) als Master und Slave eingestellt sein müssen, findet man nur durch Experimente heraus. Eine sehr umfangreiche FAQ-Sammlung und Datenbank zu diesem Thema pflegt [#literatur [6]].
Eine falsche Einstellung beschwört Probleme herauf: Mit zwei Master- oder zwei Slave-Geräten an einem IDE-Kanal startet das Notebook nicht. Als alleiniger Slave ohne Master läuft ein optisches Laufwerk meist nur im lahmen PIO-Modus (Ruckler bei der DVD-Wiedergabe, DVD-Brennen mit maximal ca. 2X) und erlaubt kein Booten von CD. Eine deutlich längere Boot-Zeit als vor dem Umbau und eine sehr langsame Brenngeschwindigkeit sind manchmal Hinweise darauf, dass das Notebook einen festen Master und Slave benötigt, das Laufwerk aber auf Cable Select geschaltet ist - oder umgekehrt.
Nach unseren Messungen bringen die modernen DVD-Brenner den Wärmehaushalt der Notebooks übrigens nicht durcheinander. Die Leistungsaufnahme der Brenner hing nur von der Drehzahl des Motors ab - die Laserdioden arbeiten im Milliwatt-Bereich - und lag bei maximal fünf Watt. Die dürfte jedes Notebook problemlos abführen können, zumal die alten Laufwerke aufgrund schlechter optimierter Motoren manchmal sogar leistungshungriger sind.
Der Aufwand, die CPU auszubauen, lohnt nur selten. Denn kein Notebook ist für mehrere Prozessorfamilien ausgelegt, sondern im Normalfall läuft bestenfalls der schnellste Prozessor, den der Hersteller für dieses Notebook-Modell vorgesehen hatte. Viel mehr als eine um ein paar hundert Megahertz höhere Taktfrequenz ist damit nicht drin, und nur bei wenigen für Notebooks typischen Anwendungen ist tatsächlich der Prozessortakt der Flaschenhals.
Selbst dabei muss der Anwender das Risiko in Kauf nehmen, dass der Hersteller die Notebooks unterschiedlich ausgestattet hat. Möglicherweise sind das Kühlsystem oder der Spannungswandler für den schnelleren Prozessor zu schwach dimensioniert, oder das Board unterstützt hinzugekommene Features wie einen höheren FSB-Takt oder Hyper-Threading nicht.
Zudem ist bei einigen Prozessoren nur schwer zu beurteilen, ob die im Einzelhandel erhältliche Version tatsächlich genau der entspricht, die der Hersteller für das Notebook vorgesehen hat. Beispielsweise existieren mehrere Versionen des Mobile Pentium 4, die unterschiedliche FSB-Taktfrequenzen, Spannungswandler und Kühlsysteme benötigen. Vom Mobile Athlon XP stellt AMD drei Klassen mit deutlich unterschiedlicher Leistungsaufnahme her, wobei Anwender kaum feststellen können, zu welcher davon der eingebaute Prozessor gehört und welche Kühlleistung das Notebook somit haben dürfte.
Eine weitere Einschränkung stellen die BIOS-Versionen dar, die im Vergleich zu denen von Desktop-Boards deutlich weniger - meist gar keine - Einstellmöglichkeiten für FSB-Takt, Speichertakt, Spannungen und Ähnliches bieten. Auch erkennen sie neuere Prozessoren nur selten. Zudem fehlen den Boards Jumper. Viele der Tricks, die beim Upgrading von Desktop-Boards funktionieren, lassen sich daher bei Notebooks nicht anwenden.
Scheint ein CPU-Tausch trotz aller Einschränkungen möglich und sinnvoll, gelingt er meist sehr einfach, sofern man den Prozessor erreicht: Man nimmt den Kühler - bei modernen Notebooks eine mit vier Schrauben befestigte Heatpipe samt anhängenden Kühlrippen und manchmal Lüfter - ab und entfernt alle Reste des Wärmeleitpads. Der Prozessor ist selten mit einem Hebel, sondern eher mit einer kleinen Schraube im Sockel arretiert, die man dreht, bis sich die CPU ohne Kraftanstrengung herausnehmen lässt. Den neuen Prozessor setzt man zusammen mit einem frischen Wärmeleitpad ein und schraubt den Kühler wieder fest.
Die Grafikleistung ist meist unveränderlich. Der Grafikchip sitzt nur selten auf einer eigenen Platine, sondern fast immer direkt auf dem Mainboard. Den Notebooks mit in den Chipsatz integrierter Grafik fehlt im Unterschied zu PCs normalerweise ein AGP-Slot (oder Ähnliches).
Ausnahmen gibt es wenige, zudem sind die Aufrüstoptionen dann auf das beschränkt, was der Hersteller für das eigene Notebook-Modell vorgesehen hat. Ist ein Gerät wahlweise mit integrierter Grafik oder separatem Chip erhältlich, lohnt ein Blick ins Innere, oftmals gibts dann doch ein proprietäres Steckmodul, beispielsweise bei einigen neueren Acer-Modellen. Gute Chancen hat man auch bei Notebooks wie dem Dell Inspiron 8100/8200, für das verschiedene Grafikchips zur Wahl standen.
Allerdings sind diese Module nicht im Einzelhandel erhältlich; einige Hersteller rücken sie aber heraus, wenn man sie als Ersatzteil bestellt. Möglicherweise wird man im Gebrauchtmarkt fündig, auch wenn dort viele Upgrader lediglich ihre ausgebauten Karten verkaufen: Beispielsweise fanden wir für das Inspiron 8100/8200 bei eBay derzeit lediglich die langsamste Modulvariante mit dem ATI Mobility Radeon 7500.
Noch schlechter funktioniert der Umbau von Display, Mainboard oder Akku, weil hierfür keine industrieweiten Standards existieren. Wie beim Grafikchip gibts bestenfalls diejenigen Komponenten, die der Hersteller als Option für das Modell vorgesehen hat, sodass ein Tausch hauptsächlich bei defekten Komponenten wie einem altersschwachen Akku mehr als nur marginale Vorteile bringt [#literatur [7]]. Doch selbst innerhalb einer Modellreihe kann der Komponentenwechsel misslingen, weil die Hersteller Kleinigkeiten ändern, die sich nicht in unterschiedlichen Produktbezeichnungen oder anderen für Käufer erkennbaren Kriterien widerspiegeln.
Es gibt einige Ansätze für herstellerübergreifende Standards, beispielsweise für steckbare Grafikmodule oder die Blenden von optischen Laufwerken. Doch auf einen anwenderfreundlichen Wechsel der Komponenten zielt dabei niemand, sondern die Standards erfüllen in erster Linie die Anforderungen der Notebook-Hersteller, die sich Kostenersparnisse bei Design und Produktion ihrer Geräte sowie einen einfacheren Wechsel des Zulieferers versprechen. Die Zulieferer haben allerdings wenig Interesse am höheren Konkurrenzdruck, beispielsweise sind die Grafikmodul-Standards MXM von Nvidia und Axiom von ATI zueinander inkompatibel. (jow)
[#anfang Seitenanfang]
Einige Updates gelingen ganz ohne Schraubendreher: Fast alle Notebooks haben einen Schacht für die von der PCMCIA (Personal Computer Memory Card International Association) spezifizierten PC-Cards - Ausnahmen sind beispielsweise einige Desknotes von Elitegroup wie das A535 oder A980 sowie Apples iBooks und das Powerbook 12". Die Auswahl an PC-Cards umfasst neben allerhand exotischer Schnittstellen - so verkauft Magma Mobility Electronics (www.mobl.com) eine Lösung zum Anschluss von PCI-Karten an Notebooks - auch Aktuelles wie WLAN, USB 2.0, FireWire, eine Grafikkarte mit DVI-Ausgang (siehe c't 9/04, S. 71), ISDN-Adapter, GBit-LAN oder TV-Karten für Analog- und Digitalempfang (siehe c't 15/04, S. 45 und c't 11/04, S. 102).
Moderne Karten verwenden den Cardbus-Standard von 1995, der 32-Bit-Transfers mit PCI-Geschwindigkeit (bis 133 MByte/s) erlaubt. Obwohl seit fast zehn Jahren alle Notebooks Cardbus sprechen, sind noch viele Karten - insbesondere für 100-MBit-LAN - erhältlich, die dem älteren, ISA-ähnlichen PC-Card-Standard 2.1 entsprechen. Sie passen in Cardbus-Schächte und übertragen theoretisch 8 MByte/s, erreichen aber in der Praxis selten mehr als 1,5 MByte/s. Für langsame Peripherie wie ISDN oder WLAN nach 802.11b reicht das aus, doch für schnelle Schnittstellen eignen sie sich kaum, sodass man beim Kauf auf das Attribut Cardbus oder 32-Bit-Transfers oder Ähnliches achten sollte; optisch sind die Cardbus-Karten an einem breiten goldfarbenen Kontakt auf der Oberseite nahe des Anschlusses zu erkennen.
Umgekehrt lassen sich die 32-Bit-Karten nicht in 16-Bit-Schächte stecken. Das beschränkt die Aufrüstbarkeit alter Notebooks enorm, so sind uns beispielsweise keine 16-Bit-Karten mit USB-Schnittstelle - selbst 1.1 nicht - bekannt.
Doch auch moderne Notebooks bereiten Probleme: In einigen laufen auch Cardbus-Karten nur sehr langsam, was wohl an schlechten Controllern, lahmen Chipsätzen oder unausgereiften Treibern liegt. Bekannte Problemfälle sind Notebooks mit ATIs IGP-Northbridge und Southbridge von Ali wie das HP nx9000 oder IBM R40e, die auf dem Cardbus kaum mehr als 4 MByte/s schaffen - Abhilfe ist uns nicht bekannt. Als langsam gelten auch einige Cardbus-Controller von O2Micro. Gegen einige Konflikte zwischen Controller und Peripheriechip helfen Patches oder Treiberupdates, zu finden beim Notebook- oder Kartenhersteller.
[1] Jörg Wester, Kunde, ärgere dich nicht, Dem Notebook-Service auf die Finger gesehen, c't 25/03, S. 150
[2] Bernd Behr, Johannes Endres, Sichern und Versichern, Rundumschutz für stationäre und mobile Computer, c't 16/04, S. 172
[3] Boi Feddern, Platten-Karussell, Große Serial-ATA-Platten und frischer Wind im Notebookbereich, c't 14/04, S. 177
[4] Boi Feddern, Mobilmacher, Externe Festplattenleergehäuse von 2,5 bis 5,25 Zoll, c't 19/04, S. 146
[5] Axel Vahldiek, Karsten Violka, Perfektes Abbild, Imaging-Software im Vergleich, c't 23/03, S. 130
[6] FAQ zum Einbau von Slimline-Laufwerken
[7] Jörg Wester, Kraftquellen, Lithium-Ionen-Akkus entmystifiziert, c't 17/03, S. 170
"Notebook Upgrading" Weitere Artikel zum Thema Notebook Upgrading finden Sie in der c't 20/2004: Notebooks reparieren und modernisieren S. 166 8X-DVD&plusminus;R(W)-Brenner für Notebooks im Test S. 172 WLAN-Module und Antennen selbst eingebaut S. 176
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