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Grundlagen zur Auswahl des richtigen Notebooks

Die Vielfalt der angebotenen Notebooks wächst, die Preise schrumpfen. Somit wäre es einfach, das passende Gerät für die eigenen Ansprüche zu finden - wenn man die kennen würde und wenn die Anbieter alle wichtigen Details ihrer Notebooks preisgeben würden.

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Nach einem PC-Kauf lassen sich viele Fehlentscheidungen revidieren, beispielsweise wenn sich das Display als zu schlecht, die Grafikkarte als zu lahm oder die Lüfter als zu laut erweisen. Bei Notebooks lassen sich aber nachträglich nur wenige Komponenten austauschen, sodass fast alles direkt ab Werk passen muss.

Die Hersteller und Händler verraten allerdings nur wenige Details, wobei sie mit Hauptspeicher und Festplatte sogar gerade die Komponenten erwischen, die sich noch vergleichsweise einfach tauschen lassen. Zudem beeinflussen Bauteile wie Prozessor und Grafikchip hauptsächlich die Geschwindigkeit des Notebooks, die für ein Großteil der Anwender unkritisch ist, weil die meisten Anwendungen auf aktuellen Notebooks schnell genug laufen. Im praktischen Einsatz erweisen sich jedoch andere Eigenschaften als wichtiger, die in den Anzeigen meist unerwähnt bleiben: Display-Qualität, Laufzeit, Gewicht und Ergonomie, aber auch Qualität des Services und Umfang des Zubehörprogramms. In diesem Artikel beleuchten wir diese Kriterien und geben allgemeine Hinweise für alle Notebook-Klassen.

Der erste Schritte vor dem Kauf besteht darin, sich grob für ein Einsatzgebiet zu entscheiden: Will man das Notebook häufig mitnehmen? Dann stehen Laufzeit und Gewicht im Vordergrund. Oder soll es in erster Linie eine hohe Rechenleistung abliefern und vielleicht den stationären Rechner ersetzen? Oder soll es von allem ein bisschen können, aber vor allem nicht allzu teuer sein? Dann ist ein günstiger Allrounder das richtige Gerät.

Internet-Surfen, ruckelfreie DVD-Videos, E-Mails, Büroarbeiten, Fotobearbeitung und einfache Spiele erledigen alle derzeit erhältlichen Notebooks ohne Schwierigkeiten. Erst wenn die Ansprüche darüber hinaus gehen, muss man sich nach einer besseren Ausstattung umschauen. Dabei reicht es nicht, nur auf einen schnellen Prozessor zu achten, sondern das gesamte Paket muss stimmen. Schon die langsamen Prozessoren sind so schnell, dass sie die meisten rechenintensiven Arbeitsschritte wie das Nachschlagen eines gerade getippten Worts in der Rechtschreibkorrektur ohne wahrnehmbare Verzögerung erledigen. Viele der störenden Unterbrechungen im Sekundenbereich, etwa beim Starten von Programmen, beim Laden von Dateien oder beim Umschalten zwischen Anwendungen, verschwinden mit einem schnelleren Prozessor auch gar nicht, weil sie einer langsamen Festplatte oder einem zu kleinen Hauptspeicher geschuldet sind.

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Wie viel Speicher die tägliche Arbeit benötigt, zeigt der Task Manager unter Windows XP als "Maximalwert" unten links. Vergrößern

512 MByte oder weniger Hauptspeicher sind nur noch für Anwender ausreichend, die nur gelegentlich mit dem Notebook arbeiten, die mit häufigen kleinen – oder unter Vista auch größeren – Wartezeiten leben können oder die nie mehrere Programme gleichzeitig gestartet haben. Wenn aber als Grundlast ständig gleichzeitig Browser, Textverarbeitung, PDF-Reader, Messenger und E-Mailer laufen, wenn große Digitalbilder oder Videos zu bearbeiten sind, dann wird das ständige Auslagern auf die Festplatte lästig und man sollte lieber ein Gigabyte Hauptspeicher einplanen.

1,5 oder direkt 2 GByte empfehlen sich für anspruchsvolle Anwender, bei denen viele oder speicherfressende Programme gleichzeitig laufen: Entwicklungsumgebungen, Profi-Bildbearbeitungen, RAW-Bildverwaltung, Schnitt von hochaufgelöstem Videomaterial, Betriebssystem-Virtualisierung, Musikersoftware, Webseiten-Entwicklung samt lokalem Web- und Datenbank-Server im Hintergrund. Auch legen einige 3D-Spiele erstaunlich an Spielbarkeit zu, wenn sie viel Hauptspeicher haben.

Die Bestückung mit mehr als zwei Gigabyte treibt den Preis deutlich in die Höhe, weil Notebooks nur zwei Speichersteckplätze haben und die somit notwendigen 2-GByte-Module immer noch überproportional teuer sind. Statt wie anfangs über 400 Euro kosten sie zwar nur noch etwa 200 Euro, aber die 1-GByte-Module sind inzwischen sogar schon unter die 50-Euro-Marke gefallen. Die damit maximal möglichen 4 GByte Hauptspeicher lassen sich mit 32-Bit-Betriebssystemen aufgrund des eingeblendeten PCI- und AGP-Adressbereichs nicht nutzen, deutlich mehr als 3 GByte stellen nur wenige Notebooks bereit. Einige Notebooks dürften zwar in der Lage sein, einem 64-Bit-Betriebssystem die vollen 4 GByte zur Verfügung zu stellen, aber der Schritt von 3 auf 4 GByte rechtfertigt in nur wenigen Anwendungsszenarien die Treiber- und Kompatibilitätsprobleme.

Aktuelle Speicher-Controller arbeiten auch mit zwei verschiedenen Modulen im schnellen Zweikanal-Modus, sodass beliebige Kombinationen aus 0,5-, 1- und 2-GByte-Modulen möglich sind. Für viele Anwendungsfälle ist schon ein einzelnes PC2-4200/DDR2-533-Modul schnell genug. Wenn aber die Santa-Rosa-Prozessoren mit FSB800 oder weitere Komponenten, besonders ein Chipsatz mit integrierter Grafik (mehr dazu weiter unten), auf den Hauptspeicher zugreifen, sollte ein Riegel mit DDR2-667/PC2-5300-Geschwindigkeit oder noch besser direkt zwei davon eingesteckt sein.

Beim Blick auf die Speicherpreise sollte ein Notebook mit zwei GByte Speicher keine 100 Euro mehr kosten als mit nur einem. Doch einige Hersteller verlangen für Käufer nicht nachvollziehbare Aufpreise, beispielsweise wollten Anfang März Apple 180 und Dell 190 Euro für das zusätzliche Gigabyte haben. Wer sich zutraut, den Speicher selbst einzubauen oder wer einen servicefreundlichen Händler vor Ort kennt, kann so Geld sparen.

Bei vielen Notebooks ist diese Eigeninitiative sowieso notwendig, weil die Hersteller sie nur mit einer festen Speicherausstattung verkaufen. Einige Händler wie notebooksbilliger.de greifen dem Kunden unter die Arme und bieten diese Notebooks direkt mit zusätzlich eingebautem und getestetem Speicher an.

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