Leseprobe aus c't 3/13
Hannes A. Czerulla, Lutz Labs
Handys fürs Grobe
Robuste Smartphones mit Android
Sogenannte Outdoor-Smartphones vertragen Wasser, Dreck und darüber fahrende Autos – perfekt für die Baustelle, das Skifahren und die Bergwanderung.
Schon mal ein Smartphone mit dem Auto überfahren, in Eiswasser versenkt oder mit Matsch eingerieben? Den meisten Smartphones droht so ein Schicksal äußerst selten, doch arbeitet man auf Baustellen, verbringt seinen Urlaub im Freien oder hat man es auch beim Sport dabei, haben die Geräte eine kurze Lebenserwartung. Schützen kann man sie nur durch spezielle Hüllen (siehe c't 3/13, S. 114).
Um diesen Katastrophen noch besser vorzubeugen, gibt es sogenannte Outdoor-Smartphones. Sie haben Gehäuse mit massiven Gummi-Stoßdämpfern, ihre Anschluss-Buchsen und Akkuklappen sind mit Dichtungen gegen Flüssigkeiten und Staub geschützt und die Displayscheiben sind aus kratzfestem Glas gefertigt. Getestet haben wir das CAT B10, das fast baugleiche Utano Barrier T180 und das Simvalley SPT-800.
Nicht ganz so hart im Nehmen sind das Sony Xperia go und das Panasonic Eluga. Ihre Elektro-Innereien sind gegen Staub und Wasser nach IP-Standard geschützt, nicht aber gegen Schläge. Aber sie sind kleiner, leichter und haben sich einen Rest Eleganz bewahren können. Von außen deuten lediglich die wasserdichten Klappen vor den Anschluss-Buchsen auf den Schutz hin.
Die dritte Gruppe von Geräten im Test (Motorola Razr i und Alcatel One Touch 997D Ultra) hat der Hersteller während der Produktion mit wasserabweisenden Chemikalien bedampft. Das soll elektrische Bauteile versiegeln und Kurzschlüsse verhindern. Flüssigkeiten und Staub können weiterhin in die Gehäuse eindringen. Die Hersteller ordnen ihnen keinen IP-Standard zu und geben auch nicht an, ob sie nur hohe Luftfeuchtigkeit oder auch Spritzwasser und Untertauchen überleben.
Das takwak tw700 ist eher als Outdoor-Navigationsgerät mit Telefonfunktionen und Android zu betrachten. Es kann als Walkie-Talkie funken und hat als einziges im Test ein resistives Touch-Display.
Test-Parcours
Wegen ihrer unterschiedlichen Schutzstufen mussten nicht alle Modelle den gesamten Test-Parcours absolvieren. Um herauszufinden, wie dicht die vor Wasser geschützten Geräte sind, haben wir sie 3 Minuten in 30 Zentimeter Wassertiefe versenkt. Den Fall aus der Hosentasche, also etwa 1 Meter, vollzogen nur die stoßgeschützten Outdoor-Telefone. So durchliefen lediglich die Geräte von CAT, Utano und takwak die gesamte Testprozedur.
Besondere Smartphones erfordern besondere Tests. Im Klimaschrank setzten wir alle Modelle Temperaturen von –18 Grad bis +90 Grad Celsius aus. Orientierung ist in der Natur nur per GPS möglich – wir haben daher per GPS-Tracking mittels der App GPSSend geprüft, wie genau sich die Handys orten.
Temperaturtests
Über 70 Grad Celsius im Schatten haben Wissenschaftler in der Lut-Wüste im Iran gemessen, fast –90 Grad Celsius im Nordosten Russlands. Frost halten auch unsere Testkandidaten nicht aus, die Arbeitstemperaturen liegen laut Herstellerangaben aber deutlich über beziehungsweise unter den Bereichen anderer Smartphones (rund 5 bis 35 Grad Celsius). Bei größerer Kälte spielt der Akku nicht mehr mit und Displays frieren ein. Wie weit die Geräte zumindest noch zum Telefonieren taugen, haben wir in unserer Klimakammer geprüft und sie dabei per Headset bedient.
Das Alcatel 997D zeigte sich nicht „saunatauglich“ und meldete bereits bei 50 Grad Celsius, dass ihm zu warm sei, bei 60 Grad schaltete es sich ab. Razr i und SPT-800 waren bei 80 Grad telefonisch nicht mehr erreichbar, liefen aber noch. Xperia go, tw700 und Eluga schalteten bei 80 Grad ab. Am meisten Hitze konnten CAT B10 und das Utano Barrier vertragen, sie waren auch bei 90 Grad Celsius telefonisch erreichbar und per Headset bedienbar.
Minustemperaturen sind in unseren Breitengraden allerdings üblicher. Bereits bei –12 Grad waren 997D, B10, SPT-800 und Xperia go nicht mehr erreichbar, –18 Grad trotzten nur das tw700 und das Barrier T180. Im eigentlich baugleichen B10 steckt ein anderer Akku, der wohl für den frühzeitigen Ausstieg verantwortlich ist....
(hcz)
Outdoor-Smartphones
Artikel zum Thema finden Sie in c't 3/2013:
Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 3/2013.








