Im Tauziehen um Microsoft Network senkt CompuServe die Preise

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Die für den 24. Juli geplante gerichtliche Anhörung in Sachen Microsoft Network (MSN) ist erst einmal geplatzt. Dabei sollten allerlei Interna untersucht werden. Microsoft reichte eine Klage gegen die Anhörung ein, man wollte nichts preisgeben. Die Justizbehörden unter der Federführung von Anne Bingaman wollen jetzt eine Entscheidung, ob sie Anklage vor dem Kartellgericht erheben, auf Grund der bisher gesammelten Informationen fällen. Microsoft gab bekannt, daß man keineswegs beabsichtige, die Vermarktung von MSN über Windows 95 zu stoppen. Bill Gates spricht gar schon von einem Update von Windows 95, danach wolle man es mit Windows NT verschmelzen. Angeblich soll das neue Produkt Windows 97 heißen.

Ob Microsoft Windows 95 wirklich mit der Client-Software für den eigenen Online-Dienst ausstatten kann, steht damit trotz angelaufener Produktion noch nicht fest. Wenn der Spruch der Behörde negativ für Microsoft ausfällt, kann es sein, daß CDs, welche bereits produziert worden sind, niemals zur Auslieferung kommen werden. Bei hoher Nachfrage könnten daraus erhebliche Lieferschwierigkeiten für Windows 95 erwachsen. Allein 250 000 Vorbestellungen aus Deutschland konnte Microsoft zum 1. August verbuchen.

Ende Juli hatten sich die Gerüchte über ein Veto der Justizbehörden so weit verdichtet, daß Microsofts Aktien schon einmal einen leichten Rutsch um 4 Prozent nach unten zeigten. Wichtige Konkurrenten wie America Online, Prodigy und CompuServe wollen in die Gegenoffensive gehen. Sie suchen Unterstützung im Regierungslager. CompuServe kündigte erst einmal Preissenkungen zum 10. September an. Basic- und Extended Service werden miteinander verschmolzen und pro Monat gegen circa 14 DM erhältlich sein. Fünf Stunden im Internet sind eingeschlossen, jede weitere Stunde kostet künftig 4 DM. Unter dem Schlagwort "Super" können 20 Stunden im Internet monatlich gekauft werden (35 DM), weitere Stunden kosten jeweils 2,73 DM (Preise entsprechend dem aktuellen Dollarkurs umgerechnet).

Bill Gates ficht das alles noch nicht an. Im kanadischen Ottawa äußerte er die feste Zuversicht, daß Windows 95 wie erwartet erscheinen werde: "Wir produzieren jede Woche eine Million CDs und gehen davon aus, daß alles nach Plan laufen wird". (sd, fm)

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