Lückenfüller

Inflight Connectivity – zweiter Anlauf zum Erfolg

Ausgerechnet im Flugzeug, dem wichtigsten Langstreckentransportmittel, bleibt man meist offline. Das beginnt sich aber gerade zu ändern.

Dank breiter Mobilfunkabdeckung und günstigen WLAN-Hotspots kann man auch auf Reisen immer und überall online sein. Mit einer Ausnahme: Ausgerechnet im Flugzeug, dem wichtigsten Langstreckentransportmittel, bleibt man meist offline. Das beginnt sich aber gerade zu ändern.

Einen ersten Versuch, das Internet ins Flugzeug zu bringen, startete Boeing im Juni 2001 mit der Tochterfirma und dem gleichnamigen Produkt Connexion by Boeing. Startpartner waren damals United Airlines, Delta Airlines und American Airlines. Bereits nach wenigen Tagen schloss sich die Lufthansa als erster internationaler Partner der Gruppe an [1], und am 15. Januar 2003 hob eine 747 der Lufthansa zum Connexion-Jungfernflug von Frankfurt nach Washington ab. Als erste Airline startete die Lufthansa im Mai 2004 den Regelbetrieb unter dem Namen FlyNet [2]. Insgesamt wurden 69 Lufthansa-Maschinen mit der Technik ausgerüstet, und bis 2005 gewann Boeing noch neun weitere Fluggesellschaften hinzu.

Nach dem 11. September 2001 scheuten aber vor allem die US-Airlines die Investition von rund 500.000 US-Dollar pro Flugzeug. Dazu kam noch der Umsatzausfall durch bis zu 21 Werftliegetage; bei großen Maschinen konnte das bis zu 20 Millionen Dollar ausmachen. Obwohl Boeing versuchte, mit der Technik auch andere Märkte wie die Schifffahrt zu bedienen, und den Funktionsumfang um Dienste wie Live-TV oder Telefonie erweiterte, wurde Connexion zum Reinfall: Aus ursprünglich geplanten 5000 Einheiten wurden nur 146 Flugzeuge und wenige Schiffe. Konsequenterweise stellte Boeing den Dienst zum Jahresende 2006 ein. Nur das US-Militär konnte seine Verträge verlängern und nutzt die Technik unter dem Namen Boeing Broadband Satcom Network bis heute.

Infos zum Artikel

Kapitel
  1. Lückenfüller
  2. Neustart
  3. Die Technik von Boeing
  4. Neue Technik
  5. Wem nützt es?
  6. Kosten für die Passagiere
  7. Der Markt
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