Auf dem europäischen IDF, das am 28. und 29. Mai in München stattfand, stand alles im Zeichen von kommunikativer Mobilität. Dabei konzentriert sich Intel nicht länger nur auf den drahtlosen Datenaustausch; auch dem Stromkabel möchte die Chipschmiede alsbald den Garaus machen.
Schon im Vorfeld betonte Steve Brown, weltweiter Manager des IDF, dass der Schwerpunkt des europäischen Forums auf Kommunikation und drahtloser Technik liege, da Europa auf diesem Gebiet mittlerweile die führende Stellung einnehme.
Drahtlose Technik, das heißt für Intel nicht nur drahtlos ins Netz gehen. Auch in puncto Akku-Technologie will der Konzern mehr Forschungsarbeit leisten, sodass auch das lästige Aufladen des mobilen PC per Stromkabel seltener nötig ist.
So zeigte auf dem EMEA IDF beispielsweise die deutsche Firma Smart Fuel Cell ihre neueste Entwicklung auf diesem Gebiet. Den Brennstoff Methanol führt man bei dieser Lösung über Kartuschen ein, die nicht größer sind als die Patrone eines Tintenstrahldruckers. Ein Behälter soll eine Notebook-Handy-Kombination etwa zehn Stunden mit Energie versorgen können. Die Forscher planen bereits im nächsten Jahr eine Brennstoffzelle in ein Notebook zu integrieren.
Intels Beitrag zu längerer Laufzeit soll der kommende Notebook-Prozessor mit Codenamen ‘Banias’ sein, den der Chipriese erstmals der Entwicklergemeinde in einem Testsystem präsentierte. Anders als die mobilen Varianten der Pentium-Serie soll der Banias eine komplette Neuentwicklung speziell für den mobilen Markt sein. Er soll in einem 90-nm-Prozess gefertigt werden und Strom sparend mit zu Bündeln zusammengefassten Befehlen arbeiten (‘Micro op Fusion’). In puncto Stromverbrauch soll er alle bis jetzt bekannten CPUs unterbieten. Über die Rechenleistung des Stromsparwunders wollte Intel aber noch keine genauen Angaben machen. Auch die gezeigte 3DMark2001-Demo gab keinen rechten Aufschluss darüber, da sie mehr den Grafikchip als die CPU belastet. Die allgemeine Aussage von Intel zur Leistung des Banias: ‘Er wird Desktop-PC-äquivalente Performance bieten’.
Das drahtlose Netzwerk soll nach Intels Willen schneller werden. Nachdem der WLAN-Standard IEEE 802.11b mit seinem maximal möglichen Datendurchsatz von 11 MBit pro Sekunde auch hierzulande immer mehr Freunde findet, liegt für Intel der 54 MBit/s schnelle drahtlose IEEE-Standard 802.11a schon in greifbarer Nähe. Nur mit der Zulassung in einigen Ländern - unter anderem auch in Deutschland - hapert es noch.
Intel sprach aber nicht nur die Mobil-Gemeinde an, sondern gab auch ein paar Ausblicke auf die neuen Desktop- und Server-Prozessoren. Nur auf dem Reißbrett aber nicht in Aktion zeigte das Unternehmen den Pentium-4-Nachfolger mit Codenamen ‘Prescott’. Die Desktop-CPU will man in einem 130-nm-Prozess herstellen und schon im nächsten Jahr auf den Markt bringen. Nach Intels Vorstellungen soll der 32-bittige Prescott das bisher den Xeon-Prozessoren vorbehaltene Hyperthreading bieten. Zudem halten sich Gerüchte, dass Prescott auch die 64-Bit-Befehlserweiterung ‘Yamhill’ von AMD enthalten werde, was uns auf dem IDF aber niemand von Intel bestätigen wollte.
Unterm Strich machte Intel auf diesem europäischem Forum deutlich, welch hohen Stellenwert Mobile Computing und drahtlose Kommunikation mittlerweile für das Unternehmen einnimmt. Ob die Computerbranche durch Intels Firmenstrategie wieder den erhofften Aufschwung erhält, bleibt allerdings noch abzuwarten. (dal)
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