Kernel-Log – Was 2.6.30 bringt (2): Neue und überarbeitete Dateisysteme

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Zahlreiche Änderungen beeinflussen Datensicherheit und die Performance von Ext3 und Ext4. Neu dabei sind Exofs und Nilfs2 sowie der FS-Cache für AFS und NFS. Korrekturen gab es am kaum mehr betreuten Reiserfs.

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Mitte der Woche hat Linus Torvalds die dritte Vorabversion von Linux 2.6.30 freigegeben. Sie bringt abgesehen von zwei Code-Umstrukturierungen vorwiegend kleinere Verbesserungen und Korrekturen, wie es in der zweiten Phase des Entwicklungszyklus üblich ist.

Mittlerweile sind auch die langwierigen Diskussionen rund um Dateisysteme Ext3 und Ext4 sowie deren Interaktion mit anderen Kernel-Subsystemen weitgehend zur Ruhe gekommen. Über deren Anfänge hatte heise open berichtet – die gelegentlich etwas ruppige Diskussion auf der LKML ging danach jedoch noch mehr als eine Woche emsig weiter. So kamen schließlich 650 Mails zusammen – andere, durch diese Diskussion aufgelöste Threads nicht mitgezählt.

Die Debatten waren jedoch keineswegs fruchtlos, sondern führten zur Entwicklung einiger Änderungen, die Torvalds teilweise sofort in den derzeit zu Linux 2.6.30 führenden Hauptentwicklungszweig integrierte. Über diese sowie zahlreiche andere Änderungen rund um den Code der verschiedenen von Linux unterstützten Dateisysteme gibt der folgende zweite Teil der Kernel-Log-Mini-Serie "Was 2.6.30 bringt" gibt einen Überblick.

Relativ früh kochte in der erwähnten Diskussion ein altes, schon häufig diskutiertes und Dateisystem-übergreifendes Thema erneut hoch: Wann beziehungsweise wie häufig soll der Kernel die Zugriffszeit (Atime/Access Time) einer Datei aktualisieren? Die Information ist nur für eine Handvoll Anwendungen von Bedeutung, jede Aktualisierung zieht jedoch einen Schreibvorgang nach sich – die kosten nicht nur Zeit, sondern sind gerade bei SSDs oder mit Akku laufenden Notebooks eher unerwünscht.

Matthew Garrett erstellte daraufhin einige Patches, durch die der Kernel die Zugriffszeit nur mehr einmal pro Tag aktualisiert (Relative atime/relatime). Linus Torvalds nahm diese Änderungen nur wenige Stunden später als eine der ersten nach der Freigabe von 2.6.29 in den Hauptentwicklungszweig auf. Ein weiterer Patch von Garrett machte relatime zum Standard; das alte Verhalten lässt sich mittels strictatime aktivieren.

Doch auch diesen von vielen Kernel-Hackern schon lange geforderten Änderungen stellen nicht alle Entwickler zufrieden – Valerie Aurora (vormals Henson) nennt einige Kritikpunkte in ihrem Blog. Es ist daher nicht auszuschließen, dass das Thema früher oder später erneut aufs Tapet kommt.

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