Energie-Sammler

Kostenlose Stromversorgung per Energy Harvesting

Immer mehr Aufgaben lassen sich mit den modernen digitalen Begeleitern erledigen – jedenfalls so lange wie die Akkuladung reicht. Mittels Energy Havesting versorgen sich die Geräte kostenlos aus der Umwelt mit Energie.

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Das Ziel, jederzeit und überall ungehindert all seinen digitalen Leidenschaften frönen zu können, rückt näher, immer mehr Aufgaben lassen sich mit immer kleineren mobilen Geräten erledigen – jedenfalls so lange wie die Batterie- oder Akkuladung reicht. Energy Harvesting soll Kleinst- und Kleinverbraucher nun vom Zwang zum regelmäßigen Nachladen befreien.

Eigentlich ist Energy Harvesting ein alter Hut: Windmühlen und Segelschiffe haben schon vor Jahrtausenden Energie direkt aus ihrer Umgebung für ihren Antrieb genutzt und moderne Windparks erzeugen so schon länger Strom für den Netzbetrieb. Da die Idee bestechend ist, die Energie einfach kostenlos aus der Umgebung zu ziehen, hat man schon früh erste Versuche gestartet, auch kleine Geräte mit eigenen Energiewandlern auszustatten. Bei den möglichen Energiespendern für mobile Elektronik gehört Wind allerdings nicht zu den Favoriten. Mehr Chancen haben Photovoltaikzellen, die Sonnenenergie in elektrische Energie umwandeln. Bereits in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts gelang ihnen als Energiespender für einfache Taschenrechner oder Spielzeuge ein erster Schritt in den Markt für mobile Hardware. 1997 stellte Nokia mit dem Modell 1611 das erste Mobiltelefon vor, das seine Energie zumindest teilweise aus Solarzellen gewann. Auch andere Energiequellen wurden bereits vor Jahrzehnten angezapft: Anfang der 90er-Jahre brachte Seiko eine Quarzuhr ohne Batterie auf den Markt, bei der die Handbewegungen über die Kette Schwungrad – Rotor – Generator die notwendige Spannung erzeugen und überschüssige Energie in einem Kondensator gespeichert wird. Auch wenn einzelne Anwendungen sich bewährten, blieben Energiewandler für mobile Geräte aber eine Nischenanwendung.

Nun mehren sich die Anzeichen, dass der Ansatz, kleine elektronische Geräte die von ihnen benötigte Energie selbst gewinnen zu lassen, als Micro-Energy-Harvesting (MEH)-Techniken vielleicht doch noch eine steilere Karriere machen könnte. Nachdem in den vergangenen Jahren Anwendungen wie solar betriebene Ladegeräte und Bluetooth-Headsets auf dem Mobilmarkt auftauchten, gab es bei und nach dem diesjährigen Mobile World Congress (MWC) im Februar in Barcelona gleich von mehreren Herstellern Ankündigungen, dass sie Solarhandys auf den Markt bringen wollen.

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