Apple kleidet die neuen iMac-Modelle in eine schicke Aluminiumhaut und erhöht die Taktfrequenz des Doppelkern-Mobilprozessors auf bis zu 2,8 GHz. Dem Mac mini haben die Entwickler im Zuge der Produktpflege endlich eine Core-2-Duo-CPU spendiert.
Am Grundkonzept seines All-in-one-Rechners iMac hat Apple nichts geändert. Noch immer wirkt der iMac wie ein etwas pummliger Flachbildschirm. Der bisherige weiße Gehäusekunststoff musste jedoch edel und geschäftsmäßig wirkendem Aluminium weichen. Wie bisher lässt sich der Rechner nur in der Neigung verstellen, nicht aber in der Höhe.
Das Gehäuse fertigt Apple nahtlos aus einem Stück eloxiertem Aluminium. Über die Unterseite des Rahmens zieht sich ein Lochraster für die Lautsprecher und den Zugang zu den Speichersteckplätzen. Das Mikrofon befindet sich auf der Oberseite, die acht Öffnungen dafür sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen - saubere Arbeit, Apple.
Die Rückseite aus mattschwarzem Kunststoff ziert ein glänzendschwarzes Apple-Logo, im oberen Bereich dient ein Schlitz über die gesamte Breite als Auslass für die Lüfter. Das Display im 16:10-Seitenverhältnis ist von einem etwa zwei Zentimeter breiten schwarzen Trauerrand umgeben, in dem auch die eingebaute Kamera sitzt.
Passend zum metallenen Rechner-Design hat Apple zwei neue Flachtastaturen mit Aluminium-Korpus vorgestellt. Für das Bluetooth-Modell wurden Layout, Tastenform und -hub vom MacBook übernommen. Die USB-Tastatur wurde um die bei Desktop-Tastaturen üblichen Cursor-Tasten und einen Zahlenblock ergänzt. Besonders der geringe Hub der Tasten ist gewöhnungsbedürftig. Wer sich nicht mit dem MacBook-Keyboard anfreunden kann, der wird auch mit der neuen USB-Tastatur nicht glücklich.
Der Einstieg in die iMac-Klasse beginnt mit einem 20-Zoll-Display, die Core-2-Duo-CPU wird mit 2,0 oder 2,4 GHz getaktet. Das iMac-Modell mit 24-Zoll-Bildschirm kommt mit 2,4 GHz Core 2 Duo oder 2,8 GHz schnellem Core 2 Extreme. Letzteren hat Intel übrigens noch gar nicht vorgestellt. Die Extreme-CPU gibt deutlich mehr Abwärme ab als alle anderen mobilen Core-2-Prozessoren. Ob Apple die Kühlung gelungen ist, können wir noch nicht sagen. Uns erreichten nur das 20- und 24-Zoll-Modell mit 2,4-GHz-Prozessor.
Apple setzt bei den iMacs nun wie bei den MacBook-Pro-Modellen Intels Santa-Rosa-Plattform ein. Die bringt einen schnelleren, mit 800 MHz getakteten Frontsidebus mit (bisher 667 MHz). Einen Teil des dadurch möglichen Geschwindigkeitsgewinns verschenkt Apple aber, da der Hauptspeicher weiterhin nur mit 667 MHz arbeitet.
Hitzige Diskussionen dürfte das Display des iMac auslösen. Wie viele andere Hersteller hat auch Apple sich entschieden, ein spiegelndes Display („glossy“) einzusetzen. Das eigentliche Panel ist zwar nicht spiegelnd, allerdings setzt Apple eine stark spiegelnde Glasscheibe davor. Die sorgt zwar bei günstigen (dunklen) Lichtverhältnissen für knackige Farben und einen guten Kontrast, bei der Anzeige dunkler Farbtöne kann man jedoch sich selbst und die Umgebung sehr gut ausmachen. Bei eingeschaltetem Deckenlicht oder Sonneneinstrahlung erkennt man selbst bei hellen Bildinhalten und einer Leuchtdichte von rund 200 cd/m2 noch störende Reflexionen auf der Scheibe.
Im 20-Zoll-iMac steckt ein TN-Panel (Twisted Nematics), das für diesen Panel-Typ eine vergleichsweise geringe Winkelabhängigkeit aufweist. Auch Kontrast und Leuchdichte sind sehr gut, die Ausleuchtung ist recht ordentlich. Allerdings patzt das Display bei der Darstellung von Grauverläufen. Man erkennt einen sehr deutlichen Bruch am Übergang zu Schwarz. Bei ergonomischer Helligkeit (100 cd/m2) zeigt das Display Farben satt, aber wenig peppig an. Knackiger wird es ab etwa 150 cd/m2. Rot driftet deutlich in den orangenen Bereich.
Im 24-Zoll-iMac steckt ein IPS-Panel (In-Plane Switching), das fast keine Blickwinkelabhängigkeit zeigt. Leider ist das Display - selbst wenn man die Helligkeit völlig herunterregelt - mit 212 cd/m2 immer noch sehr hell. Für ergonomisches Arbeiten empfehlen wir 100 bis 120 cd/m2. Auch die Ausleuchtung ist schlecht: Die linke Bildhälfte ist sichtbar heller als die Bildmitte, die rechte Hälfte sichtbar dunkler.
Erstmals baut Apple einen FireWire-800-Anschluss in die iMacs ein, der mit Transferraten von über 51 MByte/s beim Schreiben und über 58 MByte/s beim Lesen recht ordentlich arbeitet. Zur internen Platte fließen die Daten 20 bis 25 MByte/s schneller. Traurig sind die Werte am USB-2.0-Port, der mit knapp über 15 MByte/s in der Spitze spürbar lahmt.
Die neuen iMacs haben ihre Tugenden von ihren Vorgängern geerbt: Sie sind leise und verbrauchen wenig Strom. Mit den neuen Prozessoren sind sie zudem schneller geworden. Für viele Interessenten dürfte das Display das entscheidene Kaufkriterium sein. Wer partout kein spiegelndes Display möchte, der muss versuchen, noch ein altes iMac-Modell beim Händler oder auf dem Gebrauchtmarkt zu ergattern.
Auch den Mac mini hat Apple neu aufgelegt: Am äußeren Erscheinungsbild hat sich nichts geändert, Apple hat dem Kleinstrechner aber endlich das längst fällige Upgrade des Prozessors auf ein Core-2-Duo-Modell spendiert. Dem 1,83 GHz schnellen Core 2 Duo im Mac mini mit Kombolaufwerk stehen zwei MByte Level-2-Cache zur Seite. Das 2 GHz schnelle Modell mit DVD-Brenner, das wir im Test hatten, gebietet über 4 MByte schnellen L2-Speicher. Der Hauptspeicher lässt sich nun bei allen Modellen auf bis zu 2 GByte RAM ausbauen, doppelt so viel wie beim Vorgänger. Bei der Größe der Notebook-Festplatte des Rechners - mit Serial-ATA- statt wie bisher mit Parallel-ATA-Schnittstelle - haben Käufer die Wahl zwischen 80, 120 und 160 GByte. Mit einem Durchsatz von um die 29 MByte pro Sekunde arbeitete das Modell in unserem Testgerät recht flott. In diesem Geschwindigkeitsbereich übertrug auch eine externe Platte am FireWire-400-Port. Über die USB-2.0-Schnittstelle flossen jedoch Mac-OS-X-typisch nur 12,4 (Schreiben) respektive 15,3 MByte (Lesen) Daten pro Sekunde.
Der Mac mini nutzt den integrierten GMA-950-Grafikprozessor des Intel-Chipsatzes und zwackt dafür 64 MByte vom Hauptspeicher ab. Vom Anschluss eines analogen Monitors kann man nur abraten: Da die Signalqualität schon bei einer Auflösung von 1280 x 1024 Bildpunkten nur mangelhaft ist, sollte man den Augen zuliebe stets zu einem digital angesteuerten Display greifen.
Nichts zu mäkeln gab es dagegen bei der Audio-Hardware und auch die Geräuschentwicklung gefiel uns. Beim normalen Arbeiten bleibt der Rechner praktisch unhörbar, nur unter Volllast macht sich der Lüfter dezent bemerkbar.
Als kleiner, unaufdringlicher Rechner wird der Mac mini weiter Freunde finden. Im privaten Bereich ist er für alle anfallenden Arbeiten schnell genug, selbst das Schneiden des Urlaubsvideos strapaziert die Geduld des Anwenders nicht allzu sehr.
Windows XP ließ sich mit der Beta-Version von Boot Camp 1.4 auf allen drei Rechnern im Test problemlos installieren. Allerdings wollte der Benchmark BAPCo Sysmark nicht durchlaufen, sodass wir die Benchmark-Ergebnisse unter Windows in einer späteren Ausgabe nachreichen. (adb)
Die Testergebnisse finden Sie in c't 18/2007.
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