Móviles y tabletas!

Smartphones, Tablets und Netztechnik auf der Mobilfunkmesse MWC 2011

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Während Mobilfunkbetreiber und Netzwerkzulieferer über Breitband-Ausbau und LTE diskutieren, präsentieren Hersteller ihre neue Hard- und Software: Nur sind die Smartphones nicht mehr die alleinigen Stars, die Tablets sind auch nach Spanien geschwappt.

Wenn sich die Mobilfunkbranche in Barcelona in diesem Jahr auf dem Mobile World Congress (MWC) trifft, sind die Smartphones nicht mehr die einzigen Stars auf der Bühne; Die tabletas electrónicas, die Tablets, sind von der CES in Las Vegas nach Spanien geschwappt. Die Branche ist fast schon übermütig: 44,6 Millionen verkaufte Tablets erwarten die Analysten der International Data Corporation (IDC) in diesem Jahr. Die Chancen stehen gut, dass die Fachmesse nach vier Jahren erstmals wieder die 50 000-Besucher-Marke überschreitet. Im vergangenen Jahr zählte die GSM Association (GSMA) als Veranstalter 49 000 Besucher aus 200 Ländern. Zu sehen gibt es jedenfalls genug: Auch in diesem Jahr präsentieren mehr als 1300 Aussteller auf 145 000 Quadratmetern neue Mobilgeräte, Dienste, Apps sowie die neuesten Entwicklungen in der Netztechnik.

Außer mit den Ausstellungen lockt der MWC die Fachbesucher mit Konferenzen, Seminaren, Workshops, Awards für Apps und innovative Technik und zahlreichen Keynotes. Die sind prominent besetzt: So wird Eric Schmidt, Noch-CEO von Google, vielleicht neue Details zum Tablet-Android Honeycomb verraten und Microsoft-Chef Ballmer könnte den Startschuss für das längst überfällige Copy&Paste-Update für Windows Phone 7 geben. Intel-Chef Paul Ottelini steht Rede und Antwort für Intels Mobilstrategie: Nach der gemeinsamen Ankündigung mit Nokia, mit Hilfe des mobilen Betriebssystems MeeGo Boden gut zu machen, hat sich kaum etwas getan – mal abgesehen vom wenig überzeugenden MeeGo-basierten Tablet WeTab. Zahlreiche Firmenchefs von Smartphone-Herstellern und Mobilfunkprovidern lassen es sich ebenfalls nicht nehmen, als Speaker einen Blick in die Visionen und Strategien ihrer Unternehmen zu gewähren. In der Konferenz, die um die Vorträge gelegt ist, geht es um die heißesten Themen der Branche: Vor allem Apps und App-Shops stehen auf der Agenda, dazu Werbung auf mobilen Geräten, Mobile Health, Augmented Reality, die Dienste in der Cloud und Bezahlen per Smartphone.

Das Feuerwerk der Smartphone-Vorstellungen beginnt schon am Sonntag, dem Vorabend der Messe. Den ersten MWC-Knaller steuert Sony Ericsson bei: Das Android-Smartphone Xperia Play ist eine Mischung aus Touch-Handy und Playstation Portable. Das Gerät erinnert optisch an das Xperia X10, kommt aber mit einem quer ausschiebbaren Controller-Pad, das die von der PSP bekannten zwei Steuerkreuze bietet. Ein Emulator und Shop für PSOne-Spiele ist auf dem Handy vorinstalliert und soll demnächst auch für andere Android-Handys verfügbar sein (siehe S. 44 ). Das Android-2.3-Handy mit 4-Zoll-Display soll 854 x 480 Bildpunkte anzeigen und CPU sowie GPU von Qualcomm (GHz-Snapdragon, Adreno 205) besitzen. Mindestens zwei weitere Geräte wird Sony im Gepäck haben: das bereits auf der CES vorgestellte Xperia Arc und das Xperia Neo, beide ebenfalls mit Android 2.3 und GHz-Prozessor. Das Arc hat eine 8-Megapixel-Kamera mit besonders rauscharmem Sensor und eine HDMI-Schnittstelle.

Vergrößern Das Galaxy Ace mit 3,5 Zoll Bildschirmdiagonale und HVGA-Auflösung ist eines von drei neuen Mittelklasse-Smartphones von Samsung.

Auch Samsung setzt voll auf Android. Gleich drei Mittelklasse-Androids zeigt der Hersteller, dazu den Nachfolger seines Android-Flaggschiffs Galaxy S mit Dual-Core-Prozessor. Die drei Smartphones Galaxy Mini, Galaxy Gio und Galaxy Ace laufen mit Android 2.2 und Samsungs TouchWiz-Oberfläche. Das Galaxy Mini bietet 240 x 320 Bildpunkte auf 3,1 Zoll Bildschirmdiagonale, das Galaxy Gio (3,2 Zoll) und das Galaxy Ace (3,5 Zoll) sogar 320 x 480 Pixel. Allein schon um das hauseigene Betriebssystem Bada OS im Gespräch zu halten, dürfte wohl aber auch ein solches Handy angekündigt werden. Ebenfalls wird Samsung einen Blick auf das Galaxy Tab 2 gewähren. Der Nachfolger des Froyo-Tablets soll mit dem Tablet-optimierten Android 3.0 Honeycomb laufen.

Nokia stellt auf der Messe nicht aus, hat aber am Sonntag ebenfalls zu einer Pressekonferenz geladen. Wie immer gaben sich die Finnen im Vorfeld hochverschlossen. Und so brodelt hier die Gerüchteküche am dollsten: Kommt das E6-00 im klassischen Bartype-Look mit Symbian 3 und Qwertz-Tastatur unter dem kleinen Display? Oder wird das Nokia N9 mit Schiebetastatur vorgestellt, das als erstes Nokia-Handy mit Intel Atom und dem mobilen Betriebssystem MeeGo ausgerüstet ist? Gerüchten zufolge hat das Handy einen Chip für Near Field Communication (NFC), einen HDMI-Ausgang und eine 12-Megapixel-Kamera. Seit der ehemalige Microsoft-Manager Stephen Elop Chef von Nokia ist, munkelt man auch darüber, dass Nokia demnächst Handys mit Windows Phone 7 auf den Markt bringen könnte.

Ab Montag zeigen dann auch die anderen Hersteller ihre Tablets und Smartphones. LG will in diesem Jahr mit 3D beeindrucken: Ein 3D-fähiges Smartphone und ein 3D-fähiges Tablet stehen auf der Agenda. Das Android-Smartphone LG Optimus 3D läuft mit Dual-Core-Prozessor von Nvidia, besitzt einen HDMI-Ausgang und eine Doppellinsenkamera, die 3D-Videos aufzeichnet. Das LCD-Panel soll außerdem fit für die Wiedergabe von 3D-Inhalten ohne Brille sein. Auch das 9-Zoll-Tablet LG Optimus Pad hat eine 3D-Kamera und ein spezielles Display, allerdings ist bei diesem eine Shutter- oder Polarizer-Brille nötig. Das Tablet läuft mit Android 3.0 Honeycomb, nimmt Videos bis 1080p auf und besitzt einen Tegra-2-Prozessor.

Vergrößern LGs 9-Zoll-Tablet Optimus Pad läuft mit Android 3.0 Honeycomb und nimmt mit einer Doppellinse 3D-Videos auf.

Für HTC ist der Mobile World Congress zu dem wichtigsten Präsentationstermin geworden: Nicht weniger als sechs neue Geräte sollen vorgestellt werden, hört man aus Branchenkreisen. Klassische Touchscreen-Smartphones wird es dabei ebenso geben wie spezielle für Social Media – ob die Gerüchte eines Facebook-Handys aus den Werken der Taiwaner vielleicht doch stimmen? Mit von der Partie dürfte jedenfalls das Desire 2 sein, der Nachfolger von HTCs Premium-Android. Außerdem soll das erste HTC-Tablet mit Android gezeigt werden.

Huawei stellt ebenfalls ein Tablet vor: Das Ideos S7 Slim – wohl der Nachfolger des Ideos S7 – soll sich durch eine besonders dünne Bauweise auszeichnen, mehr gab der Elektronikhersteller im Vorfeld nicht bekannt.

Bei Research in Motion (RIM), HP, Dell und Motorola bekommt man vor allem CES-Neuheiten und bereits Vorgestelltes zu sehen. Motorola bringt von der CES das Xoom mit Android 3.0 und 10 Zoll Displaydiagonale mit, das in den USA möglicherweise schon Ende Februar auf den Markt kommt. Vielleicht gibt der Hersteller erste Details zu einem Europastart bekannt. Dell könnte die Messe ebenfalls für die Bekanntgabe eines Europa-Termins seines Streak 7 nutzen und ein 10-Zoll-Tablet vorstellen. HP hat das kurz vor dem MWC angekündigte WebOS-Tablet HP Touchpad mit 10-Zoll-Touchscreen im Gepäck (siehe S. 34 ). RIM zeigt Geschäftskunden und Presse sein mit vielen Vorschusslorbeeren geschmücktes 7-Zoll-Tablet Playbook. Es läuft mit einem Gigahertz-Doppelkern-Prozessor von Texas Instruments (TI) und 1 GByte RAM und hat RIMs eigenes Betriebssystem Blackberry Tablet OS an Bord.

Großes Thema auf dem MWC sind die SoCs (System on a Chip), die im Zeitalter der Tablets mit zwei oder mehr Prozessorkernen kommen und mit mobiler Grafik aus Telefonen und Surfbrettern Media-Center und Spielkonsolen machen sollen. Qualcomms Dual-Core-Snapdragons mit ARM-Cortex-A9-Design steckt in einigen der MWC-Smartphones, in anderen Nvidias Tegra 2. Ein Vorgeschmack auf den Nachfolger Tegra 3, der Gerüchten zufolge vier Kerne auf Cortex-A9-Basis haben soll, ist dagegen auf dem MWC noch nicht zu erwarten. Der OMAP5 von Texas Instruments kombiniert zwei Cortex-A15- mit zwei Cortex-M4-Kernen und soll und deutlich weniger Strom als sein Vorgänger brauchen. Großes Fragezeichen ist Intel: Hat der US-amerikanische Chiphersteller nur MeeGo-Neuigkeiten oder auch Interessantes in puncto Hardware aus dem Hut zu zaubern? Jede positive Meldung wäre jedenfalls Balsam für die Seele des Sandy-Bridge-Bug-geplagten Unternehmens.

Schon seit einigen Jahren ist mobiles Bezahlen ein viel diskutiertes Thema der Fachmesse. In diesem Jahr könnte es endlich konkreter werden: Nachdem Google das Nexus S mit einem Chip für Near Field Communication (NFC) ausgestattet hat, ziehen viele Hersteller nach (siehe auch S. 57 ); andere wie Nokia verwenden die Technik seit Jahren. Der Übertragungsstandard ermöglicht eine Kommunikation zwischen Geräten auf zehn Zentimetern; ein so ausgestattetes Handy ließe sich zum Beispiel als Kreditkarte oder Ausweis an einem Terminal nutzen. Bisher fehlt es für ein solches Bezahlsystem vor allem an Standards und branchenweiten Kooperationen, möglicherweise wird eine solche auf dem Kongress angekündigt.

Eine Smartphone-Plattform ist nur halb so interessant ohne eine attraktive Auswahl an Apps. Insofern ist es konsequent, dass die Messe ihren letztjährig erstmals veranstalteten App Planet wieder auflegt. Mehr als 200 Aussteller werden erwartet, der dazugehörende Kongress und die Entwicklerworkshops decken die meisten Plattformen ab.

Viele große Namen aus der Softwarebranche sind mit von der Partie: Oracle, Skype, Opera, Navigon und TomTom zum Beispiel, die Apps für iOS, Android und Co. entwickeln. Aber auch viel Neues gibt es zu entdecken: Eine Reihe von Start-ups stellen ihre Apps außerhalb des Messegeländes im Rahmen der Mobile Premier Awards (www.mobilepremierawards.com ) vor. Der Wettbewerb findet in den Telefonica-Headquarters statt. Zu den Finalisten gehören unter anderem das deutsche Unternehmen wahwah.fm. Mit dessen iOS-App können Nutzer Musik von ihrem Gerät aus an Freunde streamen, sodass diese sie gleichzeitig hören. Die iPhone- und Android-App Instant Heart Rate des slowenischen Herstellers Modula d.o.o. macht aus dem Smartphone ein Messgerät für die Herzfrequenz. (acb)

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