Sun erweitert seine x64-Modellreihe in den Highend-Bereich: Im Fire X4600 stecken bis zu acht Opterons, das Blade-System 8000 tritt gegen HP und IBM an.
Gleich um drei neue Maschinen hat Sun seine Baureihe von x64-Servern mit AMD-Opteron-Prozessoren erweitert: Der Fire X4600 nimmt acht Single- oder Dual-Core-Opterons auf, das Blade 8000 Modular System ist für bis zu zehn Quad-Opteron-Server ausgelegt und der Storage-Server Fire X4500 bietet bis zu 24 TByte (unformatierte) Speicherkapazität. Für die neuen x64-Systeme zeichnet der deutschstämmige Sun-Mitbegründer Andy von Bechtolsheim verantwortlich, den Sun Anfang 2004 durch die Übernahme seiner Start-up-Firma Kealia ins Unternehmen zurückgeholt hat. Aus Bechtolsheims Ideenschmiede stammen auch die im vergangenen Herbst eingeführten Zwei-Opteron-Server Fire X4100 (Galaxy1) und X4200 (Galaxy2) sowie das besonders preiswerte Ein-Prozessor-System Fire X2100 (Aquarius).
Auch in den drei neuen x64-Maschinen stecken noch die bisher üblichen Opterons mit DDR-Speichercontroller, also noch nicht die in den nächsten Wochen erwarteten „Stepping-F“-Opterons für DDR2-Speicher. Der Fire X4600 alias Galaxy4 soll sich allerdings mit den kommenden Prozessoren und insbesondere mit dem Quad-Core-Chip K8L aufrüsten lassen; das ermöglicht der modulare Aufbau, bei dem die einzelnen Prozessoren gemeinsam mit vier Speichermodulen auf jeweils einer leicht auswechselbaren Steckkarte sitzen. Ähnlich sind der Vier-Opteron-Server HP ProLiant DL585 und der Acht-Opteron-Barebone Iwill H8502 konstruiert. Die Kopplung zwischen den Prozessoren untereinander und dem Chipsatz erfolgt jeweils per HyperTransport.
Als Chipsatz steckt in der X4600 der Nvidia Professional 2200 in Kombination mit dem HyperTransport-PCI-X-Tunnel AMD-8132. Es stehen vier PCI-Express-x8-Steckplätze, zwei PCIe-x2- und zwei PCI-X-100-Slots für Erweiterungskarten bereit. Ein PCI-X-SAS-Hostadapter (LSI Logic SAS1064) und zwei PCI-X-Dual-Port-Gigabit-LAN-Adapter (Intel FW82546) binden vier SAS- oder SATA-Festplatten im 2,5-Zoll-Format und vier GBit-Ethernet-Ports an. Für die Fernwartung (Integrated Lights-Out Management, ILOM) gibt es einen separaten 100-MBit-LAN-Anschluss - hinsichtlich Netzwerk, Fernwartung und Festplatten entspricht die Ausstattung also den kleineren Servern X4100/X4200, die aber noch keine PCIe-Chipsätze haben.
Für den Fire X4600 bietet Sun Einzelkern-Opterons mit bis zu 3 GHz Taktfrequenz (Opteron 856) und Doppelkerne mit bis zu 2,6 GHz Taktfrequenz (Opteron 885) an. Im Vollausbau mit acht CPU-Modulen lässt sich der Hauptspeicher mit 4-GByte-RDIMMs auf bis zu 128 GByte ausbauen. Die Maschine soll mit vier Prozessoren ab etwa 30 000 Euro zu haben sein.
Ebenfalls vier Prozessoren sitzen auf den X8400-Einschüben für das Sun Blade 8000 Modular System (Codename Andromeda), mit dem Sun jetzt gegen Blade-Server-Hersteller wie IBM, HP oder Fujitsu Siemens antritt: Alle drei offerieren bereits Opteron-Blades, bis auf IBM auch Vier-Sockel-Systeme. Beim Blade-System von Sun überrascht die voluminöse Bauform: Das Chassis ist 19 Rack-Höheneinheiten hoch, es passen also nur zwei davon in ein Standard-Rack (mit 42 HE). Weil jedes Chassis zehn Quad-Opteron-Server aufnimmt, liegt die CPU-Packungsdichte bei 80 Prozessoren beziehungsweise 160 Kernen pro Rack - mit gewöhnlichen 1-HE-Servern sind theoretisch 84 Prozessoren pro Rack machbar, Blade-Server von IBM und HP ermöglichen maximal 168 beziehungsweise 192 Opterons pro Rack, allerdings jeweils nur beim Einbau von Zwei-Sockel-Servern. Sun will später im Jahr noch ein Blade-System für den Einsatz im High-Performance Computing (HPC) mit höherer CPU-Packungsdichte vorstellen, im nächsten Jahr sollen SPARC-Blades folgen.
Eine Andromeda-Besonderheit ist, dass die Blades zwar jeweils zwei 2,5-Zoll-SAS-Disks aufnehmen, aber keine Netzwerk-Chips besitzen. Stattdessen führt Sun die PCI-Express-Ports der einzelnen Blades über die Midplane des Chassis zu rückwärtig angeordneten Steckplätzen für PCIe-ExpressModules und PCIe-Gigabit-LAN-Adaptern. Bei den standardisierten ExpressModules kann man zwischen Netzwerk-, FibreChannel- und InfiniBand-Adaptern wählen.
Der dritte x64-Neuling von Sun wurde unter dem Codenamen Thumper entwickelt: Im 4-HE-Chassis des Storage-Server Fire X4500 stecken 48 SATA-Festplatten, die bis zu 24 TByte unformatierte Speicherkapazität bieten. Auf zwei Dual-Core-Opterons mit bis zu 16 GByte Speicher läuft das Betriebssystem Solaris, das den Speicherplatz unter dem Meta-Dateisystem ZFS verwaltet. Wie bei den Galaxy-Servern stehen vier integrierte Gigabit-Ethernet-Ports bereit, zwei PCI-X-133-Slots ermöglichen den Einbau zusätzlicher Adapterkarten. (ciw)
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