Wer daran gewöhnt ist, dass das Notebook ständig mit dem Internet verbunden ist, wird diese Anbindung unterwegs schmerzlich vermissen. Per Bluetooth und Handy ist der Weg ins Internet aber ganz einfach. Nebenbei eröffnet Bluetooth noch weitere Möglichkeiten zum Datenaustausch zwischen PC und Handy.
Sven H. ist häufig dienstlich unterwegs. Sein Handy ist mit dem Notebook per Bluetooth-Funk verbunden. E-Mails holt er via GSM auf sein Notebook und greift darüber auch aufs Firmennetz zu, sendet und empfängt Faxe. Das Notebook nimmt er am Wochenende nicht mit nach Hause, obwohl er gelegentlich auch dann Kundenanfragen beantwortet - Kontakt- und Aufgabenlisten sowie sein Kalender sind auf seinem Handy stets auf dem aktuellen Stand.
Wenn er am Wochenende neue Termine auf dem Handy einträgt, gleicht er es später mit dem Notebook ab. Dazu muss er das Handy nicht einmal aus der Tasche nehmen: Die drahtlose Verbindung per Bluetooth funktioniert trotzdem. Das ist keine Szene aus einem Science-Fiction-Film, sondern gängige Praxis. Notebook oder ortsfester PC und Handy ergänzen sich dabei ideal.
Um Daten zwischen Handy und Notebook zu synchronisieren oder über das Handy ins Internet zu gehen, muss man zunächst eine Verbindung zwischen den beiden Komponenten herstellen. Grundsätzlich stehen dazu die serielle Schnittstelle, USB, Infrarot und Bluetooth zur Verfügung. Die serielle Schnittstelle und USB haben den Nachteil, dass sie Kabel erfordern. Das ist umständlich, die mechanische Lösung gewährleistet aber eine sichere Verbindung.
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Auch bei drahtloser Kopplung mit dem Laptop kann das Handy alle Dienste bereitstellen. |
Die Infrarot-Schnittstelle (IrDA) benötigt zwar kein Kabel, erfordert aber eine Sichtverbindung zwischen den IrDA-Ports von Notebook und Handy und hat nur eine kurze Reichweite. Im Auto oder etwa in einer Flughafen-Lounge ohne Arbeitstische ist die Nutzung von IrDA daher oft noch umständlicher als eine Kabelverbindung.
Bluetooth koppelt Handy und Notebook per Funk - über bis zu zehn Meter hinweg. (Man muss das Handy zur Datenübertragung nicht einmal aus der Manteltasche oder dem Aktenkoffer nehmen, sofern der Nahfunk aktiviert ist.) Eventuelle Übertragungsfehler bügelt das Bluetooth-Protokoll aus. Zudem ist es vielseitig: Es eignet sich für Internet- und Faxkommunikation, kann aber auch einzelne Visitenkarten, Termine und Fotos übertragen und auch zum Drucken benutzt werden. Eine vollständige Übersicht der Bluetooth-Anwendungen finden Sie in unserer Bluetooth-Datenbank unter www.bluetooth-db.de.
Beim Surfen über Mobilfunk muss man zwischen verschiedenen Tarifen und Zugangstechniken abwägen. Grundsätzlich ist der Durchsatz über eine GSM-Verbindung deutlich niedriger als bei Festnetzleitungen oder WLAN. Auch muss man deutlich höhere Latenzzeiten beim Laden von Webseiten oder dem Abruf von E-Mails in Kauf nehmen.
Im GSM-Netz stehen verschiedene Verbindungsarten zur Wahl. CSD (Circuit Switched Data) ermöglicht eine Wählverbindung mit einer Datenrate von 9600 oder 14 400 Bit/s. Dabei bezahlt man die Verbindungsdauer; die Netzbetreiber bieten dafür in der Regel Einwahlnummern an, die günstiger als normale Telefonate abgerechnet werden. Wer einen Tarif nutzt, der günstige Ortsgespräche erlaubt, kommt noch billiger ins Netz, indem er statt der Netzbetreiber-Einwahl einen Einwahlknoten im jeweiligen Ortsnetz verwendet. Eine Übersicht über Einwahlknoten in verschiedenen Städten stellen wir im Internet unter www.heise.de/itarif/view.shtml?function=xxl bereit.
Firmen können ihren Mitarbeitern mit wenig Aufwand einen Einwahl-Rechner bereitstellen, sodass Außendienstler direkt auf Unternehmensdaten zugreifen können - ohne Umweg übers öffentliche Internet und ohne aufwendige Einrichtung eines VPN-Servers, der die Daten gegen unerwünschte Einsicht Dritter verschlüsselt.
Vodafone und E-Plus bieten zusätzlich HSCSD (High Speed Circuit Switched Data) an. Dabei werden bis zu vier Funkkanäle für maximal 57,6 kBit/s gebündelt. Allerdings beherrschen nicht alle Handys HSCSD. Die Netzbetreiber garantieren keine festen Datenraten; im ungünstigsten Fall entspricht die Geschwindigkeit nur der einer CSD-Verbindung.
Die GSM-Anbieter versuchen seit geraumer Zeit, GPRS (General Packet Radio Service) als vollwertigen Ersatz für CSD und HSCSD zu vermarkten. Bei GPRS werden zwar ebenfalls bis zu vier Kanäle gebündelt (je Kanal bis zu 13,4 kBit/s für maximal 53,6 kBit/s), aber die Abrechnung erfolgt nicht nach Verbindungsdauer, sondern nach übertragener Datenmenge.
Die Verbindung besteht bei GPRS permanent, auch wenn gerade keine Daten übertragen werden. Damit lässt es sich hervorragend für Anwendungen einsetzen, die lange online sind, aber nur geringe Übertragungsmengen erzeugen. Periodische E-Mail-Checks oder die Kommunikation per Instant-Messenger lassen sich via GPRS preiswert erledigen.
Für die Übertragung großer Datenmengen ist GPRS wenig empfehlenswert. Wer beispielsweise ein Foto von einer 4-Megapixel-Kamera übertragen will, das typischerweise rund 1,6 MByte groß ist, wird dafür je nach Anbieter und Tarif schon mal mit über 30 Euro zur Kasse gebeten. Per CSD benötigt man für die Übertragung der gleichen Datenmenge zwar rund 15 Minuten, bei Preisen um die 19 Cent pro Minute kostet das aber nur 2,85 Euro; mit HSCSD im günstigsten Fall sogar nur 72 Cent. Und wer statt der Netzbetreiberzugänge einen kostengünstigen lokalen Einwahlknoten im Festnetz verwendet, kann die Kosten nochmals halbieren.
Wer bereits ein Nokia 7600 hat, kann Daten auch per UMTS übertragen; zumindest in Großstädten ist die Netzversorgung an vielen Stellen vorhanden. UMTS bietet aber zurzeit gegenüber GPRS keinen Kostenvorteil: T-Mobile berechnet beide Dienste gleich. Wenigstens geht die Übertragung schneller. Bei der theoretisch maximalen Übertragsungrate von 384 kBit/s dauert der Transfer von 1,6 MByte unter idealen Bedingungen nur knapp über 30 Sekunden.
Es lohnt sich also abzuschätzen, wie viele Daten übertragen werden und wie lange die Verbindung benötigt wird. Am besten ist wohl, man richtet sich vor der Fahrt für jeden Zweck spezielle Einwahlkonten in den Netzwerkverbindungen ein und probiert sie vorher aus - bei der Einstellung der Verbindungsart auf Windows-PCs sind Zusatzprogramme behilflich, die die Handy-Hersteller auf CDs mitliefern. Im Kasten Funkmodem-Tuning auf Seite 113 haben wir beschrieben, wie man die Handys auf anderen Betriebssystemen einstellt.
Wenn klar ist, auf welche Weise die Einwahl erfolgen soll, steht die praktische Umsetzung an: Das Notebook muss das Handy als Modem erkennen und nutzen können. Dazu sind gegenüber herkömmlichen Modem-Verbindungen per Kabel einige zusätzliche Schritte erforderlich, denn die Bluetooth-Verbindung ist gegen Missbrauch durch Fremde gesichert.
Die Kopplung der Bluetooth-Partner geht in der Regel vom Laptop aus. Dort wird zunächst die Suchfunktion der Bluetooth-Software gestartet. Die meisten Bluetooth-Adapter für Windows-PCs werden mit Software der Firma Widcomm ausgeliefert. Den Suchvorgang kann man in dieser Software auf mehrere Arten auslösen, zum Beispiel über den Befehl View Devices in Range (links im Fenster-Menü der Bluetooth-Umgebung). Nach einigen Sekunden blendet der PC eine Liste der gefundenen Geräte ein.
Wenn das gesuchte Gerät auch nach wiederholter Suche nicht darin erscheint, ist es entweder außerhalb der Reichweite (Bluetooth ist in Handys für bis zu zehn Meter ausgelegt) oder hat die Tarnkappe aufgesetzt, also den Discovery-Modus abgeschaltet. Der lässt sich bei manchen Geräten dauerhaft einschalten, bei anderen nur für Minuten.
Ist das gesuchte Gerät aufgeführt, liefert ein Doppelklick darauf eine Liste seiner Bluetooth-Dienste (Object Push, Serial Port oder auch Synchronization). Klickt man nun auf einen der Dienste, bei einem Handy etwa auf Dial-Up Networking, startet die Authentifizierung - auf PC und Handy erscheint nacheinander der Dialog zur Passworteingabe. Man muss auf beiden Seiten dasselbe Passwort eingeben. Es darf bis zu 16 beliebige Zeichen lang sein. Wenn das Handy in diesem Dialog keine Buchstaben akzeptiert, muss man sich auf Zahlen-PINs beschränken.
Das wars auch schon, was die Bluetooth-Besonderheiten angeht - jetzt erscheint der DFÜ-Dialog der Netzwerkverbindungen, den man von herkömmlichen Modemverbindungen kennt. Man muss also nur noch Benutzernamen und Kennwort sowie die Rufnummer des Internet-Providers eintragen, auf OK klicken und nach dem Verbindungaufbau den Browser oder das E-Mail-Programm starten.
Fast noch wichtiger als unterwegs erreichbar zu sein, ist der Zugriff auf Kontaktdaten, um gewünschte Gesprächspartner schnell erreichen zu können. Adressen, Aufgabenlisten und Telefonnummern lassen sich mit dem Notebook ständig synchronisieren, damit man sie stets griffbereit bei sich hat. Und geht das Handy verloren, ist die Daten-Doublette auf dem PC zudem ein beruhigendes Backup (und falls das dem Nirwana anheim fallen sollte, hier ein Praxistipp: Kollege Bögeholz sagt in solchen Fällen verschmitzt und schulterzuckend na und, dann lerne ich eben neue Leute kennen).
Nahezu alle Handy-Hersteller liefern für Windows-PCs eine Synchronisationssoftware für Outlook oder Outlook Express mit, manche auch für den beliebten Lotus Organizer. Die meisten dieser Programme wurden einst für den Abgleich mit herkömmlichen Handys über serielle Kabel entwickelt. In unseren Tests ließen sich bisher alle auch mit den virtuellen COM-Ports von Bluetooth nutzen, manche aber nur nach Überredung.
Wie man die Widerspenstigen zähmen kann, ist im Beitrag auf Seite 118 unter besonderer Berücksichtigung der Synchronisation dargestellt. Im Vordergrund stehen dort allerdings die Ergebnisse anderer praktischer Erfahrungen - manche Bluetooth-Handys eignen sich deutlich besser als andere für den professionellen Einsatz. Sie merken sich zum Beispiel hunderte von Kontakten mit mehreren Rufnummern je Eintrag, akzeptieren auch Post- oder E-Mail- und Web-Adressen, während andere mit diesen Aufgaben etwa wegen ihres spärlichen Speichers überfordert sind.
Insgesamt 20 Bluetooth-Handys haben wir im folgenden Beitrag auf Seite 106 auf den Zahn gefühlt. Unterm Strich hat zwar keines davon enttäuscht, vielmehr erfüllte jedes mehr als nur die Grundanforderungen, doch verfolgen sie teilweise konträre Konzepte. Während manche nicht über ihr hauseigenes Metier hinauskommen und für mobile Kommunikation jenseits der Telefonie und der SMS-Nachrichten wegen Mini-Displays und Mäuse-Tastatur das Feld den Laptops überlassen müssen (diesen also nur ihr Modem zur Verfügung stellen), präsentieren sich andere mit potenter Hardware- und Software-Ausstattung. (uma/dz)
[1] Urs Mansmann, Handarbeit, Unterwegs ins Internet, c't 9/02, S. 104
Weitere Artikel zum Thema finden Sie in der c't 7/2004: Mit Notebook und Handy ins Internet S. 102 UMTS- und GSM-Handys mit Bluetooth S. 106 Adressen und Termine synchronisieren S. 118
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Manche Bluetooth-Geräte fragen den Nutzer vor jedem Verbindungsaufbau explizit um Erlaubnis. Diese Autorisierung soll verhindern, dass einmal gekoppelte Gegenstellen unerlaubt zum Beispiel Internet-Verbindungen aufbauen oder den Speicher mit vermeintlich lustigen Dateien füllen. Bei manchen Geräten lässt sich eine dauerhafte Autorisierung für bestimmte Gegenstellen einschalten (etwa bei den Smartphones und auch bei Nokia-Handys). Das ist zum Beispiel sinnvoll bei der Kopplung mit Bluetooth-Headsets, damit nicht jede Anrufannahme über das Headset erst vom Handy quittiert werden muss, aber auch, wenn das eigene Notebook ohne Verzug ins Internet gelangen soll. (dz)
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| DFÜ-Einstellungen für Internet per GPRS | ||||
| D1 | D2 | E-Plus | O2 | |
| AT-Kommandos | AT+CGDCONT=1, | AT+CGDCONT=1, | AT+CGDCONT=1, | AT+CGDCONT=1, |
| "IP", "internet.t-d1-de" | "IP", "volume.d2gprs.de"; | "IP", "internet.eplus.de"; | "IP", "internet"; | |
| +CGQREQ=1,3,4,3,7,31 | +CGQREQ=1,2,4,3,9,31 | +CGQREQ=1,0,0,0,0,0 | ||
| APN | internet.t-d1.de | volume.d2gprs.de | internet.eplus.de | internet |
| DNS1 | 193.254.160.1 | 139.7.30.125 | 212.23.97.2 | 195.182.96.28 |
| DNS2 | - | 139.7.30.126 | 212.23.97.3 | 195.182.96.61 |
| Benutzername | (beliebig) | - | eplus | - |
| Passwort | t-d1 | - | gprs | - |
| CSD- und HSCSD-Internet-Zugänge der Netzbetreiber | ||||
| D1 | D2 | E-Plus | O2 | |
| Nummer | 41 22 | 2 90 00 | 12 31 00 | 01 79/46 46 38 |
| Benutzername | (Anmeldung erforderlich) | beliebig | keine Eingabe erforderlich | go@mobil.de |
| Passwort | (Anmeldung erforderlich) | beliebig | keine Eingabe erforderlich | internet |
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