POS und Intranet: Open Source bei Apollo Optik

Wissen | Reportage

Dank langjähriger Unix-Erfahrungen stellt der Umstieg auf Linux bei den POS-Systemen in den Filialen und beim zentralen Intranet für die Optiker-Einzelhandelskette kein Problem dar. Ein kompletter Verzicht auf Windows ist allerdings nicht möglich.

Anwenderbericht, präsentiert auf der Konferenz "Open Source Meets Business", Nürnberg, 25.-27.1.2006

Die Zentrale der Optiker-Einzelhandelskette Apollo betreut in Deutschland zirka 460 Verkaufsfilialen inklusive 160 Franchisern und 80 weitere Filialen in Österreich. Dort gibt es neben Spezialhardware wie ELV-Geräten für das Bezahlen über elektronische Lastschriftverfahren, Kundenkarten-Lesegeräte und Kassen-PCs mit Schublade und Bon-Drucker Kundenberatungs- und Werkstatt-PCs. Das Herz der Filiale-Hardware ist ein ein Unixware- oder Linux-Server. Software-Installation und Wartung erfolgen remote von der Zentrale aus.

Zur Softwareausstattung einer Filiale gehören Eigenentwicklungen für Auftragserfassung, Kasse, Warenwirtschaft sowie Anwendungen, die dem Filialleiter Informationen zur Filialsteuerung liefern. Realisiert wurden sie als Serveranwendungen mit der Programmiersprache Natural unter Adabas. Endbenutzer können mit Natural über alle gängigen Frontend-Systeme einschließlich Web-Browser, Windows-Desktop oder einfachem Terminal interagieren. Natural läuft in den Filialen auf Unixware oder Linux-Servern. OpenOffice rundet das Software-Angebot ab.

Die über Internet mit der Zentrale verbundenen Unternehmen haben zusätzlich Zugriff auf ein Intranet mit Informationen zu Kunden, Aufträgen, Beständen und Aktionen. Zur Verfügung stehen außerdem E-Learning-Anwendungen. Auch das Intranet ist eine Eigenentwicklung mit Java und dem XML-Server Tamino. Tamino unterstützt neben Windows auch Suse Linux Enterprise Server. Linux- oder Unixware-Server versorgen die Zentrale mit Datawarehouse, FTP, Proxy, Virenschutz und Datenfernübertragungsdiensten.

Die Gründe für den Einsatz von Linux bei Apollo sind

  • das Linux-Know-how bei Apollo durch langjährige Unix-Historie
  • erfolgreiche Verhandlungen mit Suse über 600 Enterprise-Lizenzen von Suse Linux - Microsoft gab nur Angebote nach Preisliste
  • alte Hardware kann als Smart- oder Thin-Client nur unter Linux gut genutzt werden

Diese Vorteile führten bei Apollo zu einer allmählichen Migration von Unixware auf Linux-Server und von Windows-PCs auf Linux-basierte Thin-Clients. Ein größerer Rollout mit Thin Clients von Fujitsu Siemens Computer ist in Planung.

Ganz ohne Windows geht es aber bei Apollo nicht. Zur Synchronisation der vom Außendienst verwendeten Blackberrys realisiert Apollo 300 Postfächer in der Zentrale weiterhin mit MS Exchange, auch das CRM/ERP-System Navision verlangt Windows. Zur Zeit stehen in der Zentrale 24 Linux und Unixware-Servern 45 Windows-Server gegenüber.

In den Filialen gibt es wegen des Preisvorteils bereits über 1100 Postfächer unter Open-Xchange. Allerdings erwzingt der Kassen-PC mit seiner spezifischen Hardware wie der Geld-Schublade noch die Verwendung von Windows. Neben der aus früheren Installationen resultierenden hohen Zahl an Windows-PCs (1900) gibt es aber bereits jetzt schon 700 weitere Thin-Clients in den Filialen. Auf 380 Servern in den Filialen läuft Suse Linux, 160 verwenden noch Unixware. (bbu)


Eingesetzte Open-Source-Software

OpenOffice, Lizenz: GNU General Public License (GPL) Version 2

Open-Xchange, Lizenz: GNU General Public License (GPL) Version 2

Kontakt

Apollo Optik GmbH & Co. KG
Erich Ehbauer
Telefon: +49 (09122) 831 - 483
mailto:Ehbauer.Erich@apollo-optik.com
www.apollo.de

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