Ortsbestimmung

Personen und Geräte per GPS, Mobilfunk oder WLAN lokalisieren

Im Browser gibt es die ganze Welt kostenlos, in Farbe und 3D – so hoch aufgelöst, dass man einzelne Personen und Fahrzeuge unterscheiden kann. Spezielle Werkzeuge blenden den aktuellen Aufenthaltsort von Personen oder Gegenständen ein.

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Es soll Eltern geben, bei denen die Sorgen einsetzen, sobald der Nachwuchs die Haustür von außen zuklappt. Viele Anbieter kostenpflichtiger Ortungsdienste oder entsprechender Geräte nähren solche Ängste mit düsteren Unfallszenarien. Natürlich kann es im Notfall Leben retten, wenn man sofort weiß, wo jemand ist. Jenseits solcher Ausnahmesituationen eignet sich die Technik aber auch für eine Reihe harmloser Anwendungen: Gesellige Typen können ihren Freunden zeigen, wo sie gerade sind, Abenteuerurlauber dokumentieren ihren Weg durch die Wildnis für die Daheimgebliebenen, wer zu spät kommt, kann die Fährte der Kumpels auf Kneipentour aufnehmen und Passivsportler verfolgen die Leistungen von Langstreckenläufern übers Internet. So bekamen beispielsweise beim "Ultra-Trail du Mont Blanc" im Jahr 2007 ein gutes Dutzend ausgewählter Läuferinnen und Läufer 50 Kilometer vor dem Ziel GPS-Geräte ausgehändigt, die alle fünf Minuten ihre aktuelle Position an einen Server schickten.

Je nach verwendeter Technik und Funktionen liegen für die im Folgenden exemplarisch vorgestellten Ortungsapparate und Dienste weitere Anwendungen auf der Hand: Kleine GPS-Tracker, die ihre Position per Mobilfunk an einen Server übertragen, kann man versteckt ins eigene Auto einbauen und im Fall eines Diebstahls die Polizei auf die richtige Spur bringen. Als Notrufsäule für die Tasche sorgen Geräte mit satellitengestützter Positionsübertragung für mehr Sicherheit auf Kletter- oder Skitouren. Soziale Netzwerke wie Whrrl, Brightkite, Loopt oder die Facebook-Erweiterung Sniff (Social Network Integrated Friend Finder) machen spontane Treffen zwischen Leuten möglich, die sich nur aus dem Internet kennen und feststellen, dass sie gerade im gleichen Café sitzen. Eine dunkle Seite hat die Technik allerdings auch: Heimlich zur Ortung freigeschaltete Handys können misstrauischen Angetrauten und Arbeitgebern zum Nachspionieren dienen und auf diese Weise Ehen und Arbeitsverhältnisse zerrütten. Wer mit solchen Mitteln schnüffelt, macht sich übrigens strafbar (siehe Interview auf Seite 10) dieses Artikels).

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