Raspberry Pi 3: Leistungsaufnahme und CoreMark-Vergleich

@ctmagazin | c't Labs

Der Raspberry Pi 3 mit 64-Bit-SoC ist im c't-Labor eingetroffen und absolvierte erste Messungen: Er rechnet deutlich schneller als der Raspi 2, schluckt aber auch mehr Strom.

Seit Montag lässt sich der Raspberry Pi 3 Model B bestellen, dessen Herzstück das ARM-SoC Broadcom BCM2837 ist: Darin stecken vier Cortex-A53-Rechenkerne mit 1,2 GHz Taktfrequenz, beim BCM2836 des Raspi 2 sind es Cortex-A7-Kerne mit bloß 900 MHz. Die verbesserten Cortex-Kerne und der höhere Takt lassen die Rechenleistung anschwellen, aber auch die Leistungsaufnahme.

Den EEMBC CoreMark verarbeitet der Raspi 3 sowohl mit einem als auch mit acht Threads um jeweils rund 54 Prozent schneller als der Vorgänger, obwohl er um lediglich 33 Prozent höher taktet: Der Cortex-A53 leistet also im CoreMark pro Taktschritt mehr als der Cortex-A7. Dieser Vorteil variiert aber je nach Benchmark beziehungsweise Programmcode. Eine Reihe weiterer Benchmark-Werte finden sich auf der Raspberry-Pi-Webseite.

Raspberry Pi 3 Model B: Benchmarks
Raspi-Version Coremark 1 Thread / 8 Threads
Raspberry Pi 3 B 3504 / 13.717 Punkte
Raspberry Pi 2 B 2278 / 8910 Punkte

Im c't-Labor haben wir den Raspberry Pi 3 Model B mit einem effizienten 5-Volt-Netzteil betrieben, das bis zu 3 A liefert, also 15 Watt: Das APD WA-15I05R von Asian Power Devices lag dem aktuellen Compute Stick von Intel bei. Mit diesem Netzteil zog der Raspi 3 unter CoreMark-Volllast deutlich mehr Leistung als der Raspi 2, nämlich 4,7 statt 3 Watt.

Interessant ist der Leerlauf-Vergleich: Hier liegen beide Raspi-Generationen gleichauf, obwohl der Neuling zusätzlich einen WLAN- und Bluetooth-Adapterchip besitzt.

Raspberry Pi 3 Model B: Leistungsaufnahme (netzseitig inkl. Netzteil)
Raspi-Version Soft-off Leerlauf Coremark 1 / 8 Threads
Raspberry Pi 3 B 0,7 W 2 W 2,6 / 4,7 Watt
Raspberry Pi 2 B 0,6 W 2 W 2,2 / 3,0 Watt

Zumindest im CoreMark auf allen vier Kernen (8 Threads) bringt die höhere Rechenleistung nicht mehr Effizienz: Der Raspi 3 schafft dann 2919 Punkte pro Watt, der Raspi 2 aber 2970 Punkte pro Watt. Doch im Single-Thread-Vergleich ist der Raspi 3 auch effizienter, obwohl die Leistungsaufnahme dann mit 2,6 Watt ebenfalls höher liegt.

Bei längerer Volllast auf allen Kernen erwärmt sich der Chip BCM2837 kräftig, nämlich auf mehr als 80 Grad Celsius. [Update:] Das dürfte auch der Grund sein, warum das Tool raspi-config kein Übertakten mehr erlaubt. Per Eingriff in die Datei config.txt kann man zwar noch ein wenig herauskitzeln, aber mit dem Übertakten ohne Garantieverlust scheint Schluss zu sein. Der Hersteller hat auf unsere Anfrage noch nicht geantwortet. (it)

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