SCO vs. Linux: Die unendliche Geschichte

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Drohungen, Lizenzzahlungen für Linux einzufordern; eine Klage gegen IBM wegen angeblich geklautem Code in Linux; juristische Auseinandersetzungen mit Novell um die Urheberrechte an Unix: Diese Aktionen rückten SCO ins Interesse der Öffentlichkeit.

Drohungen an die Linux-Gemeinde, Lizenzzahlungen einzufordern; eine Klage gegen IBM wegen angeblich geklautem Code in Linux; juristische Auseinandersetzungen mit Novell um die Urheberrechte an Unix System V: Solche Aktionen katapultierten die SCO Group ins Interesse der Öffentlichkeit. SCO selbst hat dabei eine verwickelte Firmengeschichte und interessante Beteiligungsverhältnisse zu bieten. Die SCO Group ist das Ergebnis einer Fusion zwischen dem früheren Linux-Distributor Caldera und den Resten der legendären Unix-Company Santa Cruz Operation aus Kalifornien. Größter Aktionär Calderas ist mit 43 Prozent die ebenfalls in Utah beheimatete Canopy Group. Die Wurzeln von Caldera reichen zurück zu einer weiteren Legende der Computerindustrie: Ray Noorda, langjähriger Chef der Netzwerkfirma Novell.

Die NetWare-Firma hatte einige Zeit versucht, Fuß in der Unix-Welt zu fassen und war im Zuge diverser Zukäufe dabei auch in den Besitz des berühmt-berüchtigten geistigen Eigentums von AT&T an Unix gekommen. Novell verscherbelte aber das Unix-Portfolio später weiter an SCO. Die nun will mit den Vertragsdokumenten belegen, dass dies vollständig, einschließlich des Copyright, geschah, während Novell Rechte am Unix-Code weiter für sich beansprucht. SCO hat auf Grund solcher Aussagen Klage gegen Novell eingereicht: Die Firma habe unberechtigt Rechte auf Unix-Technologien eingefordert, auf die SCO ein Copyright beanspruche. Damit habe Novell falsche und irreführende Aussagen zum Eigentum an Unix gemacht, die SCO daran hinderten, das eigene Copyright zu verteidigen.

Angefangen hatte die juristische Auseinandersetzung um angeblich geklauten Source-Code im Linux-Kernel Anfang März 2003: Die SCO Group – vormals Caldera – verklagte IBM auf eine Milliarde US-Dollar Schadensersatz, weil IBM im Rahmen seiner Linux-Initiative geistiges Eigentum von SCO gestohlen haben soll. Zudem argumentierte SCO, zu diesem Zeitpunkt selbst noch Anbieter von Linux-Versionen und Mitglied der United-Linux-Initiative, Linux sei keine ernsthafte Konkurrenz für die eigene kommerzielle Unix-Plattform auf der Basis von Intel-Hardware gewesen, bevor IBM Linux massiv gefördert habe.

Diese Geschichte, die anfangs lediglich wie kurzweiliges Sommertheater erschien, hatte die IT-Branche und besonders die Linux-Community lange Zeit beschäftigt - bis sie ein für SCO unrühmliches Ende fand. Die folgende, ständig aktualisierte Linkliste zu Artikeln auf heise Online, aus Technology Review und aus der c't dokumentiert die Entwicklung und die vielfältigen Windungen, die die Auseinandersetzung zwischen SCO und IBM sowie Novell und der Linux-Gemeinde nahm, in umgekehrter chronologischer Reihenfolge:

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