Leseprobe aus c't 15/12
Florian Müssig
Scharfmacher
Das MacBook Pro mit Retina-Display gegen Windows-Notebooks
Apple stattet ein Notebook mit der bis dato ungesehen hohen Bildschirmauflösung von 2880 x 1800 aus – das ist die zweieinhalbfache Pixelanzahl eines Full-HD-Bildschirms. Zudem hat das MacBook Pro ein besonders schlankes Gehäuse, das dennoch die potentesten mobilen Vierkern-CPUs beherbergt. Was kann die Windows-Konkurrenz dagegenhalten?
Wow – das ist die Reaktion, wenn man das erste Mal Fotos auf dem Bildschirm des „MacBook Pro mit Retina-Display“, so Apples offizielle Namensgebung, sieht. Klar, hochauflösende Bildschirme kennt man inzwischen von Smartphones oder Tablets, doch auf der Bildfläche eines 15-Zoll-Notebooks wirken die feinen Pixel noch mal anders: Zusammen mit der spiegelnden Oberfläche entsteht der Eindruck, eine bedruckte Folie zu sehen.
Auch abseits seines Bildschirms setzt Apples Neuling Maßstäbe: Das Gehäuse hat die Dicke eines Ultrabooks, beherbergt leistungsstarke Core-i7-Vierkernprozessoren plus einen Mittelklasse-Grafikchip – und schafft lange Laufzeiten. Ein Windows-Notebook mit all diesen Eigenschaften gibt es nicht, wohl aber einige, die in jeweils mehreren Aspekten mithalten können. Wir haben drei solche 15-Zöller dem MacBook gegenübergestellt: Dells ähnlich flaches und leistungsstarkes XPS 15, Lenovos dicker Alleskönner ThinkPad T520 und Samsungs noch flacheres und leichteres 900X4C.
Bildschirm
Gehäusedicken im Vergleich: Apple MacBook Pro mit Retina-Display, Samsung 900X4C, Dell XPS 15 und Lenovo ThinkPad T520 (von oben nach unten)
2880 x 1800 Pixel bei 15,4 Zoll Diagonale entsprechen einer Punktauflösung von 221 dpi (dots per inch). So feine Pixel gab es bislang nur einmal bei Notebooks: Sonys Vaio P war ein 8-Zoll-Winzling mit schwachbrüstiger Atom-CPU und einem ungewöhnlichen Seitenverhältnis von etwa 2:1 (1600 x 768 Punkte) [1]. Die hohe Bildschirmauflösung stellt Betriebssystem und Anwendungen allerdings vor Herausforderungen. Wie sich Mac OS X, Windows 7 und gängige Anwendungen bei extrem hochauflösenden Bildschirmen schlagen, beleuchtet der Artikel ab Seite 84 in c't 15/12.
Generell sind bei Notebooks deutlich gröbere Auflösungen Standard. So gab es zwar mal ein optionales 2048x1536-Panel für IBMs 4:3-Notebook ThinkPad R50p, doch in den vergangenen Jahren hatte keines mehr als Full-HD-Auflösung. Bei 17-Zoll-Diagonale entspricht das 127 dpi, bei 15-Zöllern 141 dpi und bei 13-Zöllern 168 dpi [2]. In Kürze wird man diese Bildschirmauflösung auch bei 11,6-Zöllern vorfinden [3]. Acers Aspire S7 und Asus’ Zenbook UX21A stoßen dann mit 190 dpi ansatzweise in Regionen vor, die das Retina-MacBook vorgibt. Während die Windows-Mannschaft 16:9-Bildschirme hat, setzt Apple beim MacBook Pro weiterhin auf 16:10-Panels mit zehn Prozent mehr Bildhöhe – das merkt man beim Arbeiten enorm.
(mue)
Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 15/2012.
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