Schick und preiswert

Preisgünstige Notebooks für jede Gelegenheit

Test & Kaufberatung | Test

Notebook-Preise beginnen bei 700 Euro und reichen weit über 4000 hinaus. In Zeiten knapper Haushaltskassen erscheinen die billigen attraktiver als die edlen Modelle, doch das 08/15-Einsteiger-Notebook ist längst nicht jedermanns Sache - zu unterschiedlich sind die Anforderungen. Wir stellen in diesem Test neben Low-Cost-Modellen die günstigsten Geräte mit besonderen Merkmalen vor: Subnotebooks, Langläufer, Power-Notebooks und andere. Keines kostet mehr als 1250 Euro.

Aufmacher

Nichts gegen Schnäppchen, doch die Realität ist: Wer zum billigsten Produkt greift, ist nachher meistens unzufrieden, das gilt für Hardware wie für Möbel. Die Notebook-Sparte mit ihrer riesigen Spanne zwischen billig und teuer verlockt dazu, das Budget zu schonen. Aber das angenehme Gefühl, etliche tausend Euro gespart zu haben, währt nicht lange und tröstet kaum über Mängel hinweg: Verarbeitung, Geräuschentwicklung, Rechenleistung und Ergonomie der Billig-Notebooks unter 1000 Euro stellen oft nicht zufrieden, und der Service manches Billig-Anbieters lässt arg zu wünschen übrig. Außerdem können viele Anwender so ein 3-kg-Notebook mit 14- oder 15-Zoll-Displays und nur zwei Stunden Laufzeit eigentlich gar nicht gebrauchen, weil sie es häufig in der Tasche tragen, länger ohne Stromanschluss arbeiten oder mehr Rechenleistung benötigen. So kann das Schnäppchen schnell zum Tausend-Euro-Grab werden.

Damit das nicht passiert, sollten Anwender in Betracht ziehen, etwas mehr für ein Notebook auszugeben, das ihren Anforderungen besser entspricht. Wir haben daher nicht nur sechs besonders preisgünstige Geräte bis etwa 1000 Euro getestet, sondern auch acht Spezialisten um 1200 Euro: Subnotebook, Langläufer, Rechenbolide, Spielemaschine und auch ein Modell mit Breitbild-Display.

Für die Kategorie Rechenleistung haben wir das Acer Aspire 1356 LCi-M11 mit Mobile Athlon XP und Highend-Grafik Mobility Radeon 9700 (1150 Euro) und das Xeron Sonic Power Plus M9 mit Pentium 4 und Mobility Radeon 9000 (1200 Euro) ausgewählt. Das Xeron-Gerät ist ein typischer Vertreter von günstigen Notebooks mit viel Rechenleistung, die im Akkubetrieb die Desktop-CPU ausbremsen und am Netz die Abwärme nur mit kräftiger Hilfe vom ständig laufenden Lüfter loswerden.

Besser klappts mit Intels Pentium M, dem einzigen konsequent für den Mobileinsatz entworfenen Prozessor im Testfeld, der sich inzwischen in allen Notebook-Kategorien heimisch fühlt. Mit 2 GHz Takt lässt er einen Pentium 4 mit 3 GHz blass aussehen, doch sprengen solche Notebooks den Preisrahmen. Die 1200-Euro-Geräte müssen mit der 1,5-GHz-Variante auskommen; Pentium-M-Geräte unter 1000 Euro sind derzeit nicht erhältlich. Doch auch mit 1,5 GHz liegt die Rechenleistung des Pentium M im grünen Bereich, der Lüfter hat oft Pause und die Akkulaufzeit beträgt meist um vier Stunden. Zwei Langläufer mit Pentium M stehen auf dem Prüfstand, das Acer TravelMate 292 LCi (1247 Euro) und das Benq Joybook 5100U (1220 Euro).

Wenn sie immer noch zu groß und zu schwer sind, muss ein Subnotebook her. Der Pentium M dominiert auch in dieser Kategorie, meist als ULV-Version (Ultra-Low-Voltage) mit etwa 1 GHz Takt. Diese Leichtgewichte schlagen allerdings mit 1500 bis 2800 Euro zu Buche. Zwei kleine und leichte Ausnahmen - ohne Pentium M - haben wir gefunden: Das Apple iBook G4 im schicken weißen Gewand ist für 1180 Euro zu haben und wiegt 2,2 kg, das Averatec 3200 kostet 1050 Euro und wiegt 100 Gramm weniger. Beide haben 12-Zoll-Displays mit XGA-Auflösung (1024 x 768 Punkte).

Auch andere Displays im Testfeld zeigen XGA, jedoch bei 14 oder 15 Zoll Diagonale. Vielen Anwendern ist die Ortsauflösung (86 dpi bei 15 Zoll) dann zu grob, sie wollen ein Notebook-Display mit feinerer Auflösung, etwa mit 1400 x 1050 Punkten (SXGA+). Das lässt Fotos schärfer wirken, zeigt einen größeren Ausschnitt der Tabelle und gewährt mehr Platz für Fenster. Allerdings sehen 3D-Spiele hässlich aus, wenn sie diese Auflösung nicht unterstützen und stattdessen eine kleinere hochziehen. Wer eine Lesebrille nutzt, sollte ausprobieren, ob ihm die Desktop-Symbole groß genug sind. Zwar bietet Windows Optionen zum Einstellen von Symbol- und Schriftgrößen, doch manchmal verschwinden dann auch Teile der Beschriftung hinter Fenstergrenzen.

Preisgünstige Notebooks mit höherer Auflösung als XGA sind rar. Zwei Ausnahmen haben wir gefunden: Das Bullman MK5+ mit 15-Zoll-Display und einer Auflösung von 1400 x 1050 Punkten (SXGA+) kostet mit Celeron-Prozessor 1248 Euro. Auch das Xeron Sonic Power Plus M9 - bereits in der Kategorie Rechenleistung genannt - hat ein Panel dieser Klasse im Deckel.

Auf Notebooks mit Breitbild-Display sehen Filme einfach besser aus, aber das ist nicht ihr einziger Vorzug: Alle Widescreen-Displays haben einen für Notebook-Verhältnisse ungewöhnlich großen Blickbereich. Solche Geräte sind einige Zentimeter breiter, nicht aber unbedingt schwerer als die mit Standard-Displayformat. Die Preise liegen meist um 1500 Euro. Ein billigeres Breitbild-Notebook haben wir aufspüren können, das Select Advance von Gericom mit Mobile Athlon XP für 1214 Euro.

Die Notebooks für 1000 Euro und weniger laufen meist mit Intels Celeron als Desktop- oder Mobilversion, seltener mit AMDs Mobile Athlon XP. Der Grafikprozessor ist in den Chipsatz integriert, was Speicher-Performance kostet, auch wenn Chipsatz-Bezeichnungen wie „ATI Radeon IGP“ darüber hinwegtäuschen sollen. Die Unterschiede zwischen den Chipsätzen machen sich schon bei anspruchslosen Anwendungen bemerkbar, insbesondere mit dem Desktop-Celeron, der wegen seines winzigen L2-Cache oft auf den Hauptspeicher zugreifen muss.

Das Issam Smartbook i-2000S (800 Euro), das Sony Vaio K115B (1050 Euro) und das Toshiba Satellite A40-141 (1000 Euro) vertreten die Riege der Celeron-Notebooks, das IBM ThinkPad R40e (980 Euro) hat den Mobile Celeron im Gehäuse. Preisbrecher Elitegroup schickt das DeskNote A535-2 mit Mobile Athlon 1400+ für 750 Euro ins Rennen, und für 875 Euro bekommt man das Fujitsu Siemens Amilo K7600 mit Mobile Athlon XP 2500+.

Die Notebooks für mehr als 1000 Euro haben meist USB 2.0, FireWire, LAN, Modem, TV-Ausgang, PC-Card-Schacht und auch WLAN an Bord. Bei den billigsten Testkandidaten fehlen einige dieser Merkmale, meist WLAN und FireWire. Sofern ein PC-Card-Schacht vorhanden ist, lassen sich die fehlenden Schnittstellen bei Bedarf immerhin nachrüsten. Gelegentlich findet man Disketten-Laufwerke, nur selten Wechselschächte für optische Laufwerke. Zweitakkus oder Docking-Anschlüsse sind gar nicht vertreten.

In der unteren Preisklasse dominieren Standarddisplays, die nur seitliche Blickwinkel von rund 60 Grad ermöglichen und schon bei kleinen Abweichungen von der Lotrechten blasse und verfälschte Farben zeigen. Die Helligkeit reicht meist nur bis 130 cd/m2, was Einsätze im Freien nahezu unmöglich macht und schon für sonnendurchflutete Zimmer wenig Reserven bietet. 150 cd/m2 sind das Minimum, will man auch bei direktem Sonnenlicht noch etwas lesen können. Trübe Aussichten erwarten den Fernsehzuschauer, der das TV-Set an die TV-Ausgangsbuchse (meist S-Video) anschließt. Unscharfe Bilder und blasse Farben sind die Regel.

Ein Kombilaufwerk, das DVDs liest und CD-R- und -RW-Medien beschreibt, gehört auch in der Billigklasse zum Standard. Einige Notebooks sind wahlweise mit einem DVD-ROM lieferbar, man spart bestenfalls 50 Euro. DVD-Brenner kosten, falls verfügbar, rund 50 bis 150 Euro Aufpreis.

Um dreistellige Preise zu erreichen, sparen die Hersteller an allen Ecken und Enden. DVD-Brenner-Laufwerke findet man bei den Preisgünstigsten genauso wenig wie hochauflösende Displays und leistungsfähige oder besonders stromsparende Prozessoren. Chipsatz und CPU stammen häufig vom Desktop-PC. Meistens liegt das Gewicht bei über drei Kilogramm und die Laufzeit unter zwei Stunden.

Oftmals kommt die Desktop-Version des Intel Celeron zum Einsatz. Sein L2-Cache fasst nur 128 KByte, was häufige Speicherzugriffe notwendig macht und insbesondere bei den Chipsätzen mit integrierter Grafik die Geschwindigkeit drückt. Sie reicht zwar für typische Büro- und Multimedia-Aufgaben, bietet aber wenig Reserven für Spiele, DVD-Encoding oder andere anspruchsvollere Anwendungen. Einige Hersteller drosseln den Prozessor im Akkubetrieb sogar noch auf rund 1,3 GHz; dann arbeitet er langsamer als ein Pentium III mit 1 GHz. Doch auch ungebremst schafft der Celeron weniger, als die Taktfrequenz vermuten lässt. Intels zum Glück beendete Echte-GHz-Kampagne führt den Kunden hier sehr in die Irre.

Dabei frisst der Celeron genauso viel Strom wie ein gleich schnell getakteter Pentium 4; die Leckströme - bei Notebooks entscheidend für die Laufzeit - liegen sogar noch höher. Der Desktop-Celeron erweist sich als denkbar ungeeigneter Notebookprozessor, sein einziger Vorteil ist der niedrige Preis. Die Mobilversion schneidet etwas besser ab, sie hat eine niedrigere Leistungsaufnahme und immerhin 256 KByte L2-Cache. Am besten macht sich in dieser Kategorie AMDs Mobile Athlon XP, der mit dem Sparmechanismus PowerNow! seinen Stromhunger im Akkubetrieb zügelt.

Für Anwender, die ihr Notebook nur gelegentlich nutzen und keine allzu anspruchsvolle Software nutzen, können solche Notebooks durchaus sinnvoll sein. Wie es um Verarbeitung, Ergonomie und Rechenleistung steht und welche Kompromisse der Anwender bei den Billigheimern eingeht, haben wir uns an sechs Notebooks angeschaut. (jow)

[6] Erfahrungsberichte zu Linux-Kompatibilität: www.linux-laptop.net/, http://tuxmobil.de/

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Die Notebooks durchlaufen einen umfangreichen Test-Parcours mit Benchmarks und Prüfungen, wie sie auch Desktop-PCs absolvieren müssen. Damit ist die Vergleichbarkeit gewährleistet, was uns wichtig ist, weil Notebooks in die Leistungsregionen von stationären PCs vorstoßen. Dazu kommen Tests, die dem mobilen Aspekt der Notebooks auf den Zahn fühlen.

Wir nutzten das vorinstallierte Betriebssystem. Bei Geräten ohne Betriebssystem kam ein Windows XP Pro mit SP1 zum Einsatz mit Treibern von der dem Notebook beiliegenden CD. Alle Notebooks mussten zudem mit der Linux-Distribution Suse 9.1 (Kernel 2.6) zeigen, wie gut sie sich mit Tux verstehen. Hier achteten wir vor allem auf Bildschirmauflösung, externen Monitor, Modem, WLAN und die Suspend-Modi.

Der Benchmark BAPCo SYSmark 2002 diente als Messlatte für die Rechenleistung. Er setzt sich aus realen Anwendungen für Office-, Bild- und Video-Bearbeitung zusammen und zeigt die Performance des Gesamtsystems. Da einige Notebooks im Akkubetrieb die CPU drosseln, ermittelten wir die SYSmark-Werte sowohl am Stromnetz als auch im Mobilbetrieb. Aus ähnlichen Anwendungen setzt sich der Leistungswert des MobileMark 2002 zusammen, allerdings gibts ihn nur für den Akkubetrieb.

Der Cinebench 2003 erlaubt mit seinen vier Einzelwerten einen Blick darauf, was CPU, Hauptspeicher und Grafik leisten. Die 3D-Fähigkeiten messen die synthetischen Benchmarks 3DMark 2003 und 3DMark 2001, Ersterer nutzt DirectX 9 und ist nur für leistungsfähige Grafikchip sinnvoll. Gerade dieses Ergebnis zeigt, wie ungeeignet integrierte Grafik für aktuelle Spiele ist. Die OpenGL-Fähigkeit misst Quake III.

Um die Ergebnisse der anwendungsbezogenen Tests differenzierter beurteilen zu können, misst unser Benchmark h2benchw die Datenraten der Festplatte und die Leistungsfähigkeit der USB- und FireWire-Controller.

Für die Messung der Akkulaufzeiten schalteten wir WLAN - sofern vorhanden - ab, reduzierten die Display-Helligkeit auf einen für normal beleuchtete Innenräume gerade noch erträglichen Wert von 100 cd/m2 und stellten die Energiespareinstellungen auf Tragbar/Laptop, wobei sich die Festplatte nach drei Minuten abschalten darf, das Display gar nicht. Der MobileMark liefert zwei Laufzeiten. Der Performance-Wert gibt die Zeit an, wenn Büro-, Video- und Bild-Anwendungen laufen, der Reader-Benchmark öffnet einen Browser und blättert in einem Text. Einen dritten Laufzeitwert bestimmten wir, indem wir eine Video-DVD abspielten. Mit den so gemessenen Laufzeiten unter verschiedenen Anforderungen an den Rechner kann der Anwender erkennen, was er vom Akku erwarten darf. Wichtig ist uns auch, wie schnell der Akku im laufenden Betrieb lädt. Wir geben die Laufzeit an, die der Anwender hat, wenn er den Akku eine Stunde lädt, während der MobileMark 2002 läuft.

Gerade bei Notebooks kann die Qualität des VGA-Ausgangs nicht hoch genug bewertet werden, denn wegen des schlechten Blickbereichs des eingebauten Displays - dazu kommen verfälschte Farben bei Blickrichtungswechsel - bietet sich ein externer Monitor an, ob CRT oder LCD, um augenschonender zu arbeiten. Wir haben deshalb die VGA-Signale bei 1280 x 1024 und 85 Hz gemessen. Dabei hat sich bestätigt, was die Sichtprüfung auf einem externen Bildschirm schon zeigte: Die meisten VGA-Ports liefern nur vermatschte Signale, die selbst auf einem angeschlossenen LCD-Monitor zu einem unsauberen Bild führten. Dieses wichtige Ergebnis würdigten wir mit einer eigenen Note in unserer Bewertungsliste.

Alle Ports mussten Funktionsprüfungen über sich ergehen lassen, auch, ob SPDIF funktioniert und wie es um die Qualität des eingebauten Mikrofons und eines angeschlossenen Mikrofons bestellt ist. Bei den Geräten mit WLAN-Chip bestimmten wir die Sende- und Empfangsraten mit den Benchmarks netio und iperf. Das Notebook stand in 30 cm Höhe vom Boden etwa 20 m vom Access Point Lancom L-54ag Wireless entfernt in einem Flur. Der Access Point hatte keine Sichtverbindung zum Notebook, sondern hängt in etwa 2 m Höhe in einer Nische an der Wand.

Über einen lauten Lüfter ärgern sich viele Anwender. Wie sehr er stört, hängt nicht nur von seiner Lautstärke ab, sondern davon, wie oft er surrt. In unserem schallarmen Raum ermittelten wir, wie laut sich der Lüfter bemerkbar macht. Das Messmikrofon steht in etwa dort, wo sich der Kopf befindet, wenn man mit dem Notebook arbeitet. Das Lüftergeräusch wurde nicht nur nach vorne, sondern auch zur Seite und nach hinten bestimmt. Einzelmessungen unter höchster Rechenlast im Akku- und Netzbetrieb, sowie Messungen, wenn Windows nichts zu tun hat, sowie das CD-Geräusch geben zusammen ein Bild, ob das Notebook als laut oder leise durchgeht. Die Werte geben wir als Lautheit in Sone an. Der Sone-Wert berücksichtigt nicht nur das Hörspektrum des Menschen, sondern auch das Hörempfinden. (jr)

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In einem Kurztest prüften wir die Notebooks auf Linux-Kompatibilität mit Suse 9.1 sowie Yellow Dog Linux 3.01 beim iBook. Eine Installation gelang auf allen Testkandidaten, auf dem Acer Aspire und den Geräten von IBM und Apple ist das Ergebnis so unbefriedigend, das man von einem Linux-Einsatz eher abraten muss. Mit genug Linux-Erfahrung, Zeit und Experimentierfreude mag man auch diese akzeptabel unter Linux zum Spielen bringen. Gute Linux-Kenntnisse benötigt man auch bei den anderen Geräten, da sich auch hier noch kleinere und größere Ungereimtheiten oder nicht funktionierende Komponenten finden, die dem Linux-User Kummer oder Arbeit bereiten.

Die Takt- und Spannungs-Modulation via SpeedStep und PowerNow! gelang problemlos auf allen Notebooks, deren Prozessoren dies unterstützen. Die Sound-Ausgabe bereitete ebenfalls keine Schwierigkeiten. Der LAN-Kontroller für kabelgebundene Netze streikte nur beim IBM-Gerät. Der Anschluss an die WLAN-Funkwelt gelang hingegen nur bei drei von sechs Kandidaten. Modems erkannte und konfigurierte Suses Yast kurioserweise überall, funktionell waren sie aber nur bei sechs Notebooks. Die Lautstärkeregelung via Funktionstasten klappte nirgends, die Helligkeitseinstellung und die Umschaltung auf den externen VGA-Ausgang nicht bei allen Geräten. Details hierzu finden sich in der Tabelle.

Erstmals prüften wir die Stromsparmodi des 2.6er Kernels. Diese lassen sich in Suse 9.1 mit dem Programm powersave nutzen. In der Standard-Einstellung sind sie abgeschaltet, da sie noch recht neu und wenig getestet sind. Gelegentlich kommt es sogar zu Datenverlust, was im Test aber nicht passierte. Der von Suse so genannte Standby-Modus, der dem ACPI Modus Suspend-to-RAM (STR oder auch S3 genannt) entspricht, funktionierte auf keinem Notebook. Der Suspend-Modus, der den von ACPI unabhängigen Software-Suspend des Linux-Kernels nutzt, funktionierte auf der Hälfte der Systeme.

Das Acer Aspire und Linux verstehen sich nicht gut. Die Installation und der Betrieb gelingen nur mit deaktiviertem ACPI. Gelegentlich hängt sich das System zudem auf und eine testweise eingesteckte PC-Card funktionierte nicht. Treiber für den Realtek WLAN-Chip existieren nur als Closed-Source für den 2.4er Kernel und lassen sich daher nicht unter Suse 9.1 nutzen.

Acers Travelmate stürzt ebenfalls gelegentlich ab. Open-Source-Treiber für das integrierte Intel-WLAN 802.11g befinden sich in Entwicklung, sind aber noch in einem frühen, nicht einsetzbaren Entwicklungsstadium. Der in Suse enthaltene ndiswrapper, der es ermöglichte Windows-Netzwerk-Treiber unter Linux zu nutzen, scheitert ebenfalls.

Nach Abschluss der Linux-Installation auf dem Averatec 3200 startete der X-Server aufgrund eines Checksummen-Fehlers des Grafikarten-BIOS nicht. Mittels der Vesa-Framebuffer-Treiber ließ sich die grafische Oberfläche nutzen, auf beschleunigte Ausgabe von Videos via Xvideo oder 3D-Beschleunigung muss man hierbei verzichten. Linux-Treiber für das WLAN-Modul existieren nicht. Der ndiswrapper lädt die Windows-Treiber, eine Kontaktaufnahme mit unserem Testnetz misslang jedoch.

Beim Elitegroup A535 arbeitete die Festplatte leicht gebremst, mittels hdparm ließ sich noch etwas Geschwindigkeit rausholen. Der WLAN-Chip wird von dem prism2_usb-Treiber des wlan-ng Projektes unterstützt. Suse enthält diese bereits.

Beim Benq Joybook funkte das WLAN unter Linux unzuverlässig. Sowohl mit dem Open-Source-Treiber als auch mit dem ndiswrapper ließen sich Verbindungen aufbauen, aber Hardware-Resets des WLAN-Chips unterbrachen diese ständig.

Das Bullman MK5+ bietet dank Radeon-Chip 3D-Beschleunigung auch unter Linux, das nicht unterstützte Modem und der Verzicht auf jegliche Standby-Modi trüben das ansonsten positive Bild.

Ähnlich Linux-tauglich erwies sich das Fujitsu-Siemens Amilo K 7600, hier störte nur ein leichtes Flackern bei der Video-Wiedergabe.

Im Internet finden sich auf den bekannten Notebook-Informations-Seiten einige Berichte über erfolgreiche Linux-Installation auf dem IBM Thinkpad R40e [#literatur [6]] . Suse 9.1 bereitete auf unserem Testgerät Probleme, die Installation und der Betrieb gelangen nur ohne ACPI. Während des Testverlaufs überhitzte die CPU einmal. Mangels APM-BIOS schaltete sich das Gerät beim Herunterfahren nicht aus. Der integrierte Gigabit-Netzwerk-Chip versagte aus unerklärlichen Gründen sowohl mit dem Hersteller- als auch mit dem im Kernel enthalten Treiber.

Das Issam Smartbook i-2000S, das Sony K115B und das Toshiba A40 arbeiten zufriedenstellend unter Linux, sofern man bei Issam und Sony auf das eingebaute Modem verzichten kann. Auch Linux-tauglich darf sich das mit den prism2_usb-Treiber funkende Xeron Sonic bezeichnen, nur die Standby-Modi funktionieren nicht.

Die Installation von Yellow Dog Linux auf dem Apple iBook G4 gelingt nur im Text-Modus. Auch anschließend ließ sich die grafische Oberfläche nicht starten, der X-Server erkannte die Grafikkarte nicht. Um dies Manko zu beheben, finden sich im Internet umfangreiche Anleitungen der zeitaufwendigen Vorgehensweise, die unter anderem eine Kernel-Kompilation erfordert. Im knappen Testzeitraum gelang es uns nicht, diese nachzuvollziehen. (thl)

Linux-Kompatibilität
Gerät Acer Aspire Acer Travelmate Averatec 3200 Elitegroup A535 Benq 5100U Bullman MK5+ GericomSelect
Helligkeitsregelung / ext. VGA- / -+ / -+ / ++ / -+ / -+ / ++ / -
Modem / WLAN / Software-Suspend+ / - / -+ / - / ++ / - / +- / + / -+ / - / +- / n. V. / -+ / - / -
Note Linux-Installation[-][-][±][±][±][-]
Gerät FSC Amilo K IBM R40e Issam i-2000S Sony K115B Toshiba A40 Xeron Power M9 Apple iBook G4
Helligkeitsregelung / ext. VGA+ / ++ / ++ / +- / -- / ++ / +siehe Text
Modem / WLAN / Software-Suspend+ / n. V. / +- / n. V. / -- / n. V. / +- / n. V. / ++ / n. V. / +- / + / -siehe Text
Note Linux-Installation[±][±][±][±][±]
[++] sehr gut; [+] gut; [±] zufriedenstellend; [-] schlecht; – sehr schlecht; + Treiber vorhanden; - Treiber nicht vorhanden; n. V. Hardware nicht vorhanden

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