Der japanische Elektronik-Konzern Canon hat angekündigt, den Tintenpatronen seiner neuesten Druckermodelle jede Menge High-Tech zu verpassen. Die Patronen der zurzeit angebotenen Druckermodelle sind seit vielen Jahren und über viele Druckergenerationen hinweg unverändert geblieben und bestanden im Wesentlichen aus einem Schwamm in einem simplen Plastik-Gehäuse. Das soll sich bei den mit Erscheinen dieser c't-Ausgabe vorgestellten, insgesamt zwölf neuen Druckern und Multifunktionsgeräten ändern.
Bei den einfacheren Modellen sollen dem iP1500 und dem iP2000 demnächst der iP1600 und iP2200 folgen, bei den Multifunktionsgeräten lösen MP150 und MP170 das MP110 und MP130 ab. Die neuen bekommen nun Kombi-Tanks, in die der Druckkopf integriert ist, wie man es bei Druckern von HP und Lexmark kennt. In der Vergangenheit hatte Canon mit Patentklagen versucht, Alternativ-Anbieter von Verbrauchsmaterial wie Pelikan am Nachbau der simplen Dreifarbtanks zu hindern, ohne letztlich die Verfügbarkeit an Alternativ-Druckerpatronen für die eigenen Drucker merklich zurückdrängen zu können [1|#literatur].
Die Einzeltanks der Drucker in den gehobenen Preisklassen bekommen bei den jetzt angekündigten Nachfolgemodellen einen Chip zur Tintenstandszählung und eine LED, die über verschiedene Blinkfrequenzen den Füllstand signalisieren soll. Zu den bisherigen Single-Ink-Varianten BCI-3e und BCI-6 kommen die neuen PGI-5 und CLI-8 mit eigener Füllstandserkennung. Verbessert haben will Canon die Lichtbeständigkeit der Tinte, die sich jetzt „ChromaLife100“ nennt. Eine Anspielung auf eine Haltbarkeitsdauer der Farben von über hundert Jahren - im dunklen Fotoalbum. Hinter Glas sollen es dreißig Jahre sein und völlig an der Luft immerhin noch zehn. Mit der neuen Füllstandsanzeige will Canon vor allem die Kosten für Fehldrucke reduzieren, die entstehen, wenn während eines Druckes die Tinte ausgeht, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.
| Sollen Fehldrucke vermeiden: Canons Single-Ink-Tanks mit Mikro-Chip und LED zur Füllstandsanzeige. Nachbau durch Alternativ-Anbieter dürfte schwierig werden. |
Diese Kosten scheinen die Käufer von Canon-Druckern ohne Hightech-Tanks nicht weiter gestört zu haben. Immerhin wurde Canon mit Druckern wie dem iP4000 Marktführer und verdrängte den langjährigen Platzhirsch HP von seiner Position. Dabei dürfte die gute Verfügbarkeit von Ersatzpatronen bei den Canon-Modellen eine nicht unwesentliche Rolle für die Kaufentscheidung bei vielen Verbrauchern gespielt haben. Derartige Vermutungen wurden durch eine Umfrage bei heise online im Frühjahr dieses Jahres bestätigt. Canon erreichte dort auch den mit Abstand höchsten Anteil an zufriedenen Kunden [2|#literatur]. (tig)
[1] Tim Gerber, In der Tinte, Canons bizarrer Patentstreit um Verbrauchsmaterial
[2] Tim Gerber, Erich Kramer, Falsche Scheu, Umfrage zu Alternativ-Tinte widerlegt manches Vorurteil
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