Leseprobe aus c't 6/13
Achim Barczok, Hannes Czerulla
Solide Androiden
Android-Smartphones zwischen 200 und 300 Euro
In der Mittelklasse greift man schnell daneben: Schnäppchen und lahme Handys liegen nebeneinander. Der Test zeigt: Geheimtipps gibt es auch schon für unter 300 Euro.
Vernünftige Smartphones findet man in der Mittelklasse zwischen 200 und 300 Euro. Hier zahlt man keinen Design-Aufpreis à la iPhone und Bondphone, muss aber auch nicht auf gute Displays oder schnelle Prozessoren verzichten.
Seit einigen Monaten dominiert das Google Nexus 4 die Preisklasse um 300 Euro: Quad-Core-Prozessor, großes HD-Display, aktuelles Android, Top-Ausstattung [1]. Da hat es die Konkurrenz nicht leicht. Immerhin sechs aktuelle Geräte stellen sich dem Handy aus dem Hause Google: Das Huawei Ascend G615 kostet genauso viel und wartet mit einer ähnlichen Ausstattung auf. Mit etwa 270 Euro treten das riesige Simvalley Mobile SPX-12 von Pearl und das handliche Samsung Galaxy S3 Mini an. ZTEs Intel-Telefon „Grand X in“ gibts schon für 230 Euro, für 200 Euro das Sony Xperia J und das Alcatel One Touch 998, letzteres wird in Deutschland vor allem bei Base als Lutea 3 verkauft.
Gemeinsamkeiten
Alle Geräte im Test laufen mit Android. Doch nicht alle sind auf dem gleichen Versionsstand: Keines hat das aktuelle Android 4.2 und nur das Galaxy S3 mini den Vorgänger 4.1 Jelly Bean. 4.1 punktet gegenüber älteren Versionen vor allem mit einer flüssigeren Oberfläche und höheren Software-Performance, was man beim Galaxy S3 mini merkt. Außerdem lässt sich der Homescreen besser anpassen. Mit Google Now gibt es darüber hinaus eine Art personalisierten Informationsmanager, der einem jederzeit Geburtstagserinnerungen, die Reisezeit zu häufig besuchten Orten und anderen relevanten Informationen bereithält.
Die übrigen Smartphones laufen mit 4.0.4, das man knapp ein Jahr nach Einführung ruhig veraltet nennen darf, auch wenn es für den Smartphone-Alltag ausreicht: Von Multimedia-Playern über Social-Network-Anbindung bis hin zu der Kostenlos-Navigation Google Navigation gibt es kaum Lücken, und fast alle Apps aus dem Store sind mit 4.0.4 kompatibel. Und theoretisch kann jedes Handy mit einem Update noch den Sprung auf Jelly Bean schaffen. Doch erfahrungsgemäß führen die Hersteller in der Einsteiger- und Mittelklasse kaum Aktualisierungen durch.
Hardware
Die Prozessoren reichen von lahmen einkernigen Gigahertz-CPUs (Xperia J) bis Quad-Core-Power (Ascend G615), die Displays von 4-Zoll-AMOLEDs (S3 mini) bis 5,2 Zoll Diagonale (Simvalley SPX-12). Qualitativ gibt es bei den Displays keine Ausreißer: Alle zeigen gute, blickwinkelstabile Farben mit ungefähr sRGB-Farbraum. Das Samsung Galaxy S3 mini hat sogar ein AMOLED-Display, das extrem kräftige und kontrastreiche Farben zeigt; nur hier sieht Schwarz richtig schwarz aus. Und das Huawei Ascend G615 ist dank HD-Auflösung (1280 x 720) besonders scharf.
Die übrige Grundausstattung ist bei allen Modellen ähnlich: Alle funken mit HSPA-Geschwindigkeit, das Lutea, das Ascend und das Grand X in sogar mit dem besonders schnellen HSPA+ (bis zu 21 MBit/s im Downlink) – allerdings nur, wenn eine entsprechende Speed-Option im Mobilfunkvertrag freigeschaltet ist. WLAN, Bluetooth und MicroSD-Slot sind Standard, NFC gibts beim Base Lutea 3 und optional beim Galaxy S3 mini. Der interne Speicher – je nach Modell sind 1,37 bis 5,29 GByte nutzbar – kann bei allen per MicroSDHC erweitert werden. Alle haben 1 GByte Arbeitsspeicher, nur der des Xperia J ist mit 512 MByte etwas klein. Bei allen Modellen kann man die Akkus ohne Werkzeug tauschen – was bei teureren High-End-Geräten übrigens nicht mehr üblich ist.
Front- und Rückseitenkameras gehören zur Grundausstattung, die Qualität geht aber weit auseinander. Die 8-Megapixel-Kamera des Huawei Ascend G615 macht scharfe, farbkräftige und kontrastreiche Fotos sowie als einzige brauchbare Videos (in 1080p); Fotos und Videos vom Galaxy S3 mini sind okay, aber etwas blass und milchig. Die Fotos vom Base Lutea 3 und dem SPX-12 reichen dagegen allenfalls für den Notfall, wenn mal keine andere Kamera dabei ist: Beide erzeugen matschige, rotstichige und zu dunkle Fotos, beim Base kommt noch Farbrauschen dazu. Die übrigen Smartphones liegen irgendwo dazwischen: Beim ZTE rauschen die Bilder ziemlich, beim Sony werden sie zu den Seiten hin stark unscharf. ...
(acb)








