Leseprobe aus c't 2/11
Computer vom Discounter oder Massenversender sind oft laut. Dass das nicht sein muss, zeigen eine ganze Reihe kleinerer PC-Hersteller. Sechs Testkandidaten müssen auf dem c’t-Prüfstand beweisen, wie leise und zuverlässig Flüsterkühlungen tatsächlich arbeiten.
Kinder soll man sehen, nicht hören. Als Erziehungsmodell gehört dieses Konzept sicher der Vergangenheit an, ist für Desktop-PCs aber wünschenswert. Und in der Tat könnte es so einfach sein: Prozessoren und Grafikchips beherrschen mittlerweile ausgefeilte Stromsparmechanismen, raffiniert geschnittene Gehäuse liefern genug Volumen für effektive Kühlsysteme und Netzteile arbeiten mit sehr hohem Wirkungsgrad. Die Zeiten von PCs, die mit konstantem Surren, Pfeifen oder Heulen den Benutzer nerven, sollten vorbei sein. Die Realität sieht aber oft anders aus: Insbesondere die großen PC-Hersteller nehmen angesichts des Preisdrucks Lüfterlärm in Kauf. Die Kleineren müssen oftmals mit den Komponenten vorliebnehmen, die ihr Distributor gerade vorrätig hat. Für Liebe zum Detail und sorgfältig abgestimmte Konfigurationen bleibt längst nicht immer Raum.
Auf die Marktnische der besonders leisen PCs haben sich einige kleinere Firmen aus dem deutschsprachigen Raum spezialisiert und behaupten sich damit gegen internationale Riesen wie HP, Acer und Dell.
Wir haben exemplarisch sechs Flüster-Rechner aus ganz unterschiedlichen Geräteklassen auf den c’t-Prüfstand geholt. Die Tabelle auf Seite 104 gibt einen Überblick über noch mehr leise Rechner, die unseren Testparcours im Laufe des zurückliegenden Jahres absolviert haben, darunter auch Macs, All-in-One-Geräte und solche mit langsamen, aber sehr leise kühlbaren Atom-Prozessoren. Direkte Verweise in unser Online-Archiv – auf das Plus-Abonnenten kostenlos Zugriff haben – finden Sie über den c’t-Link am Ende des Artikels. Tipps, wie man bereits vorhandene PCs und Notebooks beruhigt, geben die Artikel auf Seite 106 und Seite 110 in c't 2/11.
Die Testgeräte decken eine Preisspanne von 600 bis 2250 Euro ab und repräsentieren sehr unterschiedliche Kühlkonzepte. Beides beeinflusst den Preis stärker als die nackte Rechenleistung. So gewinnt weder das teuerste Gerät die Benchmarks noch trägt das günstigste dem Feld die rote Laterne hinterher.
Die Firmen Arlt und Grey Computer setzen beide auf sparsame Doppelkernprozessoren und Onboard-Grafik. So bleibt der Kühlaufwand gering und es reichen Standardlüfter, die nur langsam und damit leise laufen müssen. Damit zielen diese beiden auf den Einsatz als Arbeitsplatz oder Multimedia-PC.
An Spieler richten sich hingegen die erheblich teureren Kandidaten von Highend-PC und Silentmaxx. Während Silentmaxx relativ sparsame Komponenten mit einem riesigen Kühlkörper kombiniert, versucht sich Highend-PC am Spagat zwischen geringer Lärmentwicklung und extremer Übertaktung.
In der Edelliga oberhalb von 2000 Euro lassen Hush und Ichbinleise sämtliche Lüfter weg und favorisieren große Kühlrippen und Heatpipe-Konstruktionen. Dabei setzt Ichbinleise auf einen Quad-Core und eine flotte Grafikkarte, während Hush mit einem flachen und stylishen Gehäuse aber vergleicähsweise leistungsarmen Komponenten das HiFi-Rack anpeilt. In beiden Oberklasse-PCs steckt übrigens kein Blu-ray-Laufwerk.
(bbe)
Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 2/2011.
Bei drei der Testkandidaten haben wir einige Auffälligkeiten per Video dokumentiert:
Der PC von Silentmaxx erreichte uns mit einem Transportschaden, weil der riesige CPU-Kühler nur an seinen filigranen Kupfer-Heatpipes hängt und nicht ordentlich im Gehäuse verankert ist.
Der stark übertaktete Rechner der Firma Highend-PC musste nach kurzer Zeit unter Volllast per die thermische Notbremse ziehen und seine Taktfrequenz per (Thermal Throttling) absenken.
Trotz der riesigen Kühlrippen wurde die Grafikkarte des passiv gekühlten Rechners von Ichbinleise zu heiß; der PC stürzte ab.
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