Nach über sieben Jahren gemeinsamen Fluges trennte sich zu Weihnachten die europäische Sonde Huygens erfolgreich vom amerikanischen Mutterschiff Cassini und stürzt sich jetzt auf den geheimnisumwobenen Saturn-Mond Titan. Am 14. Januar um 10.06 MEZ (Bordzeit) soll Huygens in die Titan-Atmosphäre eintauchen. Die Landemission im Rahmen des bislang aufwendigsten und teuersten un-bemannten Raumfahrtprojektes ist auch eine Herausforderung der Computer- und Kommunikationstechnik.
Fast wäre schon im Vorfeld alles schief gegangen, hätte sich nicht im Februar 2000 ein schwedischer Ingenieur der in Darmstadt beheimateten europäischen Raumfahrtbehörde ESA-ESOC durchgesetzt und ein paar Stunden Verbindungszeit zu der schon seit drei Jahren im Raum befindlichen Cassini „erkämpft“. Der skandinavische Querkopf fuhr nach Kalifornien und speiste in das dortige Radioteleskop Goldstone Simulationsprogramme aus seinem Laptop ein, um so die Kommunikation zwischen der Huygens-Sonde und dem Mutterschiff unter Berücksichtigung des Dopplereffekts zu erproben - und siehe da, sie hätte allenfalls zu zehn Prozent geklappt. Der italienische Hersteller des Kommunikationssystems Alenia Spazio hatte nämlich den Dopplereffekt nicht korrekt berücksichtigt.
Der Dopplereffekt verändert die Frequenz zwischen Sender und Empfänger im Verhältnis der Differenzgeschwindigkeit v zur Signalgeschwindigkeit c:
fn = f0 · (1±v/c) für v
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden | Heft bestellen
Permalink: http://heise.de/-289722
Das aktuelle Heft ist jetzt im Handel erhältlich.
Ältere Artikel können Sie über unser Zeitschriften-Archiv bestellen.