Ubuntu 13.04 im Test

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"Raring Ringtail" ist wie gewohnt komfortabel und bringt aktuelle Software, aber nur wenige Neuerungen.

Die Canonical-Entwickler scheinen derzeit mehr mit der Arbeit an Ubuntu Touch beschäftigt zu sein als mit der klassischen Linux-Distribution: Die technischen Neuerungen, die Ubuntu 13.04 gegenüber der Vorversion 12.10 bringt, gehören eher in die Kategorie Kosmetik. Hätten sich in "Raring Ringtail" nicht einige Icons des Unity-Desktops geändert, die meisten Anwender würden den Unterschied vermutlich kaum bemerken.

Was man hingegen sehr deutlich merken wird: Die Ubuntu-Entwickler haben ab Version 13.04 den Support für die "kleinen" Releases zwischen den LTS-Versionen von 18 auf neun Monate verkürzt; die LTS-Versionen erhalten weiterhin fünf Jahre Support. Wer Ubuntu 13.04 installiert, muss daher spätestens Anfang nächsten Jahres auf 13.10 upgraden, um weiter Sicherheits-Updates und Bugfixes zu erhalten. Die letzte Nicht-LTS Ubuntu 12.10 wird hingegen noch bis zum Erscheinen der nächsten LTS-Version 14.04 unterstützt, die aktuelle LTS-Version 12.04 bis 2017.

Die Software wurde in Ubuntu 13.04 wie üblich auf den aktuellen Stand gebracht: Die Distribution verwendet den aktuellen Kernel 3.8, der Ubuntu-eigene Unity-Desktop trägt nun die Versionsnummer 7.0. Der Gnome-Unterbau ist allerdings bei Version 3.6 stehen geblieben, das aktuelle Gnome 3.8 hat es nicht mehr in Ubuntu 13.04 geschafft. KDE wurde auf Version 4.10 aktualisiert, LXDE 0.5 und XFCE 4.10 sind beim Versionsstand von Ubuntu 12.10 verblieben. Python wurde auf Version 3.3 aktualisiert; Canonical hat eine Reihe der beiliegenden Python-Programme auf Python 3 umgestellt. Python 2.7 wird jedoch noch installiert.

Neu ist eine eigene Gnome-Version von Ubuntu. Seit Ubuntu 11.10 konnte man die Gnome-Shell zwar nachinstallieren, eine offizielle Variante der Distribution mit vorinstalliertem Gnome-Desktop gab es jedoch nicht – die Ubuntu-Anwender sollten schließlich auf den mit Ubuntu 11.04 eingeführten Unity-Desktop umsteigen. Ubuntu-Gnome verwendet ebenfalls die nicht mehr ganz frische Gnome-Version 3.6, das aktuelle Gnome 3.8 lässt sich aber über das Gnome3-PPA nachrüsten.

Mit LibreOffice 4.0, Firefox 20 und Thunderbird 17.0.5 sind die wichtigsten Desktop-Anwendungen auf dem aktuellen Stand. Als Fotoverwaltung ist Shotwell 0.14.1 enthalten, für Musik ist Rhythmbox 2.98 zuständig. Die direkte Einbindung von Canonicals Musik-Shop Ubuntu One Music in den Musik-Player ist verschwunden: Laut Canonical bietet die Ubuntu-One-Website, die als Web-App in den Launcher integriert ist, mittlerweile bessere Funktionen als das Ubuntu-One-Plugin für Rhythmbox. Über das Software-Center lassen sich zahlreiche weitere Anwendungen übers Netz nachinstallieren. Weder die Softwareverwaltung selbst noch das Programmangebot scheinen sich gegenüber Ubuntu 12.10 sehr verändert zu haben.

Das Ubuntu-eigene Init-System Upstart kann in der neuen Version 1.8 Dateien auf Änderungen überwachen und so beispielsweise einen Virenscan starten, wenn eine Datei in einem bestimmten Verzeichnis abgelegt wird. Außerdem kann Upstart 1.8 User-Sessions kontrollieren; Upstart-Konfigurationsdateien in /usr/share/upstart/sessions/ und ~/.config/upstart legen dann fest, welche Dienste starten, wenn sich ein Anwender anmeldet, und die Verwaltung erfolgt mit initctl. Die User-Sessions müssen aktiviert werden, indem man in der Datei /etc/upstart-xsessions den Eintrag "ubuntu" aktiviert.

Ubuntu Server 13.04 enthält die aktuelle OpenStack-Version 2013.1 "Grizzly". Das Management-Tool Juju liegt in der alten Python-Version 0.7 und in der neuen, in Go geschriebenen Version 1.10 bei, wobei die Python-Variante laut Canonical derzeit noch mehr Funktionen bietet. Das verteilte Cluster-Dateisystem Ceph wurde auf Version 0.56.4 aktualisiert, die NoSQL-Datenbank MongoDB liegt in Version 2.2.4 bei.

Die Ubuntu-Installation hat sich gegenüber der Vorversion nicht verändert und läuft wie gewohnt reibungslos. Ebenfalls schon in Ubuntu 12.10 eingeführt wurde die Möglichkeit, die gesamte Platte mit dm-crypt zu verschlüsseln – beim Booten muss man dann das Passwort zum Entschlüsseln der Platte angeben. Daneben gibt es nach wie vor die Möglichkeit, das Home-Verzeichnis mit eCryptfs zu verschlüsseln; dabei dient das Anmeldepasswort als Schlüssel. Im Test blieb das Installationssystem in VirtualBox beim Herunterfahren nach Abschluss der Installation hängen, was die Installation aber nicht beeinträchtigte.

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