Ubuntu 8.10: Ein erster Blick auf den furchtlosen Steinbock

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Im üblichen Sechsmonatstakt hat das Ubuntu-Team eine neue Version der Linux-Distribution herausgebracht. Ubuntu 8.10 ("Intrepid Ibex", furchtloser Steinbock) bringt aktualisierte Software und Verbesserungen bei der Benutzerfreundlichkeit.

Seit Erscheinen der ersten Version 4.10 ("Warty Warthog", warziges Warzenschwein) im Oktober 2004 hat sich Ubuntu einen guten Ruf als besonders anwenderfreundliche Linux-Distribution erarbeitet. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Die Installations-CD startet ein Live-System, mit dem man sich vor der Installation auf die Platte einen Eindruck von Ubuntu Linux verschaffen und die Kompatibilität seiner Hardware mit Linux überprüfen kann. Statt dem Anwender die ganze Fülle verfügbarer Linux-Software mit Dutzenden von Editoren, diversen Desktop-Oberflächen und mehreren Programmen für fast jede Aufgabe zu präsentieren, setzt Ubuntu auf eine Vorselektion ausgewählter Anwendungen – ein Werkzeug für jeden Zweck lautet die Devise, wobei sich gleichzeitig tausende weiterer Programme übers Netz nachinstallieren lassen. Schließlich basiert Ubuntu auf Debian GNU/Linux, einer stabilen und gut gepflegten Distribution, die für einen soliden Unterbau sorgt.

Mit der jüngsten Version 8.10 bleibt Ubuntu diesen Prinzipien treu. Aus dem Live-System bringt ein grafischer Installer Ubuntu 8.10 mit wenigen Mausklicks auf die Platte. Einzige größere Neuerung hier ist eine grafische Anzeige der Partitionierung der Platten. Wer mehr Installationsoptionen benötigt, etwa weil er einen RAID-Verbund oder den Logical Volume Manager einrichten will, greift statt zur Desktop-CD zu der Alternate-Version mit ihrem textbasierten Installer. Die Server-CD als dritte Ubuntu-Variante installiert ein System ohne grafische Oberfläche und mit etwas anderer Softwareauswahl. Alle drei Versionen sind für 32-bittige (i386) und 64-bittige (amd64) Prozessorarchitekturen erhältlich.

Für Besitzer von Netbooks und Mobile Internet Devices (MIDs) stehen spezielle Images zur Verfügung, die für das Booten von USB, den Betrieb mit wenig RAM und kleine Displays optimiert sind.

Nach der Installation von Desktop- oder Alternate-CD empfängt den Anwender ein komplett ausgestattetes Desktop-System mit den wesentlichen Anwendungen für Internet, Multimedia und Büroarbeit. Die Software ist auf den aktuellen Stand gebracht: Kernel 2.6.27, X.org 7.4, Gnome 2.24, Firefox 3.0.3, Gimp 2.6. OpenOffice liegt allerdings noch in Version 2.4.1 bei, die vor 14 Tagen erschienene Version 3 hat es nicht mehr in die Distribution geschafft. Kubuntu, der Ubuntu-Ableger mit KDE- statt Gnome-Desktop, kommt mit KDE 4.1.2; Xubuntu enthält Xfce 4.4.2.

Bei der Installation werden verschiedene Online-Repositories eingerichtet, aus denen man mit der Paketverwaltung Synaptic, dem Kommandozeilentool aptitude oder über den Menüpunkt "Hinzufügen/Entfernen" im Anwendungen-Menü weitere Software nachinstallieren kann. Das Paketarchiv Main enthält gut 6000 voll unterstützte Programmpakete, für die zwei Jahre Sicherheits-Updates garantiert sind. Universe liefert fast 20.000 weitere Open-Source-Pakete, Restricted einige proprietäre Treiber. Das Multiverse-Repository schließlich enthält nicht-freie und aus rechtlichen Gründen möglicherweise problematische Software, darunter auch Codecs zum Abspielen diverser Mulimediaformate.

Der auf Version 2.24 aktualisierte aktualisierte Gnome-Desktop bringt einige eher dezente Neuerungen, etwa Tabs und einen Auswurfknopf für Wechselmedien im Dateimanager Nautilus. Mit dem aktualisierten Desktop kommt ein neuer Logout-Button, der auch das schnelle Wechseln des Benutzers und das Steuern des Instant-Messenger-Status erlaubt. Eine weitere Neuerung sind die dort angebotenen "Guest Sessions": Damit startet man einen weiteren Gnome-Desktop, dessen temporär angelegter Benutzer keinerlei Rechte im System hat. Der aktive Desktop wird so lange gesperrt. Guest Sessions bieten sich an, um beispielsweise jemanden schnell etwas am Rechner ausprobieren zu lassen, ohne ihn auf dem eigenen Desktop herumfuhrwerken zu lassen.

Der Videplayer Totem enthält ein Plug-in zum Abspielen von BBC-Streams. Den neuen Instant Messenger Empathy in Gnome 2.24 verwendet Ubuntu 8.10 nicht, es kommt standardmäßig weiterhin Pidgin zum Einsatz. Empathy lässt sich allerdings aus dem Universe-Repository nachinstallieren. Gleiches gilt für das neue Hamster, ein Applet zur Zeiterfassung.

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Kapitel
  1. Ubuntu 8.10: Ein erster Blick auf den furchtlosen Steinbock
    1. Software
  2. System, Fazit
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