Leseprobe aus c't 4/13
Christian Wölbert
Von Schrott bis flott
Tablets für 90 bis 230 Euro im Test
Wer zum falschen Billig-Tablet greift, ärgert sich über App-Abstürze, kurze Akkulaufzeit und seltsame Macken. Wir haben aber auch ein paar richtige Schnäppchen gefunden, und zwar nicht nur mit Android.
Auslöser dieses Test war eine kontroverse Diskussion in der Redaktion. „Diese Billig-Tablets taugen doch nur als Briefbeschwerer“, behauptete die eine Fraktion. „Quatsch, um abends vor der Glotze den Hauptdarsteller zu googeln, reichen die völlig“, hielt die andere dagegen. „Oder als Kinderspielzeug, als Bilderrahmen …“
Ansprüche sind verschieden, deshalb werden wir uns wohl weiterhin streiten. Unser Testfeld aus zehn Tablets zeigt aber klar: Im Preisbereich bis 200 Euro gibt es riesige Qualitätsunterschiede.
Die erste Kategorie sind die Preisbrecher für rund 100 Euro, die es von Dutzenden Herstellern gibt. Billigst-Komponenten machen’s möglich. Zum Beispiel blickwinkelabhängige TN-Displays, die nur 800 x 480 Pixel zeigen. Beim Surfen sieht man entweder nur einen kleinen Ausschnitt der Webseite oder, wenn man herauszoomt, pixelige Schriften.
Die CPU hat in der Regel nur einen Kern, der Arbeitsspeicher misst nur 512 MByte – das reicht, um vier bis fünf Nachrichten-Webseiten gleichzeitig im Speicher zu halten. Öffnet man einen weiteren Browser-Tab oder eine andere App, fliegt die zuerst geöffnete Seite raus. Aus dem Testfeld gehören das Archos Arnova und das Hannspree Hannspad in diese Kategorie. Das Pearl X5 hat 1 GByte RAM, aber auch nur eine Single-Core-CPU und ein pixeliges Display.
Eine andere Bedeutung hat das Wort Kampfpreis bei Google und Amazon: Nexus 7 und Kindle Fire HD kosten zwar 200 Euro, also das Doppelte, aber die Marktforscher von iSuppli schätzen, dass beide Hersteller am Verkauf nichts verdienen.
Denn diese beiden Sieben-Zöller sind ziemlich gut ausgestattet. Sie haben ein scharfes, blickwinkelunabhängiges IPS-Display, eine CPU mit zwei oder vier Kernen und 1 GByte RAM. Dem Nutzer bleiben dadurch Fehlermeldungen wie „App reagiert nicht“ erspart. Außerdem agieren diese Geräte in jeder Lebenslage flüssiger. Ähnlich gut ist das Playbook von RIM, dessen Restbestände zurzeit für 150 bis 180 Euro verschleudert werden.
Das Lenovo Ideapad liegt genau zwischen den beiden Sieben-Zoll-Kategorien: Es hat UMTS und eine höhere Auflösung als die ganz billigen, ist aber auch ziemlich lahm.
Außerdem haben wir zwei Zehn-Zöller von Pearl und Point of View getestet. Beide haben eine – im Vergleich zu teureren 10-Zöllern – niedrige Auflösung, aber immerhin IPS sowie eine Dualcore-CPU und 1 GByte RAM. ...
(cwo)
Tablets von Schrott bis flott
Artikel zum Thema finden Sie in c't 4/2013
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