Was Fedora 19 Neues bringt

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Das neue Fedora bedient die Freunde klassischer Desktop-Oberflächen mit einer MATE-Variante und dem Klassikmodus in Gnome. Systemd kümmert sich jetzt um Container und die Vergabe von Netzwerknamen. Frische Treiber sorgen für 3D-Beschleunigung bei neueren Radeon-Grafikkarten.

Nur eine Woche später als ursprünglich geplant hat das Fedora-Projekt die neunzehnte Ausgabe seiner Linux-Distribution freigegeben. Bei dieser auch Schrödinger's Cat genannten Version gibt es erstmals eine Fedora-Ausführung mit dem aus Gnome 2 hervorgegangenen MATE-Desktop, der in Version 1.6 beiliegt. Eine Fedora-Variante mit Cinnamon gibt es nicht; die Version 1.9.1 des Desktops lässt sich aber bei allen Fedora-Ausführungen über die Paket-Depots nachinstallieren und anschließend im Anmeldemanager auswählen.

Die Installation-DVD richtet wie gewohnt standardmäßig Gnome ein – diesmal die Version 3.8. Gnome ist auch die Oberfläche, den die "Desktop Edition" genannte Hauptausführung der Distribution nutzt. Genau wie die MATE-Varianten handelt es sich bei ihr um ein Live-Linux zum Ausprobieren und Installieren von Fedora; selbiges gilt für die drei Fedora-Varianten, welche die Desktops KDE 4.10, LXDE oder Xfce 4.10 nutzen.

Fedora-Installationen mit KDE 4.10 steht bereits das jüngst in Version 1.0 erschienene Monitor-Konfigurationsprogramm KScreen zur Verfügung. Der bei Gnome 3.8 eingeführte Klassikmodus bleibt bei Fedora standardmäßig außen vor und steht erst nach Installation des Pakets "gnome-classic-session" zur Auswahl im Anmeldemanager bereit.

Fedora liefert jetzt zahlreiche Open-Source-Programme zum 3D-Druck mit und enthält dadurch alles, was zum Einsatz von 3D-Druckern wie dem RepRap nötig ist. Als Standard-Office-Umgebung wird LibreOffice 4.1 installiert. Firefox liegt in Version 21 bei; die aktuellen 22er-Ausgabe reicht das Fedora-Projekt bereits zum Erscheinen über die Update-Funktion nach.

Die System-Initialisierung und ein wenig System-Management im Betrieb liegt in der Verantwortung von Systemd 204. Es kümmert sich jetzt um die Vergabe vorhersagbarer Netzwerknamen, wodurch Netzwerkschnittstellen Bezeichnungen wie "p4p1" (Ethernet) oder "wlp0s26u1u1" (WLAN) erhalten.

Über das zu Systemd gehörende Tool systemd-nspawn lassen sich jetzt Container starten und stoppen. Mit wenigen Handgriffen lässt sich darüber ein Container einrichten, in dem ein unmodifiziertes Fedora läuft. Mehr dazu ist auf der Fedora-Feature-Seite zur neuen Funktion nachzulesen.

Systemd kann jetzt den Ressourcenverbrauch von Diensten auch zur Laufzeit regeln. Diese auf Cgroups aufbauende Funktion könnte sich in Zukunft aber wieder ändern, denn die Systemd-Entwickler haben kürzlich in Abstimmung mit dem für Cgroups zuständigen Kernel-Entwickler einige größere Umbauarbeiten ausgemacht, die bereits in den Entwicklerzweig von Systemd eingeflossen sind, Fedora 19 aber noch fehlen.

Auch die Cron-Funktionen ermöglichende Unterstützung für die Time- und Timer-Units bringt Fedoras Systemd mit; in Fedora enthaltene Software, die Cron-Funktionen benötigt, nutzt aber standardmäßig weiter die Cron-Implementation cronie . Um das Speichern von Systemereignissen in Log-Dateien kümmert sich weiterhin rsyslog und nicht das Journal von Systemd. Letzteres kann nun auf Katalog-Dateien zurückgreifen, um etwa weitere Informationen zu Ausgaben oder Fehlermeldungen anzuzeigen.

Um die grafische Oberfläche kümmert sich die Version 1.14.1 des X-Servers von X.org; Wayland und Weston liegen bei, werden aber standardmäßig nicht installiert. Linux 3.9 dient als Kernel; die Entwickler planen aber bereits das Nachreichen eines Kernel-Updates auf Basis von Linux 3.10, das einen Tag vor dem neuen Fedora veröffentlicht wurde.

Bei Mesa 3D setzt Fedora auf einen Schnappschuss der Mesa-3D-Entwicklerzweigs. Durch diesen Vorgriff auf die nächste Mesa-3D-Version enthält Fedora sehr neue Ausgaben der quelloffenen 3D-Treiber; darunter auch den OpenGL-Treiber radeonsi, den die meisten Distributionen bislang noch aussparen. Durch ihn lässt sich bei Fedora die 3D-Unterstützung von Radeon-Grafikkernen der Southern-Island-Generation nutzen, die unter anderem bei den Radeon-HD-Grafikkarten 7750 bis 7950 im Einsatz sind. Fedora enthält auch den Userland-Treiber zur Nutzung des Radeon-Video-Beschleunigers UVD (Unified Video Decoder); er funktioniert mit dem Fedora 19 beiliegenden Kernel zwar noch nicht, sollte aber mit dem Linux-Kernel 3.10 zusammenarbeiten.

Proprietäre Grafiktreiber fehlen Fedora wie gewohnt. Der von Nvidia lässt sich über das Add-on-Repository RPM Fusion nachinstallieren. Auf Fedora abgestimmte Pakete mit AMDs Treiber gibt es dort auch – sie enthalten allerdings eine Beta-Version der AMD-Treiber.

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