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Mit dem Bodyguard durch dunkle Gassen, zur Dinner-Party, die Sie bei der Mitesszentrale vereinbart haben. Eine Prognose zum Erfolg des Abends gibts bei Crowdpark und nach dem Essen statt der Zigarette das persönliche Ausstiegsprogramm bei rauch-frei.info.

http://benthebodyguard.com

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Ben ist Franzose, hat hellblaue Augen, kurze Haare und einen grau melierten Bart. Sein markantes Gesicht verschwindet zur Hälfte im Schatten des Browsers. Doch Ben wirkt freundlich, denn als Protagonist einer neuen iPhone-App zur Verschlüsselung sensibler Daten will er schließlich nur helfen.

Die App ist derzeit noch nicht zu haben, doch in jedem Fall einen Besuch wert ist Bens Webseite, Ben the Bodyguard. Dort scrollt man sich durch eine Kleinstadt und begleitet dabei den gesprächigen Franzosen. Der spaziert je nach Scroll-Geschwindigkeit eilig oder gemächlich durch düstere Gassen, das asiatische Viertel und das Rotlichtmilieu. Und erzählt dabei von seinem neuen Projekt, eben jener App.

Die Seite ist komplett mit HTML5, CSS3 und JavaScript aufgebaut, was sie umso beeindruckender macht. Zahlreiche Details und Anspielungen laden außerdem dazu ein, immer wieder mit Ben spazieren zu gehen. Auch wenn die dunklen Gassen keinen allzu sicheren Eindruck machen. (Mario Haim/ad)

www.mitesszentrale.de

Unter all den Möglichkeiten, sich online zu vernetzen, hat die Mitesszentrale einen besonderen Reiz. Denn statt nach alten Bekannten oder nach Antworten auf ungeklärte Fragen zu suchen, führt das Netzwerk hungrige Gäste und begeisterte Köche zusammen.

„Du isst nicht allein“, lautet das Motto der Kontaktbörse für Hobby-Schuhbecks. Nach der Registrierung trägt man sich entweder als Gastgeber ein oder registriert sich bei anderen Nutzern als zahlender Gast. Die Profil-Seiten verraten vorab, auf welches Alter, welche Interessen und vor allem welches Essen man sich einlässt. Gekocht und gegessen wird in Privatwohnungen, die Kosten für Zutaten teilen sich die Gäste.

Was nach einem perfekten Dinner für zu Hause klingt, soll aber keineswegs ein Wettbewerb sein. Vielmehr geht es den Machern des Portals um die Möglichkeit, neue Bekanntschaften in gemütlicher Atmosphäre zu schließen. Die Mitesszentrale befindet sich derzeit noch im Beta-Stadium, was die recht geringe Anzahl an Angeboten erklärt. Wesentlich größer scheint die Zahl der passiven Nutzer zu sein. Wer also andere gerne bekocht, hat gute Karten, dankbare Genießer zu finden. (Mario Haim/ad)

www.crowdpark.de

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Prognosemärkte sammeln die Vorhersagen möglichst vieler Teilnehmer zu bestimmten Entwicklungen und errechnen daraus einen Trend. Das soll etwa bei Vorhersagen zu Aktienkursen oder Wahlergebnissen mitunter erstaunliche gute Ergebnisse liefern. Crowdpark ist ein öffentlicher Prognosemarkt, bei dem Teilnehmer ihre Umfrage in Form einer Wette einstellen. Das kann eine Ja/Nein-Frage sein wie: „Wird es in Berlin eine weiße Weihnacht geben?“ Oder eine mit mehr Antworten: „Wo steht der Dax am Ende dieser Woche?“

Crowdpark zeigt zu jeder Antwort, abhängig von den bisherigen Wetteinsätzen darauf oder dagegen, eine Wahrscheinlichkeit an. Jeder neue Teilnehmer erhält einen festen Betrag des virtuellen Geldes, den er einsetzen und durch erfolgreiche Wetten vermehren kann. Wer also auf das richtige Ergebnis setzt, mehrt sein virtuelles Vermögen und damit seinen Einfluss, da er künftig höhere Einsätze bringen kann. Anfänger haben nur eine begrenzte Summe zur Verfügung und können durch absichtliche oder unvorsichtige Fehleinschätzung den Trend einer Wette nur begrenzt beeinflussen und somit die Qualität der Prognose nicht wesentlich verschlechtern. (ad)

www.rauchfrei-info.de
www.rauch-frei.info

Der Jahreswechsel ist die Zeit der guten Vorsätze, mit dem Rauchen aufzuhören ist dafür der Klassiker schlechthin. Wer sich bislang noch nicht zu einem rauchfreien Leben durchringen konnte, bekommt im Internet Unterstützung, allerdings findet man dort häufig kommerzielle Angebote, die beispielsweise rezeptfreie Nikotinersatzpräparate oder teure Therapien bewerben.

Eine umfangreiche Informationsseite ohne kommerzielle Interessen betreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), indem sie die Bürger dazu anhält, das Rauchen aufzugeben. Damit schädigt sie potenziell das Finanzministerium: 2009 betrugen die Einnahmen aus der Tabaksteuer in Deutschland über 14 Milliarden Euro.

Die BZgA betreibt gleich zwei Internet-Auftritte: Unter rauchfrei-info.de adressiert sie Erwachsene, unter rauch-frei.info Jugendliche. Beide Webauftritte warten mit umfangreichen Informationen über das Rauchen auf und halten zahlreiche Vorschläge bereit, wie sich die Sucht bekämpfen lässt.

Besonders aufwendig gestaltet ist das persönliche Ausstiegsprogramm, an dem der Webseiten-Besucher nach persönlicher Registrierung teilnehmen kann. Es soll motivieren, etwa indem es berechnet, wie viele Zigaretten man bereits nicht geraucht und wie viel Geld man gespart hat. (uma)

www.ted.com

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Vorträge genießen allgemein den Ruf, langweilig zu sein. Die englischsprachige Webseite TED (Technology, Entertainment, Design) hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Gegenbeweis anzutreten: „Fesselnde Vorträge von bemerkenswerten Menschen“, lautet das Motto. TED ist eine gemeinnützige Organisation, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, „Ideen zu verbreiten, die verbreitenswert sind“. 700 Videos von Vorträgen zu den unterschiedlichsten technischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Themen haben sich inzwischen auf der Webseite gesammelt.

Die Videos sind thematisch breit gestreut und übersichtlich nach verschiedenen Kategorien geordnet. Perlen finden sich zuhauf, etwa der Vortrag von Bart Weetjens, der erzählt, wie er die Idee hatte, Riesenhamsterratten zur Minensuche abzurichten. Ihr hervorragender Geruchssinn und ihr geringes Gewicht, das die Minen nicht auslöst, sind dabei eine gute Kombination.

Auch von der Wirklichkeit eingeholte Visionen findet man: Jeff Han stellte für TED im Februar 2006 ein Multitouch-Display vor. Ein Großteil der Funktionen, die damals beim Publikum zuerst Verblüffung und dann Begeisterung auslösten, findet sich heute bei der Steuerung eines iPad. „Es macht Spaß, damit zu spielen“, schwärmte Han damals, der heutige Nutzer kann gut nachvollziehen, wovon er spricht.

Wer die Idee gut findet, kann dazu beitragen, indem er eine Übersetzung ins Deutsche anfertigt. Nur ein Teil der Beiträge ist bereits mit Untertiteln versehen. Um die Übersetzung zu erleichtern, stellt TED ein englisches Transkript zur Verfügung. (uma)

www.ct.de/1101176


Die Websites aus c't 26/2010

Infos zum Artikel

Kapitel
  1. Dunkle Gassen
  2. Mitesser gesucht
  3. Wetten auf die Zukunft
  4. Rauchfrei ins neue Jahr
  5. Spannende Vorträge
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